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1. August in Namibia

Während in der Schweiz mehr oder weniger Reden geschwungen wurden, machten wir Werbung für unsere Heimat, zeigten Bilder von Kühen und Bergen aus der Schweiz und assen Fondue. Es kam gut an, auch wenn es bei uns im Haus über 20°C warm war.

Es schmeckt besser als erwartet…

Stimmen aus Afrika

In der ganzen Diskussion um Entwicklungshilfe ist es mehr als fair, wenn sich die direkt oder indirekt Betroffenen selber zu Wort melden können. Dies scheint mit Afrika immer mehr der Fall zu sein. In den letzen Wochen sind uns mehrere spannende Artikel aufgefallen, seien es kritische Stimmen, Interviews oder auch Beiträge über grundsätzliche Entwicklungen.

Diese Frau fordert Schluss mit Entwicklungshilfe – Kurzporträt

Ohne Entwicklungshilfe wäre Botswana nicht in so guter Verfassung – Interview

Pension Day

Einmal im Monat strömen die Leute von Nah und Fern zum Dorfplatz in Elim. Für die älteren Leute, so wie für Waisen oder Halbwaisen und Behinderte werden monatlich die Renten ausbezahlt. Zu diesem Anlass findet auch immer gleich ein Markt statt um das soeben erhaltene Geld auch wieder in mehr oder weniger sinnvoller Art ausgeben zu können. Oft begeben auch wir uns zum Marktplatz, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und dem bunten Treiben bei zu wohnen.

Pension Day in Elim

Eine der vielen Fatcake Verkäuferinnen

Termitenknete

Klopf, klopf, ist jemand da?

Das Landschaftsbild in unserer Umgebung wird stark geprägt von den Termitenhügel. Klein, hoch, dick und dünn; in den interessantesten Figuren ragen sie in die Höhe. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Ovambos bereits seit einigen Generation den Termitenhügelsand als Zement benützen. Sie verkleiden ihre Hütten damit, schliessen Ritzen und Lücken und bepflastern auch mal den Boden damit, so dass sie einen sauberen ebenen Grund erhalten um ihre Nahrungsmittel zum trocknen ausbreiten zu können .

Konzentriert bei der Sache

Dies inspirierte auch uns und so machten wir uns ausgerüstet mit einem Hammer auf den Weg zu einem der grösseren Termitenhügel in unserer Nähe. Nathan hämmerte auf den Hügel ein um etwas bröckeligen Sand wegzuschlagen und wir versuchten diesen mit einem Sack aufzufangen. Mit unserer Beute begaben wir uns wieder auf den Heimweg und siebten den gewonnenen Sand fein. Anschliessend vermischten wir diesen mit Wasser und gewannen eine wunderbare Knete. Aus dieser Knete entstanden die schönsten Kunstwerke.

Und nun noch das Bild…

zur afrikanischen Geschichte. Quelle: african safari pictures.

Kein einziger Fisch im Maul>/p>

Traditionelle afrikanische Geschichte

(Mirjam) In der letzten Zeit stellte ich eine Materialsammlung für den Kindergarten zusammen. Unter anderem mit afrikanischen Geschichten. Einige davon sind so kreativ, dass ich euch ein besonders gutes Beispiel nicht vorenthalten möchte:

Why the hippos always open their mouth

Long time ago the hippos did not live in the water as they do now, but on land. They did not like it at all. It was always so hot and dry. So they went to see God: “Please God, let us live in the water. Our skin gets all hot and dry on land.” But God said no. There was already the crocodile living in the water that also had a big mouth: “Look at your mouth, my dear hippos! There is space in it for so many fish – there will be nothing left for all the hungry men, women and children. No, I cannot allow that.” But the hippos were very sad at this and continued to beg: “Look dear God, we promise not to eat fish! We will go out of the water by night and eat grass. Not a single small fish will die because of us.” For a long time God stayed silent and in thoughts. In the end he agreed. “But I am telling you: If I ever catch you with a single small fish in your mouth, I will chase you out of the water and you will have to live in the desert!” “Thank you, thank you!” said the hippos and splashed into the river. They stay now in the water the whole day, showing only their eyes, ears and nose. But from time to time they open their mouth as wide as possible towards the sky to show God: “Look, no fish, not a single one!”

