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	<title>namibia » tagebuch</title>
	
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	<description>just another blog from namibia - tagebuch von andreas und mirjam</description>
	<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 13:44:15 +0000</pubDate>
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		<title>grau, trist, deprimierend…</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 13:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Für einige von euch erscheint dieses Bild vielleicht etwas eintönig, eher langweilig. Für uns hingegen ist es ein lang ersehntes Bild, bringt es doch den lang erwarteten Regen mit sich. 
Bereits seit einigen Tagen sammelten sich die Wolken, wurden schwerer und grauer, erste Donner waren hörbar, der Wind frischte auf und nun endlich heute Morgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für einige von euch erscheint dieses Bild vielleicht etwas eintönig, eher langweilig. Für uns hingegen ist es ein lang ersehntes Bild, bringt es doch den lang erwarteten Regen mit sich. 
Bereits seit einigen Tagen sammelten sich die Wolken, wurden schwerer und grauer, erste Donner waren hörbar, der Wind frischte auf und nun endlich heute Morgen entluden sich die Wolken ein wenig und erste Regenschauer prasselten nieder. Die Regenmenge war nur klein und die Pflanzen und Tiere können sich noch nicht erfreuen über frisches Trinkwasser, doch für uns war es eine immer willkommen Abwechslung, die die schwül heisse Luft abkühlte. 
<img src="http://namibia.mycvs.org/wp/wp/wp-content/uploads/2008/11/regen.jpg" class="inline left border" /></p>
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		<title>Elimer - So ein Käse…</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 18:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Ist es Langeweile, oder Freude am Ausprobieren? Wir wissen es selber nicht. Auf jeden Fall haben wir uns schon längere Zeit darüber geärgert, dass die namibische Hitze der Frischmilch regelmässig den Garaus macht. Anlässlich Mirjams Geburtstag mit der obligaten Quarktorte machte ich mich schlau und fand eine Möglichkeit, ohne Lab eine Art Quark herzustellen. Dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es Langeweile, oder Freude am Ausprobieren? Wir wissen es selber nicht. Auf jeden Fall haben wir uns schon längere Zeit darüber geärgert, dass die namibische Hitze der Frischmilch regelmässig den Garaus macht. Anlässlich Mirjams Geburtstag mit der obligaten Quarktorte machte ich mich schlau und fand eine Möglichkeit, ohne Lab eine Art Quark herzustellen. Dazu musste ich die Milch einfach nur stehen lassen bis sich ein schöner Bruch bildete. Obschon etwas säuerlicher als Quark konnte man das Proddukt in den meisten Fällen verwenden. </p>

<p>Nach etlichen Quarktorten wollte ich etwas Neues ausprobieren. Schon länger hatte ich mich gefragt, ob sich dieser Quark zu Käse weiterverarbeiten liesse. Nach einigem Ausprobieren wurde das Spätzlesieb, eine Dose Thon und ein Backstein zum improvisierten &#8220;Prässel&#8221;. Etwas entäuscht war ich schon, als ich das Endprodukt verglich mit den anfänglichen 2 Litern Milch. Aber auf jeden Fall sah das weisse Ding aus wie ein Frischkäse. Nach ein paar Tagen Lagerung abwechselnd im Salzbad und im Kühlschrank wagten wir uns daran, dieses Ding zu probieren, und siehe da, es erinnerte nicht nur an Käse, es war Käse.</p>

<p><a rel="lightbox" href="http://namibia.mycvs.org/wp/wp/wp-content/uploads/2008/11/kaese_g.jpg"><img src="http://namibia.mycvs.org/wp/wp/wp-content/uploads/2008/11/kaese_k.jpg" class="inline left border" alt="Der erste Elimer"/></a></p>
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		<title>Zertifikat für (gutes) Benehmen</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 12:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit wir auch nächstes Jahr legal in Namibia arbeiten können, muss ich meine Arbeitsbewilligung und die Visa für alle Familienmitglieder verlängern lassen. Uns wurde mitgeteilt dass wir unter anderem ein local police clearance form mit Fingerabdrücken einsenden müssen. Es sollte keine grosse Sache sein, dies zu bekommen. Gesagt, getan. 

