Wissenswertes über Namibia
Namibia liegt im südlichen Afrika und wird umgeben von Südafrika, Botswana, Angola, Simbabwe und Sambia. Gemeinsam mit diesen Ländern und einigen mehr bildet es eine Union um international mehr Gewicht zu haben und für Handel unter diesen Staaten zu erleichtern (SADC).
Namibia ist ein sehr grosses Land. Verglichen mit der Schweiz ist es 20-mal grösser. Wenn man die Bevölkerung der Schweiz nimmt, 7 Millionen und vergleicht mit der Bevölkerung in Namibia, 2 Millionen, dann sieht man schnell, dass Namibia sehr dünn besiedelt ist.
Klima/Geographie
Namibia kennt 3 Jahreszeiten: Der Sommer mit der Regenzeit, Winter und Trockenzeit. Da das Land in der südlichen Halbkugel gelegen ist, ist dort im Moment Hochsommer. Die Regenzeit kann jeden Moment anfangen und wird der braunen ausgetrockneten Landschaft ein grünes Kleid geben. So haben wir es auch angetroffen bei unserer Ankunft in Namibia vor drei Jahren.
Die Hochlandebene mit durchschnittlichen 1700 m.ü.M. prägt die Mitte des Landes. Sie besteht hauptsächlich aus Steppe und Halbwüste. Dort liegt auch die Hauptsatdt Windheok. Diese Ebene wird begrenzt durch mehrere Gebirge, der höchste namibische Gipfel befindet sich im Brandbergmassiv mit 2579m.ü.M. Ein weiterer bekannter Berg ist die Spitzkoppe, die sich ebenfalls auf dieser Grenze befindet.
Im Westen befindet sich die Wüste Namib, eine der ältesten Wüsten der Welt, die sich von Südafrika bis Angola erstreckt. Über lange Zeit war es unmöglich, über den Seeweg nach Namibia zu gelangen. Die Brandung an der Küste ist kaum zu bewältigen und ist es einem Schiff doch gelungen, an der Küste anzulegen, war die Wüste das nächste unüberwindbare Hindernis. Die Namib Wüste ist sehr faszinierend und hat viele wunderschöne Orte, wie zum Beispiel Sossusvlei, eine Senke, in welche in guten Regenjahren das Wasser fliesst und versickert. Auf der anderen Seite dieser Hochebene um Windhoek befindet sich die Kalahariwüste, eine weitere Sandwüste, die von Namibia bis Botswana reicht. Die nördlichsten Ausläufer sind im Prinzip die sandige Gegend in der wir leben und auch die Etoscha Pfanne. Nur 4 Flüsse führen das ganze Jahr über Wasser und alle sind gleichzeitig Grenzflüsse. Im Norden sind dies der Sambezi, Kunene und Kavango, im Süden der Oranje. Dazwischen ist es trockener und es gibt dort wenige Flüsse, welche alle nur während der Regenzeit fliessen.Das Land ist geologisch wie auch geographisch sehr interessant. Für viele Namibier hingegen ist es unvorstellbar, dass ihr Land eine Faszination auf Touristen ausübt, müssen sie sich doch täglich den Widerwärtigkeiten des Klimas und des unfruchtbaren Bodens stellen. Landwirtschaft in Namibia ist möglich, aber mit einem harten Alltag verbunden.
Bevölkerung und Sprache:
In Namibia leben 10 verschiedene Stämme, welche sich zum Teil von Kultur und Sprache her stark voneinander unterscheiden. In den entsprechenden Regionen werden die Muttersprachen von diesen Gruppierungen gesprochen, in der Schule wird bis zur 4. Klasse in diesen Sprachen unterrichtet. Es gibt ungefähr 20 offizielle Muttersprachen und noch mehr Dialekte. Um Kommunikation unter den verschiedenen Stämmen zu ermöglichen und keine Ethnie zu bevorzugen, wurde nach der Unabhängigkeit Englisch als Amtssprache eingeführt. Ab der 5. Klasse findet der Unterricht in den Schulen auf Englisch statt.
Geschichtliches:
Namibia ist als letztes afrikanisches Land 1990 unabhängig geworden, nach einem langen Unabhängigkeitskampf. Namibia ist zuerst eine deutsche Kolonie gewesen und ist später die fünfte Provinz Südafrikas geworden. Unter dem südafrikanischen Apartheid Regime ist die Bevölkerung ihren Stämmen entsprechend in so genannten Homelands oder Reservaten zwangsangesiedelt gewesen. Dort sind sie mehr oder weniger rechtlos und abgeschottet von aussen sich selber überlassen gewesen. Der Unabhängigkeitskampf wurde von der SWAPO geplant, organisiert und durchgeführt. Der Anführer des Unabhängigkeitskriegs und langjähriger SWAPO Chef Samuel Nuuyoma war die ersten 12 Jahre der Namibische Präsident. Nach wie vor ist seine Partei in allen wichtigen Ämtern vertreten, was lange nicht allen Namibiern gefällt, da die SWAPO dadurch eine Sonder- und Vormachtstellung hat. Im Blick auf die Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr werden mehr und mehr Stimmen laut, die gerechtere und demokratischere Verteilung der Macht verlangen. Auch wenn es zwischendurch zu leichten politischen Zusammenstössen kommt, ist Namibia nach wie vor ein sehr stabiles und sicheres Land.