Übersetzung in Deutsch

Warum die Nilpferde häufig ihren Mund öffnen

Vor langer Zeit lebten die Nilpferde noch nicht im Wasser sondern auf dem Land. Doch es war ihnen zu heiss und zu trocken und sie waren nicht zufrieden mit ihrem Lebensstil. Aus diesem Grund begaben sie sich zu Gott und fragten ihn: “Bitte Gott, können wir nicht im Wasser leben? Unsere Haut wird trocken auf dem Land.” Aber Gott sagte: “Nein, es lebt bereits das Krokodil im Wasser und dieses hat auch einen grossen Mund. Schaut mal eure Münder an, da hat es Platz für so viele Fische. Dann bleibt nichts mehr übrig für all die Männer, Frauen und Kinder. Nein, ich kann das nicht erlauben.” Aber die Nilpferde waren traurig über diese Nachricht und baten weiter: “Lieber Gott, wir versprechen, dass wir keinen Fisch essen werden. Wir werden in der Nacht aus dem Wasser gehen und Gras essen. Kein einziger Fisch wird sterben wegen uns.” Gott war still für eine Weile bevor er einwilligte: ” Aber ich sage euch, wenn ich jemals einen Fisch in eurem Mund sehe, jage ich euch in die Wüste.” “Danke vielmals” antworteten die Nilpferde glücklich und liessen sich ins Wasser plantschen. Von da an leben sie tagsüber im Wasser, zeigen nur ihre Augen, Ohren und die Nase an der Wasseroberfläche. Doch von Zeit zu Zeit öffnen sie ihren Mund so weit wie möglich um Gott zu zeigen: “Schau, nicht einen einzigen Fisch im Mund!”

Neuer Rundbrief aus Elim

Nun auch auf unserem blog zum Download bereit: Unser 11. Rundbrief aus Namibia Sag einem Krokodil… kann unterRundbriefe als PDF heruntergeladen werden.

Ein paar Eindrücke aus unseren Ferien

Etosha Nationalpark

Etosha Nationalpark

Etosha Nationalpark

Aussicht vom Erongo Plateau Camp

Zelten macht Freude

Eine Schildkröte kreuzt unseren Weg

Pelikan bei Swakopmund

Cheetah Conservation Fund

(Mirjam) Zum Abschluss unserer Ferien beschlossen wir eine Gepardenfarm zu besuchen. Bis jetzt hatten wir uns erfolgreich dagegen gewehrt eine Farm zu besuchen, die Wildkatzen in Gehegen hält und diese füttert, da wir die Tiere lieber in der freien Natur beobachten. Nach mehreren Internetsuchen stiessen wir auf den “Cheetah Conservation Fund” in der Nähe von Otjiwarongo. Dies ist eine inzwischen internationale Organisation, die sich dem Schutz und der Erhaltung der Geparden angenommen hat. 20% der Gepardenpopulation in der Welt lebt in Namibia und von diesen 95% auf Farmland. Die Farmer dürfen Geparden, wie auch andere Wildkatzen schiessen oder fangen, sobald diese gefährlich für die Nutztiere werden. Dies geschieht relativ häufig und so werden viele Geparden Opfer der Farmer. Daher hat sich der “Cheetah Conservation Fund” die Aufklärung der Farmer im Umgang mit den Geparden und die Aufnahme von verletzten oder verwaisten Tieren zur Aufgabe gemacht.

Wie nahe dürfen wir gehen?

