OpenAirKino

28.10.2007 // 17:46
Abgelegt unter: // andreas

Open Air Kino? - Als ich den einheimischen Lehrkräften das erste Mal von dieser Idee erzählte, konnten sie sich wenig bis gar nichts darunter vorstellen. Nach einigen Erklärungsversuchen hatte ich immerhin das Gefühl, eine vage Idee vermittelt zu haben. Wir hatten dies schon länger geplant und merkten nun, dass es höchste Zeit war, den Plan umzusetzen. Während der Regenzeit ist das Wetter sehr schlecht einzuschätzen und ein klarer Sternenhimmel kann schnell umschwenken in ein heftiges Gewitter. Anlässlich von Mirjams Geburtstag luden wir dann volunteers und Lehrkräfte der Ashipala SS zum Kinoabend ein. Es war eindrücklich, einen Film fast in Kinogrösse und mit Lautsprechern zu sehen/hören. Als Leinwand diente die Frontwand des Inspektorats, die Kulisse bildete der südliche Sternenhimmel. Wer schon mal bei uns war, weiss wie intensiv die Sterne und die Milchstrasse hier leuchten. Mit der Zeit verloschen aber die Himmelskörper am Horizont, und der Film wurde von Wetterleuchten in der Ferne begleitet. Dies hat eindeutig zur Spannung beigetragen aber schliesslich wurde unser Kino Vergnügen weder von starkem Wind noch von Regen beeinträchtigt. Für alle Zuschauer, das heisst uns, die anderen volunteers und die einheimischen Lehrkräfte war es ein besonderes Erlebnis. Aber auch für die Schüler, von uns getrennt durch den Zaun ums Schulgelände und Internatsregeln erhaschten einige Bilder und bekamen eine Ahnung, was Kino sein könnte.

Apropos…

19.10.2007 // 17:00
Abgelegt unter: // andreas

…Wahlen.

Die Wahlbeobachter der OSZE haben recht wenn sie am schweizerischen Wahlsystem bemängeln, dass die Stimmen der Auslandschweizer manchmal nicht rechtzeitig in der Schweiz ankommen. Gestern haben uns die Unterlagen der Wahlen 2007 erreicht. Wird etwas knapp aufs Wochenende.

Wir suchen…

16.10.2007 // 20:37
Abgelegt unter: // andreas

…jemandem, der wegen einer zu schwachen (defekten?) Handbremse eine Busse bekommen hat.

Uns ist das tatsächlich passiert. Gestern, von der namibischen Polizei. Wir haben uns gefragt, ob das noch in anderen Erdteilen vorkommt, oder ob es nur Schikane gegen Ausländer ist. Auf jeden Fall hatten wir etwas Mühe, die Polizisten ernst zu nehmen. Da alle sechs von uns absorbiert waren, fuhren in der Zwischenzeit Autos vorbei, die nur knapp diese Bezeichnung verdienen. Na ja…

“Die Polizei behandelt mich als wäre ich irgendwie kein Mensch”

15.10.2007 // 8:12
Abgelegt unter: // andreas

Wenn wir schon nicht die Möglichkeit haben zu wählen, möchten wir doch unsere Bedenken äussern über was man so hört, liest und sieht über die Schweiz. Und diese Nachrichten machen es uns nicht einfach, ein tolerantes, weltoffenes und humanistisches Bild der Schweiz aufrechtzuerhalten. Für einmal politisch würden wir sagen: Manchmal ist es sogar notwendig, sich zu fragen, was wohl die andern denken mögen, besonders in einem Land wie der Schweiz, das auf intakte Beziehungen zum Ausland angewiesen ist…

Mehrseitiger Artikel der New York Times vom 4. Oktober über die Tendenzen in der Schweiz (Englisch): www.nytimes.com

