U si hei ta wie d’Affe…
Bereits bei unserer Ankunft im Naukluft Park wies uns der Parkwächter auf die Paviane hin und im Falle eines Problems sollten wir ihn sofort benachrichtigen. Wir schlugen seine Warnung in den Wind und freuten uns auf die Begegnung mit den Pavianen, so häufig bekommen wir diese nicht zu Gesicht. Doch nach den ersten beiden Tagen waren wir ganz enttäuscht: kein einziger Affe erblickten wir, noch nicht mal ein Affengebrüll kam uns zu Ohren. Am dritten Morgen genossen wir die ersten Sonnenstrahlen während dem Frühstück als plötzlich ein Pavian ganz in unserer Nähe auftauchte. Lautlos näherte er sich unserem Campingplatz und steuerte direkt auf das geöffnete Auto zu.
Unsere Freudensausrufe veränderten sich schnell in aufgeregte Schreie. Andreas und ich rannten zum Auto, doch der Affe konnte bereits einen ganzen Sack mit Spezialbrot ergattern. Mit unserem Herbeieilen konnten wir ihn erschrecken, so dass er den Sack wieder fallen liess. Doch eine Packung Dinkelknäckebrot fiel aus dem Sack auf den Boden und der Pavian sah seine Chance doch noch kommen: er rannte zurück, auf uns zu und schnappte das Knäckebrot zwischen unseren Beinen hindurch. Ich war so erschrocken, dass ich alles weitere wie durch einen Schleier wahrnahm.
Nun ging das Affentheater erst so richtig los. Von allen Seiten strömten die Paviane herbei und kämpften um die eine Packung Knäckebrot. Gnadenlos stritten sie miteinander, bissen, schlugen und fauchten, so dass uns die Haare zu Berge standen. Nathan flüchtete ins Auto und ehrlich gesagt, wäre ich ihm gerne gefolgt. Doch es galt noch unser Frühstück in Sicherheit zu bringen und eine gewisse Faszination löste das Kampfschauspiel auch aus.
Nun hatte ein vorwitziger junger Affe die übrig gebliebenen Knäckebrote erwischt und versuchte diese rasch in den Mund zu schieben. Doch weit kam er nicht, ein älterer Pavian versuchte ihm den Leckerbissen streitig zu machen und verfolgte ihn unbarmherzig. Die Verfolgungsjagd führte über den Bach und auf der anderen Seite den Felsen hinauf. Der junge Pavian erklomm die Felsfluh mit dem Knäckebrot in der einen Hand und einen Leckerbissen im Mund mit einer Leichtigkeit, dass uns Augen und Mund offen blieben vor staunen. Auch der ältere Pavian sah ein, dass er der Kürzere zog und trollte sich zu den Anderen zurück.
Während diesem Spektakel vergassen wir unser Auto zu schliessen und so wurden wir ein weiteres Mal angegriffen. Andreas reagierte schnell und bespritzte den Pavian mit Wasser. Doch der Affe sah all die Leckerbissen und liess sich nicht einschüchtern. Erst als er einen Sack Cornflakes ergatterte, flüchtete er mit seiner Beute davon.
Nun hatten wir mehr als genug von unserem Frühstück geopfert und so baten wir den Parkwächter um Unterstützung. Doch die Affen fühlten bereits die nahende Gefahr und waren bei der Ankunft des Wächters bereits über alle Berge. Der Schreck steckte uns noch lange in den Knochen und nur langsam beruhigten wir uns wieder und beendeten unser Frühstück. Unser Gesprächsthema drehte sich den ganzen Tag, wie auch an den folgenden Tagen häufig um die angriffslustigen Paviane. Eines ist sicher, diesen Platz und die Attacken werden wir so schnell nicht vergessen.