In der Klinik vor Ort werden die geretteten Tiere gesund gepflegt, untersucht und mit Sendern ausgerüstet. Falls es die Umstände zulassen, wird der Gepard möglichst schnell wieder in die Wildnis entlassen, wenn möglich auf dem ihm bekannten Gelände, ansonsten an einem verhältnismässig sicheren Ort, wie zum Beispiel dem Etoscha Nationalpark. Ist eine Aussetzung jedoch auf Grund der Verletzungen nicht möglich, werden die Geparden im angeschlossenen Farmland oder Gehege untergebracht. Auch die verwaisten Gepardenbabys müssen dort verweilen, denn bis jetzt ist es noch niemandem gelungen, diesen in der Gefangenschaft das jagen beizubringen. Bei unserem Besuch auf dem Gelände befand sich leider kein Gepard in der Klinik, doch sieben der Tiere leben in angrenzenden Umzäunungen und wir durften sie eine ganze Weile beobachten. Die Nackenhaare gestellt und fauchend näherten sich einige der Geparden und musterten uns, insbesondere die Kinder aufmerksam. Plötzlich kontrollierten wir den Zaun, ob auch ja kein Loch zu sehen war. Es war keines zu entdecken und auch die Stabilität des Zaunes überzeugte uns und so konnten wir nun ruhiger die Wildkatzen beobachten. Ein wunderschönes elegantes Tier, dass uns auch in der Gefangenschaft noch würdevoll erschien. Eine ganze Weile zogen uns die Geparden in ihren Bann und wir konnten uns kaum von Ihnen lösen.

Ein wunderschönes Tier…

Zur Institution gehört auch ein Museum über die Geschichte und Lebensweise der Geparden, wie auch über einen rücksichtsvollen Umgang mit ihnen. Mit vielen interaktiven Spielen war es auch für unsere Kinder spannend und spielerisch erfuhren wir viel Neues. Draussen lädt auch ein Spielplatz zum spielen ein und jedes der Spielgeräte stellt eine Eigenschaft der Geparden dar. Noch heute tauschen wir das Erfahrene und Erlebte aus und staunen immer wieder. So versucht zum Beispiel Nathan immer noch auf die gleiche Sprungweite wie ein Gepard zu kommen, doch 7m sind eine beinahe unüberwindbare Weite.

Damit die Organisation den Farmern auch eine Unterstützung im Umgang mit den Geparden sein kann, züchten sie Hirtenhunde und bilden diese aus. Die trainierten Hunde werden gratis an die Farmer abgegeben, damit diese in Zukunft auf die Nutztiere acht geben können und den Geparden keine Angriffsmöglichkeit mehr lassen. Dadurch werden nicht nur die Farmtiere geschützt, sondern auch die Geparden. Bei unserem Besuch waren die meisten Hunde bereits draussen mit den Ziegen am Arbeiten. Einige befanden sich jedoch mit Muttertieren und ihren Zicklein noch auf dem Gelände. Eines der Welpen schlossen wir sofort ins Herz und am liebsten hätten wir es mitgenommen. Doch da wir zum Glück keine Geparden bei uns in der Nähe haben und auch keine Ziegen unser Eigen nennen können, wäre der Hund arbeitslos geworden und so wünschten wir ihm nur eine erfolgreiche Karriere als Hirtenhund.

…solange es nicht aus einem Blechnapf essen muss

Als Abschluss und gleichzeitig als Höhepunkt warteten wir noch die Fütterung der Tiere ab. Doch wir wurden schwer enttäuscht. Die Geparden wurden in kleine Käfige geführt und ihnen wurde dort ein Blechnapf mit 2kg Eselsfleisch vorgesetzt. Dieses Bild war den Tieren so unwürdig, dass wir uns entfernten und die anderen Geparden in den grossen Gehegen nochmals besuchten um die Geparden stolz und wunderschön in Erinnerung zu behalten.

Arnhem Höhle

(Mirjam) Nach unserem obligaten Zwischenstopp in Windhoek besuchten wir die Arnhem Farm. Wir wurden von zwei Hunden freudig begrüsst, doch ansonsten tauchte niemand auf um uns willkommen zu heissen. Einer der Hunde war so gross und übermütig, dass er unseren Buben einen grossen Schreck einjagte und wir die erste Zeit damit verbrachten ihn in den Garten zu sperren. Leider kannte er die Schlupfwinkel sehr gut und immer wenn wir erfolgreich Entwarnung gaben, rannte er bereits wieder auf uns zu. Uns blieb nichts anderes übrig als unsere Buben auf unser Auto zu setzen, damit wir unser Zelt aufstellen konnten.

