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Mathematiklehrer unter sich

Eigentlich würde man von Mathematiklehrern keine schlampigen Berechnungen erwarten, aber vorletzte Woche erfuhr ich etwas anderes. Ich plante für dieses Jahr einen Workshop möglichst früh im Jahr anzubieten, damit Informationen über grundsätzliche Dinge und Änderungen im Erziehungswesen möglichst früh unter den Lehrkräften gestreut werden könnten. Zuerst dachte ich nur an Elim Circuit, der Mathematik Weiterbildner für die Omusati Region fragte mich aber an, zusammen mit ihm einen regionalen Workshop in Oshakati mit den gleichen Zielen zu planen. Inhaltlich hatten wir einiges zu bieten und ich freute mich. Ich würde diese Gelegenheit gerade auch nutzen können, um vorzuzeigen, wie man mit einfachen Mitteln eine Wandtafel mit Gittermuster speziell für den Mathematikunterricht herstellen kann. Etwa einen Monat vor Beginn des Workshops, teilte mir S.Gervasius mit, dass wir nach Ruacana ausweichen müssten, also gerade ans andere Ende der Omusati Region, in die Berge. Die gemeinsame Vorbereitungen zu den Inhalten verlief erstaunlich gut, die Organisation der Unterkunft und des Essens überliess ich ihm, da er die nötigen Kontakte hatte und den Dienstweg kannte. Er konnte mir zwar nie die Nummer der Schulen in der Region nennen, aber irgendwie würde das schon klappen. Als er von 250 Lehrkräften sprach, fand ich das zwar schon etwas hoch und schlug 150 vor, aber man würde dann sehen.

Als wir in Ruacana ankamen, fingen die Probleme an. Ruacana besteht aus einer Schule, Unterkünften für die Angestellten des nahegelegenen Wasserkraftwerks und einigen Privathäusern. S.Gervasius erklärte mir, dass unser Tagungsort Platz für 70 Personen biete, die Zahl die er erwarte. Hmm. Von 250 Lehrkräften über 150 zu 70, ob das gut kommt? Später fand ich heraus, dass der Tagungsort Platz bietet für 30 Personen, doch etwas weniger als erwartet. Das nahegelegene Gästehaus bot Platz für die gleiche Zahl. Als immer noch mehr Lehrkräfte in Ruacana eintrafen, wurde es langsam eng, und aus 30 Betten wurden plötzlich 60, als nämlich die Lehrkräfte gezwungenermassen ihre Betten teilten. Am nächsten Morgen beim Frühstück erfuhr ich, dass auch das Essen nur für 70 Personen bestellt war. Dies bedeutete. dass die Hälfte der anwesenden Lehrkräfte hungrig in den Tag starten mussten.

Während eines feurigen Vortrags von S. Gervasius entdeckte ich eine von ihm erstellte Rangliste aller eingeladenen Schulen in der Region, es waren über 110. Zahlen sind nicht jedermanns Sache: Dass diese Zahl Grundlage bieten könnte für die Planung der Unterkunft, des Essens und der Kopien sein könnte ist ausgeschlossen, schliesslich ist es eine Rangliste und nicht eine Adressliste… Klassischer Fall von Tunnelblick oder Scheuklappen. Na ja, der Workshop fand statt, einige wenige Lehrkräfte gaben auf, die restlichen waren erstaunlich gut dabei.

Inhaltlich war es trotzdem ein Erfolg und für mich eine tolle Erfahrung, vor so vielen Leuten zu sprechen und dafür zu sorgen, dass alle Informationen an den Mann oder die Frau kamen.

One Response to “Mathematiklehrer unter sich”

  1. 1
    Ralf:

    Es muss schon sehr schwierig sein, immer wieder vor neue Situationen gestellt zu werden und auf dieser Basis zu arbeiten. Ich wünsche weiterhin viel Kraft und Ausdauer.

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