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just another blog from namibia – tagebuch von andreas und mirjam

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Kgalagadi Transfontier Park

Der Kgalagadi Transrontier Park umschliesst ein Gebiet in Südafrika und Botswana und grenzt direkt an Namibia an. Ursprünglich waren es zwei verschiedene Parks, doch vor einigen Jahren wurden die beiden Parks zusammengeschlossen um den Tieren einen grösseren und natürlicheren Lebensraum bieten zu können.

Während der Reiseplanung fanden wir es eine gute Idee noch einen weiteren Park zu erkunden, jetzt unterwegs waren wir uns nicht mehr so sicher. Im Etosha Nationalpark sahen wir wieder so viele Tiere, dass wir befürchteten nun eine Enttäuschung zu erleben.

Der Grenzübergang in Mata Mata klappte ganz gut und so befanden wir uns nun für einige Tage sozusagen im Niemandsland, da wir zwar aus Namibia ausgereist waren, aber noch in kein weiteres Land eingereist sind. Innerhalb des Parks wird überall darauf hingewiesen, dass Luft aus den Pneus gelassen werden sollte um die Umwelt und die Strassen zu schonen. Bei unserem ersten Ausflug stellten wir jedoch fest, dass es weniger um die Umwelt geht, viel mehr um die Fahrqualität für die Besucher. Die Strassen sind in einem schlechten Zustand und der Wellblechbelag hört nie auf, er wechselt höchstens zwischen schwach und stark gewellt. Zum Glück entdeckten wir bereits bei unserem ersten Rundgang durch den Park so viele Tiere, dass wir den Zustand der Strasse beinahe vergassen. Doch für die weiteren Parkbesuche liessen wir auf jeden Fall Luft ab und der Komfort nahm sofort zu.

Nun aber zu den Tieren: Zwischen den hohen Grashalmen entdeckten wir plötzlich grosse Ohren und beim genaueren hinsehen konnten wir vier Löffelohrenhunde ausmachen, die vergnügt am spielen und jagen waren. An einem Wasserloch faulenzten zwei Löwen, auf dem Rücken liegend streckten sie die Beine in die Höhe. Das Männchen hatte eine eindrückliche Mähne, im Vergleich zum Fell etwas dunkler und vorne über der Stirn sah es aus, wie wenn jemand mit der Schere ungekonnt die Haare zureckt gestutzt hatte. Etwas später präsentierten sich drei weitere Löwen, der Wind zerzauste ihre Mähnen und als der Regen einsetzte, verzogen sie sich missmutig im Gebüsch. In einem grossen Baum erspähten wir eine grosse Eule, die uns einäugig kurz musterte um bald darauf wieder einzuschlafen. Am folgenden Tag sassen 3 Eulen im Baum und wir konnten uns vom Anblick kaum lösen. In vielen weiteren Bäumen beschützten Geier ihre Brut, warteten auf Beute oder zogen ihre Kreise gegen den Himmel. Auch Adler entdeckten wir häufig und ihre Grösse und Eleganz beeindruckte uns immer wieder. Während unserem letzten Rundgang durch den Park wurden wir richtiggehend verwöhnt mit seltenen Tieren. Plötzlich kroch eine Cape Kobra vor unserem Auto über die Strasse und trotz dem ersten Schreck konnten wir sie lange beobachten. Etwas später entdeckten wir eine Puffotter am Strassenrand, nach längerer Pause verzog sie sich in einem nahe liegenden Strauch und die dort hausenden Vögel flogen aufgeregt piepsend drum herum. Und zu guter Letzt präsentierte sich uns noch ein Erdmännchen, die Suricate. Vorne auf der Klippe stand der Wächter aufrecht in Postur und überblickte die Weite in Erwartung einer Gefahr. Leider entdeckten wir seine Familie nicht, doch schon nur der Anblick einer Suricate ist uns unvergesslich.

Der Kgalagadi Transfontier Park hat uns wirklich verwöhnt und steht überhaupt nicht im Schatten des Etosha Nationalpark. Wir haben den Abstecher in vollen Zügen genossen und wenn Nathan nicht in seinem Kinderparkbuch alle Tiere vermerkt hätte, könnte ich wohl gar nicht mehr alle aufzählen. All die Zebras, Gnus, Springböcke und Giraffen habe ich nämlich noch nicht mal erwähnt.

Doch am meisten beeindruckt hat uns sicherlich die Suricate und speziell Nathan erwähnt die Erdmännchen noch häufig und hat neuerdings eine ganze Familie mit bei uns im Auto. Zum Glück sind Nathans Suricates sehr pflegeleicht, kriegen aber schnell und viel Nachwuchs. Wenn das nur gut geht!