Nachdem ich in Oshakati auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit wir auch nächstes Jahr legal in Namibia arbeiten können, muss ich meine Arbeitsbewilligung und die Visa für alle Familienmitglieder verlängern lassen. Uns wurde mitgeteilt dass wir unter anderem ein <em>local police clearance form</em> mit Fingerabdrücken einsenden müssen. Es sollte keine grosse Sache sein, dies zu bekommen. Gesagt, getan. </p>

<p>Nachdem ich in Oshakati auf der Polizeistation trotz den unzähligen das richtige Büro gefunden hatte, erklärte ich was ich wollte und erhielt eine unmotivierte Antwort, dass das N$30 koste und ich eine Kopie des Passes oder meiner ID mitliefern müsse. Nun gut, ich machte mich auf den Weg in die Apotheke, denn Kopien macht man bei uns am Besten dort.</p>

<p>Kurze Zeit später klopfte ich wieder bei der Polizei an. Mir wurde ein Formular ausgehändigt mit dem ich zu einem Leonard geschickt wurde. Diesen würde ich draussen unter dem grossen Baum finden. Dort war er aber nicht, aber nach kurzem herumfragen wurde ich wieder zurück ins Gebäude geschickt, wo mir ein Mann von einer Werkbank her zuwinkte. </p>

<p>Als ich näher trat wurde mir bewusst, was mich erwartete: Die Finger alle schön einschwärzen und aufs Papier drücken. Somit wurde jeder Finger einzeln eingefärbt und aufs Papier gedrückt, natürlich nicht selber, sondern ich durfte einfach meine Hand ausstrecken und alles ging fremdgesteuert weiter. Einmal war aber nicht genug. Beim zweiten Mal wurde die ganze Hand eingefärbt und ich konnte sie aufs Papier klatschen, dann noch beide Daumen.</p>

<p>Nach getaner Schmiererei gab mir der Beamte einen Spachtel voll Seife und zeigte mir den Gartenschlauch im Innenhof, wo ich die Hände abspülen konnte. Ich staunte nicht schlecht, als mir eine Angestellte die Hände abspülte. Die Farbe war von besserer Qualität als die Seife und so lief ich trotz eifrigem Händewaschen den ganzen restlichen Tag mit geschwärzten Händen herum.</p>

<p>Zurück im Polizeibüro nahm ich an, dass ich kurz davor war, das gewünschte Formular in den Händen zu halten. Meine Stimmung heiterte sich auf und ich liess mich auf einen Schwatz mit den anwesenden Beamtinnen ein. Als ich sagte, dass ich aus der Schweiz sei, erhielt ich einen spontanen Heiratsantrag der wohl mehr mit meinem Herkunftsland als mit mir zu tun hatte. Nachdem ich ihr meinen Zivilstand erklärte und darauf hinwies, dass Scheinheirat in der Schweiz mittlerweile hart bestraft werde, verlor sie das Interesse, ebenfalls ziemlich spontan.</p>

<p>Die Beamtin, die mein Dokument bearbeitete wies in einem Nebensatz darauf hin, dass ich in 6 Monaten wieder vorbeikommen sollte, um das gewünschte Dokument abzuholen. Da in einem halben Jahr unser Visum längst abgelaufen sein wird, ergriff mich leichte Panik. Auf Nachfrage erklärte mir die Frau, dass ich die Fingerabdrücke auch direkt per Kurier nach Windheok schicken könne. Ich meinte natürlich ans <em>Home Affairs</em>, welches unsere Visa ausstellt, musste mich aber belehren lassen, dass die Polizei in Windheok ein <em>certificate of conduct</em> ausstellen würde, welches wiederum nach Oshakati geschickt würde, damit ich es wieder ins 800km entfernte Windheok schicken kann. Das &#8220;Zertifikat für (gutes) Benehmen&#8221; ist wohl dasselbe wie ein Strafregisterauszug in der Schweiz, deshalb benahm ich mich ganz anständig. Die Panik nahm etwas ab, als ich erfuhr, dass ich in 3 bis 4 Wochen wieder kommen könnte, um das Dokument abzuholen. Wir werden sehen.</p>

