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Ovambos – Unsere Nachbarn

Die Ovambos machen 50% der namibischen Bevölkerung aus. Innerhalb des Stammes der Ovambos gibt es 7 verschiedene Untergruppierungen, die sich in einigen Traditionen und Gepflogenheiten unterscheiden, so wie sie auch einen unterschiedlichen Dialekt sprechen. Ähnlich unserem Schweizerdeutsch.
Jede dieser Gruppe wurde früher von einem König geführt, der für die Aufteilung der Felder, Nahrungsmittel und Arbeiten zuständig war, wie auch in Rechtssprachen richtete. Das königliche Amt wurde in einer Mutterlinie weitergereicht, so vererbte der König sein Amt nicht etwa seinem Sohn, sondern dem Sohn seiner Schwester. Denn so konnte gewiss sein, dass die Blutslinie innegehalten wurde. Beim eigenen Sohn wusste man ja nicht ob es wirklich der leibliche Sohn ist oder ob die Ehefrau fremdging. Heutzutage werden die Könige mehr und mehr ersetzt durch Staatsangestellte, vergleichbar einem Gemeindepräsidenten.

An einer Hochzeitsfeier werden Geschenke überreicht

Früher kleideten sich die Ovambos nur in Felle, seit der Missionarisierung und der Modernisierung kamen jedoch Kleider dazu. Heutzutage tragen die Frauen während Festivitäten rosarot-weiss gestreifte Röcke und dazu passende Oberteile. Eine Halskette aus kleinen Perlen gehört dazu, so wie einen Hüftgurt entweder aus Perlen oder aus Leder. Je breiter und dekorativer der Gurt ist, desto höher ist die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Die Männer tragen mehrheitlich westlich geprägte Anzüge, auch bei 40°C.

Die Hauptnahrungsmittel der Ovambos sind Mahangu (eine Hirseart), Fleisch und teilweise Gemüse. Die Meisten betreiben Viehzucht und Ackerbau für den Eigengebrauch, müssten also theoretisch keine Lebensmittel dazu kaufen um sich ausgewogen zu ernähren. Da heute der Wunsch nach vielseitigeren Lebensmitteln, wie nach Kleidern und Kosmetikprodukten aber gross ist, sind sie auf einen Lohn angewiesen. Bei den etwas ärmeren Familien werden solche Anschaffungen, wie auch das Schulgeld für die Kinder von der AHV der Grosseltern bezahlt.

Wie an so vielen Orten zeichnet sich auch hier eine neue Tendenz zur Armut am Rande der Städte ab, wo viele verzweifelt hoffnungsvolle Menschen auf der Suche nach Arbeit in Wellblechsiedlungen hausen und somit auch abgeschnitten von den Traditionen und dem Familiengefüge sind.

Die unten stehende Grafik zeigt den typischen Aufbau eines Homesteads oder Bauernhofs in unserer Umgebung.

Grundriss Homestead

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