Schlange, Strom, Gas und Wasser: Ein Wochenrückblick
Dienstag: Kurz nach dem Frühstück herrschte plötzlich emsiges Treiben in unserem Garten. Auf unsere Frage hin, er fuhren wir, dass auf der gegenüberliegenden Seite unseres Gartenzaunes Schlangenspuren im Sand entdeckt worden sind. Die Spuren liessen auf eine grössere Schlange schliessen und endeten in unserem Garten. So durchstöberten mehrere Schulangestellten und Schaulustige während dem ganzen Morgen unseren Garten, insbesondere die Guavenbäumen – doch die Schlange liess sich bis heute nicht blicken. Aber nach wie vor bewegen wir uns nur vorsichtig und mit grosser Wachsamkeit im Garten.
Mittwoch: Als wir nach einem Grosseinkauf unsere Lebensmittel im Kühlschrank unterbringen wollten, stellten wir fest, dass die Temperatur nicht viel kälter als draussen war. Der Strom war weg. Nach einigen Erkundigungen erfuhren wir, dass der Stromausfall nur auf dem Schulgelände war und nicht wie normalerweise in der ganzen Region. Ob dies Schlechtes oder Gutes bedeutete wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Als der Strom auch gegen Abend noch nicht zurückgekommen war, besorgten wir uns Eis um wenigstens das Fleisch im Tiefkühlfach weiterhin kühlen zu können.
Während dem Zubereiten und Kochen des Abendessens löschte plötzlich die Gasflamme auf dem Herd aus. Die Gasflasche war leer und weit und breit keine Ersatzflasche aufzutreiben. Somit mussten wir bei Kerzenlicht kalte Speisen verzehren.
Donnerstag: Die Elektriker tauchten auf und versuchten dem Stromausfall auf den Grund zu kommen. Was gar nicht so einfach schien. Doch im späteren Nachmittag flackerte die Glühbirne um kurz darauf voll zu erhellen. Der Strom war wieder da.
Nach einigen Abklärungen kriegten wir auch die Erlaubnis bei der Regierungswerkstatt eine Gasflasche gratis abholen zu können. Da die Werkstatt aber im 90 km entfernten Ondangwa liegt, musste zuerst das Tagesprogramm angepasst werden um losfahren zu können. Doch pünktlich zum Abendessen war die volle Gasflasche montiert.
Freitag: Nach einigen heftigen Gewittern ging der Strom erneut weg. Dieses Mal in der ganzen Region, dies bedeutete in Kürze auch kein fliessendes Wasser mehr im Haus, denn die Tanks konnten ohne Strom nicht mehr aufgefüllt werden. Gegen Abend als wir uns auf einen gemütlichen stillen Abend mit Kerzenschein einrichteten, erstrahlten plötzlich wieder alle Lampen, die Radiomeldungen waren hörbar und der Fernseher der Schule übertönte sogar die Schüler.
Doch das Wasser liess noch auf sich warten.
Samstag: Nachdem es die ganze Nacht hindurch geregnet hatte, wurde es für einige Häuser und Strassen immer prekärer. Die weggeschwemmte Brücke unserer Zufahrtsstrasse wurde zwar bereits provisorisch repariert, doch bereits hatte das Wasser in der Mitte der Strasse wieder ein Loch ausgespült. Der Wasserspiegel stieg bedenklich und schwappte bereits etwas auf die Strasse. So erschienen Lastwagen um Lastwagen um eine Sandmauer gegen die Fluten zu errichten. Bis jetzt hält die provisorische Schutzmauer noch stand, doch wie lange noch?
Immerhin kehrte im Verlauf des Tages das fliessende Wasser im Haus wieder zurück.
Man könnte meinen dies sei für eine Weile genug. Doch die Frage bleibt: Was kommt als nächstes?