Wieder mal: Regen

14.10.2007 // 9:58
Abgelegt unter: // andreas

Seit mehreren Wochen ist das Klima hier sehr trocken und staubig. Schon lange sehnten wir uns nach etwas Regen oder auch mehr und studierten regelmässig den Wetterbericht für Oshakati. Vor ein paar Tagen merkten wir eine Veränderung, die Luft war viel drückender, schon fast unerträglich heiss und schwül. Seit drei Tagen türmten sich jeden Abend Wolken auf, bisher ohne Regen. Gestern Abend zog bei Sonnenuntergang ein heftiger Wind auf, plötzlich war alles voll Staub, die Luft roch wie ein erdiger Keller. In der Ferne beobachteten wir Wetterleuchten und Blitze. Vorboten. Aber auch dieses Mal wurden wir enttäuscht. Kein einziger Tropfen Regen. Heute Morgen wurden wir von einem sanften Prasseln auf dem Dach geweckt. Endlich, es regnete. Kein Regenguss zwar, aber das erste Mal Wasser vom Himmel seit mehr als fünf Monaten. Was für eine Wohltat!

Bees attacks!

13.10.2007 // 18:02
Abgelegt unter: // andreas

Seit über einer Woche ertönt von draussen immer wieder lautes Getrampel und Gekreische. Dies ist für uns jedes Mal ein Grund einen Blick nach draussen zu riskieren und unseren Fensterplatz einzunehmen. Bisher bot sich uns meist das selbe Bild: Schüler und Schülerinnen rennen gebückt,mit geschütztem Kopf oder fuchtelnden Armen und einem eher unkontrollierten Gekreische auf dem Schulgelände wild hin und her. Als ich dies das erste Mal sah, war ich ziemlich erschrocken, bis ich realisierte, dass sich verärgerte Bienen über alles was sich bewegte hermachten (Ein Stich von einer hiesigen Biene ist ausser bei einer allergischen Person nicht weiter gefährlich und lässt sich mit einem stark juckenden Mückenstich vergleichen. Für die Biene verläuft der Stich hingegen auch hier tödlich). Angeblich hat ein Lausejunge beim Pflücken der Makalani Palmfrüchte ein Bienennest kaputtgemacht, die Bienenattacken sind die Rache dafür. Wir sind gespannt, ob die Bienen den Verantwortlichen bereits gefunden haben oder solange weitermachen, bis sie den Schuldigen zur Rechenschaft gezogen haben.

In den letzten Tagen waren all die panischen Fluchtattacken meist auf eine einzige Biene zurückzuführen. Ob sich die Bienen nun wohl in einem Art Wettkampf messen, wer heute den angsteinflössendsten Eindruck hinterlassen hat?

Kindergarten Reisli

10.10.2007 // 20:35
Abgelegt unter: // mirjam

Bereits vor längerer Zeit tauchte an einer Kindergartensitzung der Vorschlag zu einem Kindergartenreisli auf. Verschiedene Ideen wurden von uns entworfen und im nachfolgenden Elterntreffen besprochen. An diesem Treffen wurde anschliessend gerade der Zielort festgelegt, wie auch eine Packliste für die Kinder und der Preis für die Tour. Ich war erstaunt über das Tempo des Vorbereitens und wie viel Eifer vor allem eine der Kindergärtnerinnen in diesen Ausflug steckte.

Nun, diese Woche war es soweit. Am Montag Nachmittag fuhren Albertina, eine der Kindergärtnerinnen und ich nach Oshakati um all die Essensvorräte einzukaufen. Ich hatte mich auf einen langen, eher schwierigen Einkauf eingestellt und war umso mehr erfreut, als ich bemerkte, dass Albertina einen Einkaufszettel geschrieben hatte und genau wusste, wieviel Geld zur Verfügung steht. So hatten wir bereits nach kurzer Zeit unser Auto voll. Wie die Kinder all dieses Essen verschlingen sollten, war mir jedoch schleierhaft. Um 9.00 Uhr am Dienstag traf ich beim Kindergarten ein, innerlich hatte ich mich auf viel Wartezeit eingestellt und eine gehörige Portion Geduld mitgenommen. Nach meinem Eintreffen kontrollierten wir ob alle Kinder da sind, die auch bezahlt haben, und holten das Geld, das beim Schatzmeister der Schule lag. Und nun ging das Warten los. Der Schulleiter, der uns begleiten und ein Transportauto zur Verfügung stellen sollte, war noch nicht da. Doch eine halbe Stunde später traf er ein und die Kinder drückten sich ins Auto.

