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Freud und Leid…

… sind nah beieinander. Der Regen prasselte endlich in voller Lautstärke auf unser Blechdach, so dass an Schlafen nicht zu denken war. Doch die Freude über den Regen vermag den Ärger über den Lärm überdecken und so beobachteten wir staunend das Gewitter. Ein Blitz nach dem anderen jagte über den Himmel, der Wind peitschte in die Bäume und der Regen goss in vollen Strömen und füllte bereits nach kurzer Zeit die Oshanas und auch in unserem Garten wuchsen die Pfützen. Nach einigen Stunden zog das Gewitter vorüber und wir konnten doch noch etwas Schlaf finden.
Am nächsten Morgen besuchten wir unsere Nachbarin. Bereits auf dem Weg stutzte ich beim offenen Ziegenstall: einige der Ziegen lagen tot auf dem Boden und die Jungtiere blökten kläglich und stupsten ihre leblose Mutter mit der Nase an. Nun bemerkte ich auch die Menschenansammlung vor dem Homestead. Beim Näherkommen sah ich nun, dass die meisten mit Metzgen beschäftigt waren. An allen erdenklichen Stellen waren tote Ziegen aufgehängt und wurden von den Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten fachmännisch auseinander geschnitten. Als ich dann Evindina, Nathans Nanny, gefunden hatte, erfuhr ich dann was zum Unglück geführt hatte. Eine Schülerin hatte bei ihrem Ziegenstall die Türe nicht richtig geschlossen und so probierten alle Ziegen aus Furcht in ein kleines überdachtes Abteil zu flüchten. Dies führte zu einer Massenpanik, da es einfach zu viele Ziegen waren und so wurden 28 Ziegen zu Tode getrampelt oder erstickten in der Menge. Die Familie verlor innerhalb einer Nacht die Hälfte ihrer Ziegenherde, dies ist ein herber Verlust. Aber gleichzeitig war auch die Freude über den Regen fühlbar. Und nach dem ersten Schock freuten sich alle auf das Fleisch und so strömten während dem ganzen Tag Nachbarn, Freunde, Schüler und Lehrer vorbei um die betroffene Familie beim Metzgen zu unterstützen, aber in erster Linie um billiges Fleisch mit nach Hause zu nehmen.
Auch wir erhielten zwei Hinterbeine einer Ziege. Doch ganz so fachmännisch bei der Zubereitung ging es bei uns nicht zu und her.

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