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Chizimulu

Unter leichtem Nieselregen bestiegen wir abends die Fähre, die uns nach Chizimulu Island bringen wird. Das unterste Deck ist vollgestopft mit Gepäck, Tieren und natürlich Menschen, alle wollen Weihnachten zu Hause bei ihrer Familie verbringen und die Fähre ist für viele Ziele, insbesondere die beiden Inseln inmitten des Lake Malawis die einzige Transportmöglichkeit. Wir entfliegen diesem Durcheinander etwas, begeben uns in das obere Deck und können uns noch eine Bank ergattern. Das Wetter beruhigt sich zum Glück etwas und die Fahrt verläuft ruhig, wenn sich auch der Sternenhimmel noch nicht zeigt. Kurz nach Mitternacht entdecken wir die ersten Lichter auf der Insel von Chizimulu und mit einem kleinen Beiboot werden wir an Land gerudert. Müde sinken wir in unsere Betten und sind gespannt auf den Ausblick am nächsten Morgen.

Er ist gigantisch. Unsere Bambushütte liegt direkt am See, mit einer Hängematte zum Verweilen, etwas weiter vorne entdecken wir einen kleinen Hügel mit vielen Ausichtsnischen, die zur Musse einladen und in der Luft schwirren verschiedenste Vögel und pausieren in den einladenden Ästen des Baobabbaumes. Kurze Zeit später tauchen wir ein in die farbenfrohe Unterwasserwelt, ausgerüstet mit Schnorchel und Brille. Vom Strand aus beobachten wir einen Malachite Kingfisher beim Fischen, eine Sandschlange schleicht vorbei und beim genauerem Hinsehen entdecken wir Krebse und Muscheln in den steinigen Ufern. Der erste Tag auf der Insel ist auch gleich der Weihnachtstag. Ein engländischer Koch der auch zu Gast ist, hat sich anerboten an diesem Abend in die Küche zu stehen und so geniessen wir ein typisches Englisches Essen in der Abendbrise, die Wellen liefern die Hintergrundmusik und die tausenden kleinen Mücken die Live Musik dazu. Mit der Dämmerung schmückte sich die Natur zu einem der schönsten Weihnachtsbäume die ich je gesehen habe: unzählige Glühwürmchen schwirrten umher und leuchteten in ihrer Pracht.

Leider ist dieses Glück von kurzer Dauer, denn Nathan und Andreas erwischen eine Magenverstimmung und erholen sich nur langsam. So verbringen wir die folgenden Tage mehrheitlich in der Nähe der Toilette und dem Bett.

Bereits nach fünf Tagen holt uns das Schiffstuten mitten in der Nacht aus dem Schlaf – es ist Zeit für den Aufbruch. Dieses Mal ist uns das Wetter nicht so gut gesinnt und mitten auf hoher See kommt ein Sturm auf, das Deck wie auch wir werden nass und die Fähre schaukelt ganz schön. Doch früh am Morgen gelangen wir wieder auf festen Boden und machen uns sogleich auf den Weg zurück in die Hauptstadt von Malawi, nach Lilongwe.

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