<p>Einen bleibenden Eindruck hinterliess die Menge an Angestellten, die für zum Teil einzelne Aufgaben zuständig sind, wie zum Beispiel Hände abspülen oder fürs Daraufhinweisen, dass man bitte nicht über den offenen Elektroschacht gehen solle, sondern in grossem Bogen darum herum. Aus Schweizer Sicht erscheint das ineffizient und als Verschleuderung von Steuergeldern, in Anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit und des tiefen Lohnniveaus macht das aber hier ganz ordentlich Sinn. </p>
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		<title>Die Kehrseite eines Bankenzusammenbruchs</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 06:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Neben all den gravierenden Nachteilen, die ein Zusammenbrechen der Schweizerischen Grossbanken nach sich ziehen würde gibt es auch ganz klar etwas daran, das wünschenswert wäre. Menschen, oder wohl eher Menschenverächter wie unser grosser Nachbar Röbi Mugabe (der übrigens gerne Bananen isst, so der afrikanisch diplomatische Weg, ihn zu beleidigen) verlören Knall auf Fall all ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben all den gravierenden Nachteilen, die ein Zusammenbrechen der Schweizerischen Grossbanken nach sich ziehen würde gibt es auch ganz klar etwas daran, das wünschenswert wäre. Menschen, oder wohl eher Menschenverächter wie unser grosser Nachbar Röbi Mugabe (der übrigens gerne Bananen isst, so der afrikanisch diplomatische Weg, ihn zu beleidigen) verlören Knall auf Fall all ihre Millionen und Milliarden die sie auf Schweizer Banken horten. Damit würde ihnen ein wichtiges Mittel genommen, ihre Diktaturen, die systematische Missachtung der Menschenrechte und Unterdrückung ihres eigenen Volks weiterzuführen. Obwohl eher ungeplant, würden die Banken zu Entwicklungshelfern wider Willen, deren (vernichteten) Milliarden ganz sicher einiges an positiver Veränderung bewirkten. </p>
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		<title>Spendenfreude trotz Finanzkrise</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 19:30:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Wochen zeigte mir einer meiner Lehrkräfte eine Software aus den USA, mit der sich einfach und schnell qualitativ hochstehende Mathematik Arbeitsblätter mit Lösungen erstellen lassen. Leider hatte er nur eine Demoversion, die nach zwei Wochen nicht mehr funktionierte. Er war hell begeistert und gleichzeitig enttäuscht, da er wusste, dass die Software niemals von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen zeigte mir einer meiner Lehrkräfte eine Software aus den USA, mit der sich einfach und schnell qualitativ hochstehende Mathematik Arbeitsblätter mit Lösungen erstellen lassen. Leider hatte er nur eine Demoversion, die nach zwei Wochen nicht mehr funktionierte. Er war hell begeistert und gleichzeitig enttäuscht, da er wusste, dass die Software niemals von der Schule bezahlt werden könnte. Sein Enthusiasmus steckte mich an und ich versprach ihm, mich umzuschauen und eine bezahlbare Lösung zu finden. In meiner Arbeit sehe ich es als einen der Schwachpunkte an, dass die Schüler zu wenig und zu wenig abwechslungsreiche Aufgaben vorgesetzt bekommen. Der betreffende Lehrer hat seinen Schülern deutlich mehr &#8220;gefüttert&#8221; dank dieser Möglichkeit.</p>

<p>Gestern habe ich dem Software Entwickler unsere Situation geschildert und die geringe Kaufkraft des Namibia Dollars gegenüber dem US$ erwähnt. Prompt kam die Antwort, er sei 2 Jahre als Peace Corps Volunteer in Kamerun gewesen und könne sich einigermassen vorstellen, wie die Schulen finanziell eng durch müssen. Nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass ich die Software für 10 Schulen möchte, gab er sie mir gratis. Immerhin US$2000 einfach so verschenkt, und dies in einer Zeit, in der die Banken nur so einstürzen wie Kartenhäuser.</p>

