Namibische Jugend Forscht
Vo
Vor kurzem fand in unserer Region eine sogenannte Science Fair statt, eine Präsentation von naturwissenschaftlichen Projekten von Schülern und Schülerinnen aus verschiedensten Schulen der Region. Die Menge an war ansehnlich, und die Qualität erstaunlich gut. Während jüngere Forscher und Forscherinnen eher Dinge nachgebaut oder Prozesse nachvollzogen haben, liessen sich ältere Schülerinnen und Schüler auf richtige Experiemente ein. Gegen 60 Projekte waren ausgestellt, und ich war offiziell als Juror eingeladen, eine Einladung von der ich annahm ich müsse ihr Folge leisten um die Organisatoren zu respektieren. Neben dem Pflichtgefühl trieb mich aber auch die Neugier an, da es mich wirklich interessierte, was an anderen Schulen bezüglich Naturwissenschaften so passiert.
Da ich im offiziellen Kalender des Ministeriums gesehen hatte, dass die Planung und Vorbereitung des Anlasses ganze zwei Wochen dauerte, nahm ich an, dass der Tag gut organisiert sein würde. Immerhin waren mehrere Education Officers, also Kader im Erziehungsbereich damit beschäftigt, alles zu organisieren und bereitzustellen. Als Master of Ceremony war mein “Freund” und Organisationstalent vom Mathematik Workshop Anfang Jahr vorgesehen. Nun ja,immerhin hatte er eine Lehrerin organisert, die ihn bei der Moderation unterstützen würde.
Als ich um zehn Uhr am Ort des Geschehens ankam, laut Programm zu spät für den offiziellen Beginn, traf ich jedoch nur auf ein hektisches Treiben, vornehmlich von Schülern und Schülerinnen und deren Begleitpersonen. Langsam stellte sich heraus, was in zwei Wochen Planung möglich ist. Der Master of Ceremony war nicht anwesend und verliess sich auf die engagierte Lehrerin. Auch alle in die Planung involvierten Leute waren nicht oder noch nicht anwesend. Schliesslich war das organisierende Ministry of Education mit null Personen vertreten, eine ungeheure Frechheit, auf die auch der anwesende Ehrengast, der Gouverneur der Region bzw dessen Vertreter sauer und unverblümt reagierte. Dazu kam, dass die eigentlich zugesicherte Verpflegung für alle im letzten Moment verweigert wurde, da “jemand” es verschlampt hatte, seine Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen, der das Essen garantiert hätte. Den Teilnehmenden und Gästen gegenüber wurde die Situation natürlich so dargestellt, dass sich die Sponsoren ohne Grund zurückgezogen hatten, das pikante Detail mit der fehlenden Unterschrift aus dem Ministerium war nur den wenigsten bekannt.
He nu, langsam gewöhnt man sich ja an das eine oder andere. Umso mehr Freude hatte ich, welche Sorgfalt und Phantasie in einige der Projekte eingeflossen war. Ich war besonders glücklich, dass das erste Projekt das ich mit beurteilen musste, nach dem langen Warten Action versprach. Ein Schüler und eine Schülerin hatten sich eingehend über Vulkane informiert und sich dann die Frage gestellt, wie man einen Vulkan im kleinen simulieren könnte, mit Lava, Eruption und auch die Zerstörung sollte dargestellt werden können. Meine Neigung zu gefährlichen Experimenten liess mein Herz höher schlagen, als ich die Liste der verwendeten Hausmittel und Chemikalien sah: Backpulver, Waschpulver, Essig, Lebensmittelfarbe, Wasserstoffperoxid und metallisches Natrium. Aus meiner Schulzeit erinnerte ich mich, dass Natrium zusammen mit Wasser ganz schön reaktiv ist. Ich war beruhigt, dass das ganze Experiment draussen durchgeführt wurde.
Nach einiger Erklärung war die Lava fertig und wurde in den Vulkankrater geschüttet. Die Zugabe von Essig liess die Lava aufsteigen und das Natrium fügte dem Spektakel noch das Feuer und die Explosion zu. Natürlich wurde niemand verletzt, einzig die Papphäuschen auf dem Vulkan waren unter der Lava vergraben. Ich fand das Experiment sehr unterhaltsam und fand, die beiden hatten sich ziemlich gut in die Materie vertieft und eine vorbildliche Präsentation ihre Projektes geliefert. In meinen Augen hatten sie eine gute Wertung verdient, welche ich ihnen auch gab.
Am Abend konnte ich auf einen Tag mit ganz klaren Tiefschlägen wie auch Höhepunkten zurückschauen.
August 21st, 2008 at 10:29
Hallo Ihr Schweizer, sehr interessant, was ihr da so macht!
Ich habe eure Webseite in meine Blogroll auf http://www.southafrika2010.de/ eingefügt.
Freue mich natürlich, wenn ihr mal bei mir vorbeischaut und mich evtl. auch in eure Blogroll aufnehmt!
Liebe Grüße, Nils