Geburtstag auf der Düne

Ausblick vom Red Dune Camp

Ausblick vom Red Dune Camp

Die Farm Tranendal bietet einen Camping Platz direkt auf einer Düne an. Dieses Erlebnis wollten wir uns nicht entgehen lassen und es wurde auch tatsächlich ein unvergessliches Erlebnis. Bereits bei der Ankunft musterte der Farmer unsere Autos kritisch, meinte aber zuversichtlich: Doch, doch, wir lassen einfach etwas Luft aus den Pneus, dann sollte das schon gehen. Gesagt, getan; mit halbvollen Reifen tuckerten wir erst einige Kilometer durchs trockene Weideland bis die wunderschön rote Düne vor uns aufragte. Nach einigen Fahrtipps wagte Andreas die Auffahrt durch den tiefen weichen Sand. Und tatsächlich, bereits beim ersten Anlauf erreichte er den Campingplatz. Meine Eltern mussten bereits in der Hälfte des Anstiegs aufgeben und wieder rückwärts rutschen. Der Farmer übernahm das Steuer, doch auch er brauchte mehrere Anläufe um die Düne zu erreichen. Das Mietauto kam an seine Grenzen in diesem Sand und so dauerte das Wenden und Parkieren gegen eine Stunde. Schlussendlich verdankten wir es den Fahrkünsten des Farmers und der Unterstützung durch die Männer, dass unsere Autos sicher parkiert und bereit zum runter fahren waren. Da es mein Geburtstag war durfte ich mich mit einer Erfrischung unter einen Baum setzen und in meinem Geburtstagsgeschenk blättern. Die Autorin des Kochbuchs wollte nicht nur Rezepte aus Namibia zusammen tragen, sondern gleich auch einen Einblick in die Kultur ermöglichen. Durch dieses Buch zu schmökern in dieser weiten typisch namibischen Landschaft war ein unglaublich eindrücklicher Moment. Einen kurzen Ausschnitt aus diesem Buch möchte ich euch nicht vorenthalten (tut mir leid, aber es ist so poetisch geschrieben, dass ich mich nicht an eine Übersetzung wage):

„ The only way to be in Namibia is to be a part of it. That is how it works. You will see when you look around; the leathered skins, eyes that float toward the horizon mid-sentence, forever scanning the skies for signs of rain. So absorbed are we in this country that we cannot contemplate where the land stops and the people begin. Ironically, instead of seeking shelter from the elements, we spend our time chasing, embracing, breathing, learning, feeling and digesting them. Freshly baked earth, ferocious camel-thorn wood fires, the icy Atlantic and as much fresh air as anyone can eat in a lifetime – this are the main ingredients of Namibian cuisine. Maybe in other parts of the world people find their truths in different things. But Namibia is a tactile country and the connection to the land is too plausible to take for granted or ignore. We live with soil under our fingernails and the Southern Cross in our eyes. Eternally naive and yet wise beyond the fast pace of a modern world. This is how you will find the people of Namibia, the contrast as poignant as that which you will find between the natural wonders that make up Namibia. It is our common culture, our binding truth.“
My hungry heart
Notes from a Namibian kitchen

Während dem ich meinen Gedanken nach hing und in die rote Dünenlandschaft blickte, zauberten Andreas und meine Eltern mit den einfachsten Hilfsmittel und auf dem Feuer mein übliches Geburtstagessen hin: Bratkartoffeln, gedämpfte Tomaten und Kottelet mit in gewürzten Rotwein eingelegte Zwetschgen, Essigbirnen und eingelegte Apfelringe. Dies allein war ihnen nicht genug, ich wurde noch überrascht mit einer Quarktorte. Unterwegs stellte Andreas selber Quark her und ohne Kühlschrank und Mixer schaffte er es die Torte fest und kalt werden zu lassen. Mir lief bei all diesen Leckerbissen das Wasser im Mund zusammen und eines kann ich sagen: Mein Geburtstagsessen hat mir noch nie so gut geschmeckt. Dick eingepackt in warme Jacken und Decken liessen wir meinen 30. Geburtstag mit einem Glas Wein und natürlich einem leckeren Stück Quarktorte ausklingen. Doch der Wind wurde immer stärker und kälter, so dass wir bald in die warmen Schlafsäcke schlüpften und uns bereits wieder auf die wärmenden Sonnenstrahlen am nächsten Morgen freuten und ich mich auf ein weiteres Lebensjahr.

