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Arnhem Höhle

(Mirjam) Nach unserem obligaten Zwischenstopp in Windhoek besuchten wir die Arnhem Farm. Wir wurden von zwei Hunden freudig begrüsst, doch ansonsten tauchte niemand auf um uns willkommen zu heissen. Einer der Hunde war so gross und übermütig, dass er unseren Buben einen grossen Schreck einjagte und wir die erste Zeit damit verbrachten ihn in den Garten zu sperren. Leider kannte er die Schlupfwinkel sehr gut und immer wenn wir erfolgreich Entwarnung gaben, rannte er bereits wieder auf uns zu. Uns blieb nichts anderes übrig als unsere Buben auf unser Auto zu setzen, damit wir unser Zelt aufstellen konnten.

Im späteren Nachmittag tauchte Sidney auf, der Manager des Camps und begrüsste uns freundlich und hielt auch Chaka, den Hund anschliessend möglichst in seiner Nähe. So konnten sich unsere Buben immerhin für eine kurze Zeit frei bewegen, bevor ein Regenguss uns früh zu Bett schickte. Am nächsten Morgen machten wir uns mit Sidney auf den Weg zur Arnhem Höhle. Eine Höhle, die ungefähr 1930 von Deutschen entdeckt wurde. In den folgenden Jahren wurde Guano (Fledermauskacke) abgebaut und nach Deutschland verschifft. Der Guano wurde während dem zweiten Weltkrieg für Sprengstoff verwendet, später als Dünger auf den Feldern eingesetzt, bis der Transport zu teuer war und die Arbeit eingestellt wurde. Heutzutage ist die grösste Höhle in Namibia offen für Interessierte.

Fledermäuse wohin man schaut

Sidney, unser Führer brachte grosse Taschenlampen mit sich, die wir auch bald brauchten, denn bereits nach einigen Schritten in die Höhle hinunter wurde es stockdunkel. Der Weg wurde steiler und sandiger, so dass die Tritte sorgsam gesetzt werden mussten. Nach kurzer Zeit umgab uns ein Piepsen und Flattern und als der Strahl der Taschenlampe die Felswände absuchte, erblickten wir überall Fledermäuse. Einige hingen schlafend an den Felsen während andere sich durch unser Eindringen stören liessen und durch die Höhle flogen. Wir konnten vier verschiedene Arten von Fledermäusen ausfindig machen: Zwei kleinere Arten, von denen eine eher einer Maus ähnelte und zwei grössere Fledermausarten. Eine von diesen ernährt sich vom Blut der kleineren Säugetieren und weist ein angsteinflössendes Gebiss vor.

Nachdem wir uns duckend durch einen Tunnel noch weiter ins Innere vorgewagt hatten, konnten wir vor uns einen Schacht ausmachen, in dem es von Fledermäusen wimmelte. Wir stellten alle Taschenlampen ab und standen etwas ängstlich und doch freudig erregt im Dunkeln inmitten der fliegenden Fledermäuse. Sie flirrten an uns vorbei, wir fühlten den sachten Luftzug auf der Haut und hörten das Schwirren und Flattern der Flügel. Keine Einzige berührte uns, alle flogen in gewissem Abstand an uns vorbei, aber doch so, dass wir alle etwas Gänsehaut kriegten.

Keine Photomontage

Noch tiefer in der Höhle entdeckten wir das Überbleibsel des Abbaus, ein hölzerner Schacht und eine wegweisende Schnur befanden sich noch immer an Ort und Stelle. Inzwischen atmeten wir alle etwas oberflächlich, denn das Guano riecht sehr eigenartig, nicht zu sagen es stinkt. So waren wir alle froh, als wir durch die Höhlenöffnung das Sonnenlicht entdeckten und somit auch wieder frische Luft einatmen konnten. Wieder an der Erdoberfläche staunten wir ab unseren braunen Kleider und insbesondere den schmutzigen Händen. Im Höhleninnern waren wir so stark mit den Fledermäusen beschäftigt, dass wir den Schmutz, Staub und Sand nicht bemerkten. Die Hände waren schnell gewaschen, doch der Gestank in den Kleidern und Haaren begleitete uns noch eine Weile und erinnerte uns immer wieder an das Erlebte. Inzwischen ist der Gestank weg, doch unsere Gedanken gehen noch häufig zurück in die Höhle. Ein Erlebnis, dass der ganzen Familie in bester Erinnerung bleiben wird und wir nur weiter empfehlen können.

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