<p>Falls jemand Interesse hat an dieser Software: Infinite Algebra von Kuta Software - <a href="http://www.kutasoftware.com/">http://www.kutasoftware.com/</a></p>
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		<title>Frisur des Monats</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 20:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Brauchst du einen billigen, natürlichen Schattenspender für deinen Kopf, aber nicht vom Chinaladen? Simon Paulus aus Omuthiya im Norden Namibias weiss wie&#8230;<a href="http://namibia.mycvs.org/wp/wp/wp-content/uploads/2008/10/unknown.jpeg" rel="lightbox"><img src="http://namibia.mycvs.org/wp/wp/wp-content/uploads/2008/10/unknown.jpeg" alt="" title="unknown" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-316" /></a></p>
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		<title>Arbeiten im Elfenbeinturm - Bürokratie Teil 3</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Oct 2008 17:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Kurz nachdem unser Sohn geboren war, suchte Andreas das Zivilstandesamt in Oshakati auf um eine Geburtsurkunde für Timon Iipumbu zu bestellen. Die zuständige Angestellte verweigerte diese jedoch mit der Begründung, dass Timon mit dieser Urkunde automatisch Namibier wird. Sie stellte jedoch eine Geburtsbestätigung aus und wir vertrauten ihr, somit das richtige Dokument in der Hand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz nachdem unser Sohn geboren war, suchte Andreas das Zivilstandesamt in Oshakati auf um eine Geburtsurkunde für Timon Iipumbu zu bestellen. Die zuständige Angestellte verweigerte diese jedoch mit der Begründung, dass Timon mit dieser Urkunde automatisch Namibier wird. Sie stellte jedoch eine Geburtsbestätigung aus und wir vertrauten ihr, somit das richtige Dokument in der Hand zu halten. Auf Nachfrage beim Schweizerischen Konsulat in Kapstadt erfuhren wir jedoch, dass diese Bestätigung nicht ausreicht. Der Honorarkonsul in Windhoek meinte jedoch das reiche aus, der Informationsstand in Kapstadt sei veraltet. Tja, wer hatte wohl nun recht? 
Wir vertrauten der Meinung, die uns vor weiterer Arbeit schützte und schickten die Bestätigung an die Botschaft in Kapstadt. Unsere Hoffnung, dass die Geschichte somit erledigt ist wurde bald zunichte gemacht, denn die Bestätigung kam zurück mit der Aufforderung doch bitte eine Geburtsurkunde aufzutreiben.</p>

<p>Der zweite Gang auf das Zivilstandesamt wurde unausweichlich nur um eine weitere Absage zu erhalten. Nun versuchten wir es in Windhoek, dem Hauptbüro des Zivilstandesamtes. Die Auskunft dort liess uns wieder hoffen, denn es sei klar, dass wir eine Geburtsurkunde für unseren Sohn erhalten werden. In Windhoek könne diese aber nicht ausgestellt werden, da Timon im Norden Namibias geboren sei. Zurück auf dem Amt in Oshakati verlangte Andreas den Chef zu sprechen. <em>Mr. T</em> wie er sich nennt, zeigte sich relativ verständnisvoll, weigerte sich jedoch immer noch die Geburtsurkunde auszustellen. Er vertraue den Leuten in Windhoek nicht (immerhin seine Chefs) und brauche mehr als diese Meinung um ihm den Rücken zu decken, falls er uns diese Urkunde ausstelle. Nun waren wir wieder am Zug und fragten beim Botschafter an, ob er uns eine Bestätigung schreiben könne, dass wir keinen namibischen Pass für Timon möchten, sondern das Dokument benötigen um Timon in der Schweiz zu registrieren und einen Schweizer Pass beantragen zu können. Doch der Botschafter verneinte diese Anfrage per email. Seine Begründung lautete wie folgt: </p>