U si hei ta wie d’Affe…

Bereits bei unserer Ankunft im Naukluft Park wies uns der Parkwächter auf die Paviane hin und im Falle eines Problems sollten wir ihn sofort benachrichtigen. Wir schlugen seine Warnung in den Wind und freuten uns auf die Begegnung mit den Pavianen, so häufig bekommen wir diese nicht zu Gesicht. Doch nach den ersten beiden Tagen waren wir ganz enttäuscht: kein einziger Affe erblickten wir, noch nicht mal ein Affengebrüll kam uns zu Ohren. Am dritten Morgen genossen wir die ersten Sonnenstrahlen während dem Frühstück als plötzlich ein Pavian ganz in unserer Nähe auftauchte. Lautlos näherte er sich unserem Campingplatz und steuerte direkt auf das geöffnete Auto zu.

Unsere Freudensausrufe veränderten sich schnell in aufgeregte Schreie. Andreas und ich rannten zum Auto, doch der Affe konnte bereits einen ganzen Sack mit Spezialbrot ergattern. Mit unserem Herbeieilen konnten wir ihn erschrecken, so dass er den Sack wieder fallen liess. Doch eine Packung Dinkelknäckebrot fiel aus dem Sack auf den Boden und der Pavian sah seine Chance doch noch kommen: er rannte zurück, auf uns zu und schnappte das Knäckebrot zwischen unseren Beinen hindurch. Ich war so erschrocken, dass ich alles weitere wie durch einen Schleier wahrnahm.

Nun ging das Affentheater erst so richtig los. Von allen Seiten strömten die Paviane herbei und kämpften um die eine Packung Knäckebrot. Gnadenlos stritten sie miteinander, bissen, schlugen und fauchten, so dass uns die Haare zu Berge standen. Nathan flüchtete ins Auto und ehrlich gesagt, wäre ich ihm gerne gefolgt. Doch es galt noch unser Frühstück in Sicherheit zu bringen und eine gewisse Faszination löste das Kampfschauspiel auch aus.

Nun hatte ein vorwitziger junger Affe die übrig gebliebenen Knäckebrote erwischt und versuchte diese rasch in den Mund zu schieben. Doch weit kam er nicht, ein älterer Pavian versuchte ihm den Leckerbissen streitig zu machen und verfolgte ihn unbarmherzig. Die Verfolgungsjagd führte über den Bach und auf der anderen Seite den Felsen hinauf. Der junge Pavian erklomm die Felsfluh mit dem Knäckebrot in der einen Hand und einen Leckerbissen im Mund mit einer Leichtigkeit, dass uns Augen und Mund offen blieben vor staunen. Auch der ältere Pavian sah ein, dass er der Kürzere zog und trollte sich zu den Anderen zurück.

Während diesem Spektakel vergassen wir unser Auto zu schliessen und so wurden wir ein weiteres Mal angegriffen. Andreas reagierte schnell und bespritzte den Pavian mit Wasser. Doch der Affe sah all die Leckerbissen und liess sich nicht einschüchtern. Erst als er einen Sack Cornflakes ergatterte, flüchtete er mit seiner Beute davon.

Nun hatten wir mehr als genug von unserem Frühstück geopfert und so baten wir den Parkwächter um Unterstützung. Doch die Affen fühlten bereits die nahende Gefahr und waren bei der Ankunft des Wächters bereits über alle Berge. Der Schreck steckte uns noch lange in den Knochen und nur langsam beruhigten wir uns wieder und beendeten unser Frühstück. Unser Gesprächsthema drehte sich den ganzen Tag, wie auch an den folgenden Tagen häufig um die angriffslustigen Paviane. Eines ist sicher, diesen Platz und die Attacken werden wir so schnell nicht vergessen.

Abschied

How lucky we are that saying goodbye is so hard. – Wie glücklich sind wir, dass Abschied nehmen so schwierig ist.

Dieser Spruch gewann für uns in den letzten Wochen sehr viel Bedeutung. Der Abschied von Elim, von all unseren Freunden, Bekannten und Nachbarn, wie auch von unserer Arbeit fiel uns sehr schwer. Dieser Abschied erschien uns so definitiv. Auch falls wir in den nächsten Jahren wieder zurückkommen werden nach Namibia, wir werden nur noch Touristen sein, wie so viele Andere auch. Der Kontakt zu unseren neu gewonnenen Freunden zu pflegen wird schwierig sein, denn obschon Handys weit verbreitet sind, ist doch häufig gegen Ende Monat kein Guthaben mehr verfügbar und obwohl Internet und Email an Bedeutung gewinnen, benutzen es doch die Wenigsten regelmässig. Doch nebst all dem Schwierigen, das dieser Abschied mit sich brachte, empfinden wir es auch als grosses Geschenk, dass uns der Abschied so schwer fällt. Dies zeigt uns auf, wie lieb gewonnen wir unser Zu Hause in Elim haben und wie viel uns unsere Mitmenschen in Namibia bedeuten. Es ist ein gutes Gefühl, dass der Abschied aus Elim uns so schwer fällt.