Bereits nach zwanzig Minuten Autofahrt wurde die erste Pause eingelegt, einige der Kinder mussten pinkeln. Das hiess, alle raus aus dem Auto, die einen hinter die Büsche, die Anderen nutzen diese Gelegenheit um ihr mit gebrachtes Z Nüni zu essen. Wieder im Auto ging es zügig für einige Kilometer weiter, bis eine der Kindergärtnerinnen noch einige persönliche Einkäufe tätigen mussten und wir anderen warteten in der steigenden Hitze. Als auch dies erledigt war, mussten wir nur noch die Frau des Schulleiters in der Apotheke abliefern und nun konnte es auf direktem Weg weiter in den Wasserpark in Ongwediva gehen. Was eigentlich das Ziel unseres Ausflugs war.

Kaum waren wir im Wasserpark angekommen, stürzten sich die Kinder auf die Spielgeräte. Für die meisten Kinder war es das erste Mal, dass sie selbstständig auf einem Spielplatz spielen durften und die Geräte waren neu für sie. So belagerten alle Kinder gemeinsam die kleine Rutschbahn, dann die Schaukel, weiter zum Trampolin und weiter auf die grössere Rutschbahn. Es dauerte eine Weile bis sich die Kinder aufteilten und die Geräte so richtig geniessen konnten. Nach einer halben Stunde tastete ich mich mit der ersten Gruppe ans Wasser heran. Den meisten Kindern hier in der Ovambo Region wird verboten sich in der Nähe des Wassers aufzuhalten um zu spielen oder zu baden, die einzige Ausnahme bildet das Fischen. Das Wasser ist gefährlich und man kann darin ertrinken, dies ist wohl die meist gehörte Aussage zum Thema Wasser für die Kinder. Darum ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass die Kinder im Wasserpark enormen Respekt dem Kinderbad entgegen brachten und erst nach einigen Ermutigungen mit mir durch das Wasser wateten. Doch nach und nach wurde das Lachen und Gekreische der Kinder lauter und die Freude am Wasser war überall fühl- und sichtbar. Der Schulleiter war darüber nicht sehr erfreut, verbot seinen Kinder auch nur in die Nähe des Wassers zu kommen und ermahnte auch die bereits badenden Kindern, sie werden morgen krank sein oder sogar sterben. Tja, wir liessen uns die gute Laune nicht nehmen und genossen das kühle Nass. Es brauchte einige Anstrengung von uns Lehrerinnen die Kinder wieder auf das Trockene zu bringen. Während dem wir an alle Kinder ein Eiscream verteilten, tauchte der Schulleiter wieder auf um uns mitzuteilen, dass er um drei zu Hause sein müsse, wir uns also beeilen sollten. Etwas irritiert schauten wir einander an, versuchten jedoch die Kinder zu möglichst hohem Tempo beim Eis essen und Kleider anziehen anzuhalten. Kurze Zeit später als alle Kinder wieder im Auto platz gefunden hatten, fuhren wir zum ausgewählten Mittagsplatz. Doch der Schulleiter war mit unserer Idee nicht zufrieden und stimmte uns um, an einen Rastplatz, gleich neben der Hauptstrasse zu gehen. Sehr gemütlich. So wurde es dann auch. Der Schulleiter mahnte immer wieder zur Eile uns so drückten wir den Kindern jede Menge Essen in die Hände und bereits nach fünf Minuten scheuchte der Leiter die Kinder bereits wieder in die Autos. Zehn Minuten nach drei trafen wir beim Kindergarten ein, der Schulleiter relativ glücklich, die Kindergärtnerinnen und ich eher weniger, dafür machten sich die Kinder überglücklich und voller neuer Eindrücke auf den Weg nach Hause.

Meine Erkenntnis von dieser Reise: Es ist wichtig, dass die Kinder noch jede Menge Nahrungsmittel nach Hause mit nehmen können. Dies zeigt den Eltern, dass gut zu ihren Kindern geschaut wurde und die Reise ein Erfolg war.

Unser Fazit fürs nächste Jahr: Wir lassen den Schulleiter zu Hause.

Rundbrief Nr. 6 aus Elim

6.10.2007 // 14:28
Abgelegt unter: // andreas

Jetzt auch auf unserem blog zum download bereit: Unser 6. Rundbrief aus Namibia One man’s terrorist…: Unter Rundbriefe als PDF herunterzuladen.

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