<blockquote>
  <p>&#8220;Gemäss internationalen Gepflogenheiten und Abkommen führt jedes Land Geburtsregister und erstellt Auszüge daraus, unabhängig der Nationalität und Aufenthaltsstatus des Gesuchsstellers. Eine Bestätigung kann aus diesem Grunde nicht in der gewünschten Form gemacht werden.&#8221;</p>
</blockquote>

<p>Da auch dieser Weg sich als Sackgasse heraus stellte, versuchten wir einen weiteren Weg. Wir fragten alle uns bekannte Namibier, ob sie einen höheren Angestellten auf dem Zivilstandesamt kennen. Tatsächlich kannte der Chef von Andreas jemanden der mit der obersten Chefin im Exil war. Doch auch dieser Weg versandete, denn die Chefin befand sich ausserhalb des Landes, und alle anderen hatten nicht den Mut oder die Kompetenz, ein Machtwort zu sprechen.</p>

<p>Wir versuchten es erneut beim Konsulat in Kapstadt, dieses Mal per Telefon. Sobald ich meinen Namen erwähnte, wurde ich sogleich mit dem Konsul höchstpersönlich verbunden. Dieser liess mich nicht ausreden und erklärte mir erneut, er dürfe, könne und werde mir die erwünschte Bestätigung nicht schreiben, es sei nicht seine Schuld, dass wir an so einem primitiven Ort wohnen. Ich schluckte drei mal leer, versuchte weiterhin freundlich zu bleiben, da ich in der Position des Bittstellers war. Auf meine Frage hin, was für Möglichkeiten wir denn jetzt noch ausschöpfen könnten, meinte er, vielleicht sei es besser wenn wir in Namibia bleiben. Inzwischen stimmte ich dem wirklich zu, dennoch versuchte ich es nochmals, ob es denn im schlimmsten Fall einen Expresspass gibt, den wir beantragen können. Da meinte der Botschafter kurzerhand, nein solche Möglichkeiten gibt es nicht, wir sollten unseren Sohn halt in Oshakati lassen. Soviel zum Thema Schweizer Diplomatie, ich auf jeden Fall hatte genug davon und hängte den Hörer auf.</p>

<p>Timon war inzwischen 2 Monat alt und wir hatten die Nase gestrichen voll. So schilderten wir das ganze Prozedere dem Bernischen Zivilstandsdienst und erbaten uns Unterstützung aus der Schweiz. Eine Antwort erhielten wir nicht, dafür rief der Namibische Honorarkonsul kurz darauf an um unsere Details und diejenigen des Zivilstandesamtes in Oshakati einzuholen. Er habe den Auftrag erhalten uns eine Bestätigung zu schreiben. Am nächsten Tag hielten wir den lang ersehnten Brief in den Händen und machten uns augenblicklich auf den Weg zu <em>Mr. T</em>. Dieser zeigte sich nicht sonderlich erfreut uns wieder zu sehen und betrachtete die Bestätigung kritisch. Wir sollen am Montag wieder kommen, denn Donnerstags und Freitags werden keine Geburtsurkunden ausgestellt, aber am Montag werde sie abholbereit sein.</p>

<p>Vorsichtig geworden, riefen wir Montags früh auf das Zivilstandesamt an bevor wir uns auf den Weg dorthin machten. Tatsächlich, das Dokument war noch nicht ausgestellt und <em>Mr. T</em> nicht im Büro. Andreas erreichte ihn übers Handy und erhielt die Auskunft, dass er zuerst noch mit Windhoek Kontakt aufnehmen müsse, bevor er unser erwünschtes Dokument ausstellen könne. Nun platzte uns langsam aber sicher der Kragen und wir schalteten wieder mal den Chef von Andreas ein. Dieser telefonierte sofort mit <em>Mr. T</em> und verabredete sich mit ihm am Mittwoch. Gesagt, getan, Andreas und Hans trafen bereits vor acht Uhr auf dem Zivilstandesamt ein um auch ja die Ersten zu sein, die zu Mr. T vorgelassen wurden. Nach der obligaten Wartezeit wurden sie empfangen und nach längerem Gespräch überwand sich Mr. T zerknirscht doch noch dazu die Geburtsurkunde für Timon auszustellen.</p>