Puzzle

Bei unserem Schlussverkauf war unter anderem auch ein Kinderpuzzle mit ca. 30 Teilen zu erstehen. Doch Puzzles sind den Ovambos eher unbekannt und so blieb das Puzzle unbeachtet liegen. Glücklicherweise fiel es jemandem auf den Boden und Nathan eilte herbei um es wieder zusammen zu setzen. Mit staunenden Blicken wurde Nathan beobachtet und vorsichtig wagten sich auch unsere Bekannten mal hie und da einen Tipp abzugeben. Kurz darauf weilten alle Anwesenden um das Puzzle herum und versuchten die Teile wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Als dies gelang klatschten alle Beteiligten und der Stolz zeigte sich auf ihren Gesichtern. Eine Mitarbeiterin der Schule erstand nun das Puzzle. Den ganzen Nachmittag nach Schulschluss brüteten alle Schulangestellten über dem Puzzle mit voller Unterstützung von den Passanten. Kaum einer ging vorbei ohne einen Tipp abzugeben oder selber ein Puzzleteil in die Hand zu nehmen und es am richtigen Ort zu platzieren. Selten habe ich es erlebt, dass Puzzle zusammenzusetzen so viele Menschen aufs Mal begeistern kann.

Fernseher und Mikrowelle

Da keine direkten Nachfolger in unser Haus einziehen, mussten wir all unser Hab und Gut irgendwie loswerden. Ausgenommen davon sind natürlich all die Dinge die uns am Herzen liegen und somit mit uns in die Schweiz zurückkommen. Eigentlich hätten wir einen so genannten Garagenverkauf lieber umgangen, aber es war die einzige angepasste Lösung. Die Information „zu verkaufen“ machte schnell die Runde und so tauchten bald die Mutigsten auf um sich zu erkundigen, welche Gegenstände denn zu haben seien. Als unsere Freunde und Nachbarn erfuhren, dass wir keinen Fernseher und keine Mikrowelle haben, löste dies einiges Kopfschütteln aus. Die enttäuschten Gesichter hellten sich jedoch schon bald wieder auf als sie vom Verkauf des Kochherds, des Bügeleisens und des Geschirrs erfuhren. Kurz vor Beginn unseres Schlussverkaufs drängelten sich die Schnäppchenjäger vor unserem Tor um auch ja die Ersten zu sein. Im Nu wechselten die begehrtesten Gegenstände Besitzer. Bei anderen Utensilien, wie etwa dem Stabmixer brauchte es einige Erklärungen von uns bis den möglichern Käufern die Anwendung klar war. Am Ende des Nachmittags gähnte jedoch eine Leere in unserem Haus und führte uns nun klar vor Augen, dass unser Aufenthalt in Elim rasant dem Ende zu ging.

CSI im Alltag

Bereits seit längerer Zeit sind Andreas und ich praktisch süchtig nach CSI (Crime Scene Investigation). CSI ist eine Serie, die bereits seit 9 Jahren ausgestrahlt wird und international Anhänger gefunden hat. Ein Team der Spurensicherung von Las Vegas löst seine Mordfälle, Selbstmorde, Überfälle und andere Gewaltverbrechen indem es Beweise am Tatort und Umgebung genau studiert und auswertet.

Fall für Fall vermag uns diese Serie tiefer in den Bann zu ziehen und häufig rätseln wir noch tagsüber, ob dieser oder jener nun der Schuldige ist oder doch unschuldig und einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Inzwischen vertiefte sich auch unser Wissen, wie nach einem Verbrechen der Tatort zu schützen ist, um möglichst frische Spuren sammeln zu können und dadurch klare Beweise zu entdecken.

Doch all dieses Wissen brachte uns vor einigen Wochen wenig. Mitten in der Nacht zerbrach ein Fenster in unserem Schlafzimmer. Wir vermuteten die Temperaturunterschiede seien die Ursache, wischten die Scherben kurz zusammen und legten uns wieder schlafen. Am folgenden Morgen entdeckten wir jedoch ein Beweisstück, dass uns eine andere Ursache aufzeigte. Ein grösserer Stein lag vor dem kaputten Fenster im Garten und ein kleineres abgebrochenes Stück lag im inneren Teil des Hauses.

