Ein trockener und stinkender Empfang
Bereits auf der Heimreise von Windhoek nach Elim erhielten wir ein SMS, dass zu Hause wieder mal kein Wasser aus den Hähnen fliesst. Somit war der Traum einer erholsamen, erfrischenden Dusche bereits ausgeträumt. Kurz darauf folgte ein weiteres SMS, der Strom sei jetzt auch weg. Tja, unsere Freude nach Hause zu kommen wurde stark eingeschränkt. Aber nichts desto trotzt, wir freuten uns alle wieder nach Hause zu kommen. In der Abenddämmerung näherten wir uns Elim und entdeckten zu unserer grossen Freude Lichter aus den Fenstern. Und endlich zu Hause angekommen, sprudelte sogar Wasser aus den Hähnen, zwar noch nicht genügend für eine Dusche, aber immerhin. Während den folgenden paar Tage spielte das Wasser Katze und Maus mit uns. Zwischendurch hatten wir wunderbaren Wasserdruck, kurz darauf tropfte es nur noch aus den Hähnen und schliesslich blieb es ganz aus. Natürlich an einem Freitag, was bedeutet, dass es das ganze Wochenende so bleiben würde.
Am Sonntag Morgen weckte uns ein bestialischer Gestank, der uneingeladen zu unserem Schlafzimmerfenster hinein strömte. Nach einer kurzen Entdeckungsreise fanden wir die Ursache. Ein Abwasserschacht quellte förmlich über und die Brühe breitete sich in der Nähe unseres Gartens aus. Den ganzen Montag über hofften wir darauf, dass Arbeiter erscheinen würden und den Abwasserschacht abpumpen und das Problem beheben. Doch wir warteten vergebens. So sprach Andreas am Dienstag den Schulleiter darauf an und erfuhr, dass der Lastwagen kaputt ist, der diese Brühe abpumpen könnte… Am nächsten Tag teilte uns ein Lehrer mit, er habe nun bereits begonnen Briefe zu schreiben, damit dieses Problem behoben werden könne. Andreas und ich blickten uns erstaunt an. Ausgerechnet bei einem so akuten Problem wird ein Brief geschrieben! Ansonsten ist Schreiben und Lesen nicht besonders verankert in der Kultur und wir wünschten uns häufig es würde mehr gepflegt. Also warten wir jetzt darauf bis der Brief geschrieben ist, jemand in die Stadt fährt um ihn in den Briefkasten zu werfen, bis der Brief bei der zuständigen Staatsstelle angekommen ist, dieser Brief bei den zuständigen Arbeiter angekommen ist und bis der Auftrag ausgeführt wird. Bis es soweit ist werden wir uns wohl bereits an den übel riechenden Gestank gewöhnt haben.
Dafür ist in der Zwischenzeit der Wasserdruck wieder angestiegen, so dass wir jetzt sogar wieder eine Dusche geniessen können. Nach einigen Tagen des Wartens auf das Wasser, telefonierte Andreas mit dem zuständigen Arbeiter bei NamWater und siehe da – er wusste noch nichts von den Problemen. Vier Stunden nach dem Telefonanruf sprudelte das Wasser bereits wieder aus den Hähnen.
Die Frage ist nun: Müssen wir unsere Leidensbereitschaft erhöhen oder sollten die Namibier lernen schneller zum Telefon zu greifen?
September 27th, 2007 at 13:31
Ich freue mich immer wieder über die Berichte über das Leben in Namibia. Macht weiter so. Und hoffentlich werdet Ihr bald von der stinkende Kloake befreit.
Oktober 1st, 2007 at 12:11
Ein sehr schöner Blog !! Gratulation.
Auf das es bald nicht mehr stinkt
P.S. meldet euch mal bei mir wenn Ihr Lust habt auf einen Linktrade.