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The Vagina Monologues

Unser Auto füllte sich rasch mit vier Volunteers und fünf Namibierinnen und so fuhren wir gemeinsam nach Ongwediva. Die Stimmung unter uns war aufgekratzt und ausgelassen, die Vorfreude auf ein eher ungewöhnliches Abendprogramm war gross und dazu kam die Unsicherheit, was uns wohl erwarten wird. Wir waren unterwegs um das Theatherstück: “The Vagina Monologues” (Vagina-Monologe) anzusehen und insbesondere anzuhören.

«Das Stück besteht aus verschiedenen Monologen, die sich alle um die Vagina drehen. Eve Ensler, eine amerikanische Journalistin, hat aus rund 200 Interviews mit verschiedenen Frauen die Monologe zusammengestellt. So reichen die Beschreibungen dann von einer Vergewaltigung in Bosnien über die ersten sexuellen Erfahrungen einer 13-jährigen bis hin zu Erzählungen einer über 70 Jahre alten Frau. Die einzelnen Interviews regen manchmal zum Nachdenken an, sind mal erschreckend kalt, kommen in leisen Tönen daher oder zeigen viel Humor, sodass das Publikum zu lautem Lachen angeregt wird. Ensler nennt ihr Stück “eine anthropologische Untersuchung”, die erotische Fantasien von Frauen, deren Leidenschaft und Begehren, aber auch Enttäuschung oder Missbrauch / Gewalt einschließt.» (Quelle: Wikipedia)

Mit der üblichen Stunde Verspätung erschienen die zwei Rednerinnen auf der Bühne und begannen die Monologe vorzutragen. In den ersten Minuten war das Publikum erwartungsvoll still und alle mussten sich an die Offenheit und Ehrlichkeit der Monologe gewöhnen. Doch schon bald waren die ersten Lacher zu vernehmen, manchmal nur ein kurzes unterdrücktes Auflachen, dass sich teilweise zu einem hemmungslosen Lachen entwickelte. Doch auch betroffenes Schweigen breitete sich bei einigen Monologen aus. Die Monologe wurden von den Schauspielerinnen in der Ich-Form vorgetragen, dadurch baute sich eine rasche intensive Beziehung zwischen dem Publikum und den Darstellern auf. Am Ende der Monologe war ein allgemeines kurzes Aufseufzen hörbar, wir kehrten wieder zurück aus der “Vagina-Welt”.

Bei der anschliessenden Diskussion mit den Rednerinnen wurden viele Erfahrungen, Eindrücke und spontane Reaktionen auf das doch eher brisante Thema ausgetauscht und es entstand ein reges Gespräch. Auf der Heimfahrt tauschten alle begeistert ihre Eindrücke und Empfindungen aus. Ich war positiv überrascht, dass diese Stück auch bei den Namibierinnen völlige Begeisterung geweckt hatte. Sind doch Themen um die Sexualität in der Kultur ein Tabu und werden sehr sehr selten angesprochen. Wir alle waren begeistert von diesem Abend, es hat uns allen nebst einem vergnüglichen Programm auch einen speziellen intimen Blick in die andere Kultur ermöglicht.

Weitere Infos unter den folgenden Links:

Wikipedia: Vagina Monologe

Buchreszension auf Freitag.de

V-Day: Thematisiert Gewalt gegen Frauen (Englisch)

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