Uns ist nun klar, dass jemand die Scheibe bewusst eingeschlagen hat. Doch da wir keine Fingerabdrücke und weitere Beweise sammeln und auswerten können, überlassen wir dies auch weiterhin dem Team in CSI und halten uns an der Hoffnung fest, dass es in unserem Fall nur ein einmaliger “Bubenstreich” war.

Ein Fall für die Spurensicherung…

Rettungsaktion

Die Kükenschar, die wir seit ihrem Schlüpfen täglich beobachteten, schrumpfte zwar beträchtlich, aber die Verbliebenen entwickelten sich prächtig.

Bis eines Tages die Henne mehr Interesse am Hahn zeigte als an ihrem Nachwuchs. Stunden später pickte sie ihre Küken solange, bis diese begriffen, dass ihre Mama nicht mehr für sie sorgen wollte. Die 9 übrig gebliebenen Küken streunten piepsend durch unseren Garten, auf der Suche nach etwas Schutz und Unterstützung bei der Futtersuche. Wir beobachteten die Szene während zwei Tagen und hofften, die Henne würde ihre Meinung ändern und sich wieder um ihre Jungen kümmern. Doch dem war nicht so, sie bereitete sogar ein neues Nest her und legte fleissig Eier. Die 9 Küken sahen inzwischen erbarmungswürdig aus. Wir konnten es nicht mehr mit ansehen und fütterten ihnen etwas Reis. Sie stürzten sich auf die Körner und im Nu war alles verschwunden. Zum ersten Mal seit einigen Tagen konnten wir anschliessend die Geschwister wieder beim Ausruhen und der Pflege des Federkleids beobachten. Nun scheint es, dass uns die Küken als neue Mama adoptiert haben. Sie laufen uns auf Schritt und Tritt nach, fressen uns aus der Hand und kaum sind sie wieder hungrig hören wir ihr Piepsen vor der Türe. Als ganze Familie geniessen wir die Unterhaltung und Zuwendung durch die Küken gerade sehr, denn das Abschied nehmen und Packen fordert uns ansonsten viel ab.

So ist allen geholfen: Die Küken müssen nicht mehr um ihr Überleben kämpfen und wir können immer wieder kurz den Abschiedsstress vergessen.

Endlich essen ohne Stress…

Hühnerkampf

Da unsere Hühnerschar seit längerem auf eine unübersichtliche Grösse angewachsen ist, werden die Schlafplätze für die Hühner langsam knapp. Einer der beliebtesten Plätze ist unser Guavebaum; seine Äste sind ziemlich waagrecht gewachsen und daher eignet er sich wunderbar für die Hühner zum übernachten. Doch so gross ist der Baum nun auch wieder nicht und daher können wir jedem Abend einem Hühnerkampf zwischen ca. 20 Hühner beobachten. Die flugstarken Hühner sind klar die Sieger und dürfen auf den obersten Ästen schlummern, während dem die Verlierer sich am Boden einrichten müssen. Zu unserem grossen Erstaunen muss sich auch unser einziger Hahn immer wieder an diesem Kampf beteiligen und ergattert längst nicht immer den höchsten Schlafplatz. Zum Glück haben wir unser Bett auf sicher und müssen nicht jeden Abend um die bequemste Matratze kämpfen.

Geschafft….

Vom Ei zum Huhn

Langes Warten…

Unsere Hühnerschar, von der niemand mehr weiss wem sie eigentlich nun gehört, wächst stetig. Inzwischen streiten sich um die 50 Hühner während den Fütterungszeiten um die Körner. Unser eifrigstes Lege und Brut Huhn schuf sich direkt an unserem Zaun unter einer jungen Palme ein Nest und brütete während drei Wochen ihre 16 Eier. Wir beobachteten sie täglich und fragten uns immer wieder aufs Neue, von was genau sich die Henne ernährt. Ein einziges Mal konnten wir das Huhn bei einem Sandbad beobachten und anschliessendem Körner picken. Ansonsten hockte sie tage- und nächtelang über ihren Eiern. Bis es endlich soweit war: Eines Morgens entdeckten wir die ersten zwei Küken, die neugierig unter Mamas Federn hervor schauten. Kurz darauf wagte die Henne mit ihren 15 Küken den ersten Ausflug unter der Palme hervor. Es schien uns, wie die glückliche Henne ihre Schar uns stolz präsentierte und wir taten ihr den Gefallen gerne und bestaunten die flauschigen Küken voller Hingabe. Inzwischen ist die Schar auf 14 Küken geschrumpft, doch von ihrer Niedlichkeit haben sie noch nichts verloren. Dies hilft auch über all die Hühnerkacke im Garten hinweg zu sehen!

… wird belohnt.

Sind wir nicht süss?

Wir auch.

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