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Stadt und doch wieder Tiere

Nach so langer Zeit in der freien Natur erschien uns die kleine Stadt Lüderitz wie eine unglaublich betriebsame Grossstadt. All die Menschen und die Zivilisation überwältigte uns im ersten Moment und dennoch genossen wir auch die Vorteile einer Stadt: Wir konnten unsere Vorräte wieder mal aufstocken, insbesondere mit Frischwaren und für die Kinder hatte es einen super Spielplatz.

Da wir für Lüderitz aussergewöhnlich schönes Wetter erleben durften, entschieden wir uns dies zu nutzen und buchten eine Bootstour. Der Kapitän war selber mit seiner Familie 11 Jahre in der ganzen Welt unterwegs und reagierte total gut auf unsere Buben. Dadurch wurde der Ausflug ein voller Erfolg, insbesondere auch da wir uns nicht gross informierten und total überrascht waren, was wir alles zu Gesicht bekamen. Noch im Hafen konnten wir all den Diamantschiffen bei der Arbeit zusehen, ein Frachtschiff wurde gerade entladen und Hebekräne und Gabelstapler waren in vollem Einsatz. Weiter der Küste entlang tauchte ein alter Leuchtturm auf mit dem Diaz Cross, dass 1488 ein portugiesischer Seemann dort aufstellte. Kurz darauf rümpften sich unsere Nasen, der Gestank erreichte uns schneller als wir sie erblickten: auf einem Felsblock tummelten sich Seelöwen. Irgendwas erschreckte sie und so robbten viele zu den Felskanten und liessen sich in Wasser plumpsen. Trotz ihrer Tollpatschigkeit sind die Tiere unglaublich beweglich und schnell. Weniger später tauchten drei Delphine weit vor uns auf und mit einigen Sprüngen schwammen sie immer näher zum Boot. Gleich vor dem Katamaran schwammen sie um die Wette, spielten mit den Wellen, verschwanden kurz um gleich darauf wieder aufzutauchen. Wir genossen das Schauspiel und waren total enttäuscht als unsere Tour aus ihrem Revier rausführte und die Delphine zurück blieben. Doch wir hatten kaum Zeit den Delphinen hinter her zu sehen, da tauchte bereits die Halifax Insel vor uns auf. An den Ufern dieser Insel wohnen drei Kolonien von „Jackass Penguins“. Dieser Name bedeutet übersetzt ins Deutsche „Eselpinguin“ und hat nichts damit zu tun, dass die Pinguine stur sind, sondern ihr Ruf tönt genau gleich wie der des Esels. Heutzutage werden diese Pinguine aber hauptsächlich afrikanische Pinguine genannt, da sie nur da vorkommen.

Mit dem Katamaran kam der Kapitän nah ans Ufer und so konnten wir die Pinguine wunderbar beim watscheln, brüten und schwimmen beobachten. Erst glaubten wir zwei Arten von Vögeln vor uns zu sehen, denn die Pinguine sehen im Wasser aus wie Enten. Nach längerer Beobachtung wurden wir eines Besseren belehrt und vergnügt verfolgten wir die Pinguine noch lange mit unseren Blicken.

Auf der Rückfahrt begleiteten uns nochmals die Delphine, der Gestank der Seelöwen nistete sich in unseren Nasen ein und schon kurz darauf mussten wir das Boot wieder verlassen. Der Ausflug verflog viel zu schnell und dennoch waren wir froh wieder ruhigen Boden unter den Füssen zu spüren.

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