namibia » tagebuch

namibia » tagebuch

just another blog from namibia – tagebuch von andreas und mirjam

namibia » tagebuch RSS Feed
 
 
 
 

Ein Flachländer in der Luft

Zu meinem 30 Geburtstag wurde ich mit einem wunderbaren Geschenk überrascht, einem Flug in Namibia. Lange habe ich probiert, jemanden mit einem Sportflugzeug zu finden, der mich über dem Norden Namibias herumkurven würde. Leider ist daraus nichts geworden, es gibt einige Sportflugzeuge im Norden, diese dürfen jedoch nicht für Rundflüge genutzt werden sondern nur um Gäste der Nobellodges abzuholen. Somit landete ich am selben Ort, wo der Wunsch nach einem Rundflug entstanden war, in Swakopmund. Auch in der Nebensaison sind Rundflüge über Sossusvlei ein Renner, und somit war es kein Problem, einen Sitz zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Glücklicherweise blies der Ostwind, an der Küste war schönes und heisses Wetter, ideal für einen Flug.

Nachdem alles Organisatorische geregelt war, die Gäste ihrem Gewicht entsprechend auf die Flugzeuge verteilt (!) waren und die Piloten sich vorgestellt hatten ging es los. Ein Flugzeug nach dem anderen brummte los und verschwand in der Ferne Richtung Süden und der Namib Wüste. Wir starteten als Letzte, das Kribbeln im Bauch wurde grösser und grösser bis wir endlich in der Luft waren. Gemächlich glitten wir durch die Lüfte, kein Gefühl von hohen Geschwindigkeiten.

Die Landschaft die sich mir auftat war fantastisch. Vieles erkannte ich wieder von unserer Reise auf dem Boden nach Sossusvlei und den roten Dünen; gleichzeitig war vieles neu. Aus der Vogelperspektive sah ich einiges, das einem vom Boden aus verborgen ist, die Dünen, die sich wie ein Rückgrat über Kilometer hinziehen oder das zarte Grün, das wie ein Schleier die lebensfeindliche Wüste bedeckte, die Kuisebschlucht, die dem Wachstum der Wüste Einhalt gebietet, da in der Regenzeit genügend Wasser fliesst, um die Wanderdünen ins Meer zu spülen. Wir flogen über die einfachen Hütten der Topnaar, über die Wüstenforschungsstation Gobabeb, das Tondabvlei, dem einzigen Brutort in Namibia des seltenen Kapgeiers, dies alles immer in respektvollem Abstand zum Boden. Ein Höhepunkt des Rundflugs bildete der Flug über Sossusvlei und dem Deadvlei. Erst von hier oben erfasste ich die Grösse dieser Endstation für den Tsauchabfluss. Traurig war nur zu wissen, dass das Flugzeug nun umkehren und sich auf den Heimflug machen würde. Doch warteten doch noch einige Sehenswürdigkeiten auf uns. Über die endlosen Dünenformationen – eine schöner als die andere – flogen wir Richtung Küste. Unter uns ehemaliges und jetztiges Diamanten Sperrgebiet und später der endlose Atlantik. Den Piloten war es wahrscheinlich etwas zu langweilig, auf jeden Fall übten sie sich in Flugakrobatik und flogen enge Kurven, unsere Rücken waagrecht. Kurze Zeit später rissen sie das Flugzeug in die Höhe, ein weiteres Manöver für den Magen. Der Grund war schnell klar, wir flogen über einem Naturschutzgebiet, dem Sandwich Harbour, einer ehemaligen Lagune, die langsam aber sicher vom Meer verschluckt wird. Trotzdem ist dieser Ort Brutplatz für abertausende von Seevögeln, darunter Flamingos und Pelikane.

Zum Abschluss flogen wir an Walvis Bay vorbei, konnten die riesigen Ausmasse der Salzgewinnungsanlage bestaunen, währenddem die Sonne langsam im Meer versank. Realismus und Romantik zur gleichen Zeit. Alles in allem war der Flug viel zu kurz, obwohl ich zugeben muss, dass ich ab und zu ein flaues Gefühl im Bauch hatte. Dies ist aber nach zwei Jahren Flachland wohl normal. Die Eindrücke waren einmalig und wunderschön und haben den bisherigen von unserem Gastland eine weitere Dimension hinzugefügt. Noch oft sind mir in der letzten Zeit innere Bilder von diesem Erlebnis aufgestiegen.

Kilometerlange Sanddünen wechseln sich ab mit einem hauchdünnen Grasteppich
Der Kuiseb
Sossusvlei (im Hintergrund) und Deadvlei
Die “Lange Wand”
Sandwich Harbour

One Response to “Ein Flachländer in der Luft”

  1. 1
    Ralf:

    Eindrücklicher Bericht einer Flugreise, schöne Bilder. Du hast die Nobellodges angesprochen. Namibia erfreut sich grosser Zuwachsraten im Tourismus, was man so hört. Vermutlich auch, weil Kenia noch in der Krise steckt und viele nach Namibia “ausweichen”. Hoffe doch, dass auch die Bevölkerung Namibias ein klein wenig vom aufboomenden Tourismus profiteren kann. Gruss aus der Schweiz

Leave a Reply

Aktuelle Zeit

  • Namibia

Sponsoren

Bilder

www.flickr.com

Blogroll

Meta