<p>Nach zweieinhalb Monaten waren wir tatsächlich Besitzer einer Geburtsurkunde für Timon Iipumbu Richard.
Nun ist das Dokument unterwegs in die Schweiz um Timon dort zu registrieren. Sobald dies geschehen ist, dürfen wir das Passantragsformular ausfüllen und auch dieses wiederum in die Schweiz senden, so dass wir Timon doch noch mit zurück in die Schweiz nehmen dürfen. Auch wenn es dem Konsul in Kapstadt anscheinend egal gewesen wäre, wenn es anders gekommen wäre.</p>

<p>Ende gut, alles gut - hoffentlich.</p>
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		<title>Neues Design - Teil 2</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 06:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das neue Erscheinungsbild ist noch nicht ganz definitiv, deshalb kann es sein, dass es jeden Tag etwas anders aussieht. Falls du Probleme hast beim korrekten Darstellen des blogs bitte einen Kommentar verfassen mit:


Genauer Schilderung des Problems
Verwendetem Betriebssystem
Verwendetem Browser und Version (zum Bsp. Opera 5.25)

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Erscheinungsbild ist noch nicht ganz definitiv, deshalb kann es sein, dass es jeden Tag etwas anders aussieht. Falls du Probleme hast beim korrekten Darstellen des blogs bitte einen Kommentar verfassen mit:</p>

<ul>
<li>Genauer Schilderung des Problems</li>
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		<title>Namensänderung oder Bürokratie Teil 2</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 06:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mirjam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>

		<category><![CDATA[Wir vier]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter den Ovambos ist es üblich, dass ein Neugeborenes noch keinen eigenen Namen trägt bis etwa im Alter von 2-6 Wochen. Der Vater oder ein männlicher Verwandter von ihm ist zuständig für die Namenswahl und versucht einen möglichst passenden Namen für das Baby zu finden. Relativ viele Kinder werden nach dem Geburtstermin oder entsprechenden Ereignissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter den Ovambos ist es üblich, dass ein Neugeborenes noch keinen eigenen Namen trägt bis etwa im Alter von 2-6 Wochen. Der Vater oder ein männlicher Verwandter von ihm ist zuständig für die Namenswahl und versucht einen möglichst passenden Namen für das Baby zu finden. Relativ viele Kinder werden nach dem Geburtstermin oder entsprechenden Ereignissen benannt: &#8220;Uusiku&#8221; zum Beispiel bedeutet während der Nacht geboren oder &#8220;Ekandja&#8221; meint, während der grossen Flut geboren. Eine weitere Möglichkeit einer Namenswahl ist, dem Kind einen Namen nach jemandem zu geben, der einem viel bedeutet oder der Familie nahe steht. </p>

<p>Diese zweite Möglichkeit wählten wir auch für unseren Zweitgeborenen. Bei der Geburt erhielt er den von uns ausgelesenen Namen &#8220;Timon&#8221; und einige Wochen später gaben wir ihm einen zweiten Namen nach unserem Stellvertretenden Schulleiter, mit dem wir gut befreundet sind. Da wir bereits eine Geburtsbestätigung ausfüllen liessen mit nur einem Namen, machten wir uns auf den Weg zum Zivilstandesamt in Oshakati um auch den zweiten Namen &#8220;Iipumbu&#8221; eintragen zu lassen. Die zuständige Angestellte meinte, dies sei überhaupt kein Problem, sie müsse nur ein neues Dokument ausfüllen und es koste N$ 30.-. Als das Dokument ausgefüllt war, all die Unterschriften und Stempel mit dem richtigen Datum drauf waren, wollte sie das Geld einziehen. Da sie jedoch das Quittungsbuch nicht finden konnte, meinte sie leichthin: &#8220;Macht nichts, ist schon okay so. Wünsche noch einen schönen Tag&#8221;. Das ging ja problemlos.</p>