Im späteren Nachmittag tauchte Sidney auf, der Manager des Camps und begrüsste uns freundlich und hielt auch Chaka, den Hund anschliessend möglichst in seiner Nähe. So konnten sich unsere Buben immerhin für eine kurze Zeit frei bewegen, bevor ein Regenguss uns früh zu Bett schickte. Am nächsten Morgen machten wir uns mit Sidney auf den Weg zur Arnhem Höhle. Eine Höhle, die ungefähr 1930 von Deutschen entdeckt wurde. In den folgenden Jahren wurde Guano (Fledermauskacke) abgebaut und nach Deutschland verschifft. Der Guano wurde während dem zweiten Weltkrieg für Sprengstoff verwendet, später als Dünger auf den Feldern eingesetzt, bis der Transport zu teuer war und die Arbeit eingestellt wurde. Heutzutage ist die grösste Höhle in Namibia offen für Interessierte.

Fledermäuse wohin man schaut

Sidney, unser Führer brachte grosse Taschenlampen mit sich, die wir auch bald brauchten, denn bereits nach einigen Schritten in die Höhle hinunter wurde es stockdunkel. Der Weg wurde steiler und sandiger, so dass die Tritte sorgsam gesetzt werden mussten. Nach kurzer Zeit umgab uns ein Piepsen und Flattern und als der Strahl der Taschenlampe die Felswände absuchte, erblickten wir überall Fledermäuse. Einige hingen schlafend an den Felsen während andere sich durch unser Eindringen stören liessen und durch die Höhle flogen. Wir konnten vier verschiedene Arten von Fledermäusen ausfindig machen: Zwei kleinere Arten, von denen eine eher einer Maus ähnelte und zwei grössere Fledermausarten. Eine von diesen ernährt sich vom Blut der kleineren Säugetieren und weist ein angsteinflössendes Gebiss vor.

Nachdem wir uns duckend durch einen Tunnel noch weiter ins Innere vorgewagt hatten, konnten wir vor uns einen Schacht ausmachen, in dem es von Fledermäusen wimmelte. Wir stellten alle Taschenlampen ab und standen etwas ängstlich und doch freudig erregt im Dunkeln inmitten der fliegenden Fledermäuse. Sie flirrten an uns vorbei, wir fühlten den sachten Luftzug auf der Haut und hörten das Schwirren und Flattern der Flügel. Keine Einzige berührte uns, alle flogen in gewissem Abstand an uns vorbei, aber doch so, dass wir alle etwas Gänsehaut kriegten.

Keine Photomontage

Noch tiefer in der Höhle entdeckten wir das Überbleibsel des Abbaus, ein hölzerner Schacht und eine wegweisende Schnur befanden sich noch immer an Ort und Stelle. Inzwischen atmeten wir alle etwas oberflächlich, denn das Guano riecht sehr eigenartig, nicht zu sagen es stinkt. So waren wir alle froh, als wir durch die Höhlenöffnung das Sonnenlicht entdeckten und somit auch wieder frische Luft einatmen konnten. Wieder an der Erdoberfläche staunten wir ab unseren braunen Kleider und insbesondere den schmutzigen Händen. Im Höhleninnern waren wir so stark mit den Fledermäusen beschäftigt, dass wir den Schmutz, Staub und Sand nicht bemerkten. Die Hände waren schnell gewaschen, doch der Gestank in den Kleidern und Haaren begleitete uns noch eine Weile und erinnerte uns immer wieder an das Erlebte. Inzwischen ist der Gestank weg, doch unsere Gedanken gehen noch häufig zurück in die Höhle. Ein Erlebnis, dass der ganzen Familie in bester Erinnerung bleiben wird und wir nur weiter empfehlen können.

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