Crossing borders (Etappe 1)
Die erste Etappe würde gleichzeitig auch die längste sein. 14 Stunden unterwegs im Reisebus, einsteigen um 12 in der Nacht – Uff, doch etwas verwöhnt vom eigenen Auto… – Nach einem kurzen Nickerchen im Guesthouse in Tsumeb packen wir kurz vor zwölf unsere Siebensachen und machen uns auf zum nahe gelegenen Busstop. Etwas unheimlich ist es uns schon, so spät sind wir schon seit langer Zeit nicht mehr in den Strassen einer uns fremden Stadt unterwegs gewesen. Beim Busstop sind wir nicht mehr die einzigen, wir sind erleichtert. Wir warten und warten. Nach 45 Minuten trifft der Bus endlich ein, er ist bis auf den letzten Platz besetzt. Da wir für Nathan schon ein Ticket bezahlen mussten, hat er auch Anrecht auf einen Sitzplatz, das macht alles einiges angenehmer. Er ist völlig aufgeregt, wann hat er schon das letzte Mal neben Mama oder Papa mitreisen dürfen, wann kann er schon ohne in einem Kindersitz festgebunden zu sein zum Fenster heraus gucken. Obwohl es dunkel ist gibt es viel zu sehen: Die Lichter der Stadt die langsam verschwinden und Blitze die in der Ferne über den Himmel zucken. Mit der Zeit siegt die späte Stunde dann doch über die Spannung und er fällt in einen tiefen Schlaf. Auch wir probieren zu schlafen, aber unsere alten Knochen sind anspruchsvoll. Ab und zu gelingt uns ein Nickerchen aber schon bald wird es wieder hell, als wir uns Rundu nähern.
Es hat in der Nacht stark geregnet, dies ist das Startzeichen für die Bauern, ihre Äcker zu pflügen. Überall sehen wir Ochsengespanne, die ihre Furchen in die noch feuchte Erde ziehen. Die Luft riecht nach dem frisch gefallenen Regen. Nach mehreren Stunden erreichen wir Katima Mulillo, die letzte Ortschaft vor der Grenze nach Sambia. Im Tankstellenshop wird der letzte Proviant gekauft bevor die Reise nach einigem erträglichem Warten an der Grenze dem „mighty Zambesi“ entlang nach Livingstone bei den Victoria Fällen weiterführt. Wir staunen wie unglaublich grün hier alles ist und ab den prächtigen Gärten mit Bananenstauden und Tomaten. Livingstone ist da nicht viel anders, die ganze Stadt ist sehr grün, und ueberall hat es prachtvolle Mangobäume. Ein Platz zum Verweilen, wäre unser Ziel nicht noch einige Tagesreisen entfernt.