<p>Ermutigt durch diese schnelle und unbürokratische Lösung, entschieden wir uns auch für unseren älteren Sohn einen Zweitnamen zu beantragen. Dies liess sich aber nicht in Namibia erledigen, da er in der Schweiz geboren war und bereits dort registriert ist. Die Schweizer Behörde macht ihrem Namen auch in diesem Belangen alle Ehre, denn die Namenserweiterung musste per Gesuch beantragt werden, über die Botschaft in Kapstadt, die es dann weiter reichte in die Schweiz. Die Begründung des Gesuchs durfte nicht auf persönlichen Wünschen basieren, wie uns mitgeteilt wurde:</p>

<blockquote>
  <p>«<strong>G</strong>emäss Art. 30 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) kann die Regierung des Wohnsitzkantons einer Person die Änderung des Namens bewilligen, wenn dafür wichtige Gründe vorliegen. Von der gesetzlichen Namensführung soll zudem nicht ohne zwingende Gründe abgewichen werden, und persönliche Wünsche allein gelten nicht als &#8220;wichtige Gründe&#8221; im Sinne des Gesetzes.»</p>
</blockquote>

<p>Daher suchten wir nach einer plausiblen Erklärung. Da wir schon seit längerer Zeit in Namibia leben, fiel uns dies auch nicht so schwer. Wir erklärten, dass Nathan schon vor längerer Zeit einen Oshivambo-Namen erhielt und mit diesem auch angesprochen wird. Zusätzlich stellte uns der Chef von Andreas eine Bestätigung dieser Erklärung aus. Wir waren ganz schön gespannt, ob die Schweizer Behörde diese Begründungen akzeptieren würde. Zusammen mit dem Gesuch mussten wir bereits die Gebühren einzahlen welche weit höher ausfielen als in Namibia. </p>

<p>Der Entscheid dieses Gesuchs wurde uns nun heute mitgeteilt. Es wurde bewilligt. Nathan darf sich jetzt auch offiziell Nathan Shaanika Richard nennen. Für ihn macht dies im Moment wohl keinen Unterschied, er hat Shaanika schon längst zu seinem Namen gemacht.</p>

<p>Mit diesem Entscheid ist aber die ganze Geschichte noch lange nicht abgeschlossen. Wir müssen nun die Empfangsbestätigung der Verfügung unterzeichnen und mit dieser Unterschrift erklären wir uns gleichzeitig mit der Namenserklärung einverstanden und verzichten auf jegliches Rechtsmittel. Diese Unterschrift und all die Folgen sind ja eigentlich überhaupt kein Problem, aber da das Dokument in Kapstadt ist, müssen wir nun einen Kurier organisieren der uns diese Verfügung bringt und mit unserer Unterschrift wieder an die Botschaft weiter leitet. Nebst viel Zeit beansprucht dies auch unsere Geldbörse ganz schön. 
Aber sobald diese unterschriebene Verfügung wieder in Kapstadt ist, werden sie es der zuständigen Behörde in der Schweiz mitteilen, diese werden die Daten im nationalen Datenregister eintragen und dann endlich dürfen wir den Pass beantragen. </p>

<p>Die Schlussfolgerung, die wir aus dieser Sache ziehen, ist, dass es um einiges einfacher ist vor der Geburt möglichst viele Namen zu wählen, damit auch bestimmt für jede Lebenslage und Situationen einer im Pass steht und keine Namensänderung oder Erweiterung beantragt werden muss&#8230;</p>
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		<title>Neues Design</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 20:14:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Erscheinungsbild unseres blogs ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Deshalb haben wir nun alles Optische überarbeitet, der Inhalt bleibt jedoch der Gleiche.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Erscheinungsbild unseres blogs ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Deshalb haben wir nun alles Optische überarbeitet, der Inhalt bleibt jedoch der Gleiche.</p>
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