So schnell geht`s

Noch vor drei Wochen stöhnten alle über die herrschende Hitze und Trockenzeit. Die Tiere legten weite Strecken zurück um etwas verdorrtes Gras zu finden und etwas Wasser, einige starben bereits einen langsamen Tod. Die Ovambos mussten alle ihre Familienmitglieder nach der Weihnachtszeit wieder zurück in die Stadt abreisen sehen ohne dass die Saat im Boden war. Dies bedeutet für die Zurückgebliebenen viel mehr Arbeit, sobald der Regen dann eintrifft und wer mag das schon.
Die Regierung beschloss Ende Januar zu entscheiden ob es ein Dürrejahr ist. Dies würde Entschädigung für die gestorbenen Tiere bedeuten, wie auch Verteilung von Nahrungsmittel. Doch soweit kam es nicht.
Vor zwei Wochen rauschte es in den Bäumen und die ersten Regentropfen fielen auf das Blechdach. Und tatsächlich, der Regen hielt an und es regnete beinahe ununterbrochen.
Schon bald hörten wir die ersten Ausrufe, es solle endlich wieder aufhören damit, denn die Saat verfaule. Wir lächelten, ach, es ist doch überall auf der Welt dasselbe: Mit dem Wetter ist man nie zufrieden.
Doch bereits einige Tage später suchten auch wir erwartungsvoll die ersten Sonnenstrahlen und hofften, die Regenwolken mögen endlich verschwinden. Die ersten Familien mussten samt Hab und Gut evakuiert werden, die Strassen bestanden mehrheitlich aus Schlaglöchern und das Befahren war eine Zumutung und eines Nachts riss das Wasser eine Brücke mit sich, so dass unser Weg nach Oshakati abgeschnitten war und wir einen Umweg in Kauf nehmen mussten. In Oshakati selbst tauchten Krokodile auf, die es von den grossen Flüssen bis in die Nähe der Stadt geschwemmt hatte.
Heute endlich, die ersten Sonnenstrahlen. Für wie lange werden wir wohl über die Hitze glücklich sein bevor wir wieder darüber stöhnen?