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1600 Kilometer in 48 Stunden

Pressemitteilungen über die Bahngesellschaft in Namibia:

“Mitten im Nirgendwo geht dem Zug den Diesel aus und die Fahrgäste müssen unter den Blicken hungriger Löwen in Busse umsteigen.” “Ein Lokomotivführer beendet seine Schicht nach schweizerischer Pünktlichkeit und lässt den Zug samt Fahrgästen mitten auf der Strecke stehen und besucht seine Familie.”

Trotz etlicher solcher Schauergeschichten liessen wir uns nicht davon abhalten uns in dieses Abenteuer zu stürzen, die Sehnsucht nach öffentlichem Verkehr war nach über einem Jahr Verzicht zu gross.

So brachen wir frühmorgens auf um die ersten Kilometer bis zur Busstation in Oshakati mit unserem Privatauto zurück zu legen. Mit nur einer Stunde Verspätung brachen wir in einem chinesischen Bus der SWAPO auf nach Windhoek. Für die erste Teilstrecke, ca. 30 km benötigten wir gegen drei Stunden und wir überlegten uns bereits, wie wir am bequemsten in diesem Bus übernachten könnten. Doch nun war der Bus voll, der Chauffeur hatte es plötzlich eilig und so, nach nur einem weiteren kurzen Tankstopp trafen wir im späteren Nachmittag in Windhoek ein. Diese Reise verlief ohne weitere Zwischenfälle. Einzig vielleicht zu erwähnen, dass Nathan darauf bestand als Zwischenverpflegung ein Ovambobrot zu kaufen. Ein trockenes, aber äusserst gesundes Brot aus Mahangu. Auch die kurze Fahrt im Taxi verlief reibungslos. Obschon der Fahrer kein Wort Englisch sprach, kamen wir unversehrt und auf dem schnellsten Weg in unserer Unterkunft an. Und endlich, endlich kamen wir wieder einmal in den Genuss eines Pizza Hauslieferdienstes. Welch eine Erfindung. Den nächsten Tag verbrachten wir schlendernd in der Innenstadt von Windhoek und liessen die “Grossstadt” auf uns wirken. Die Einkaufszentren übten eine grosse Anziehungskraft auf uns aus, doch Nathan liess sich eher vom Kinderlachen auf dem Spielplatz verleiten. Bereits im späteren Nachmittag suchten wir den Bahnhof auf, kauften uns ein 1. Klasse Ticket bis nach Ondangwa und betraten das Perron. Kritisch betrachteten wir den chinesischen Zug, befanden ihn aber soweit einschätzbar als zuverlässig und begaben uns an unsere Plätze. Ein 4-er Abteil mit viel Beinfreiheit im klimatisierten Wagen, dies sah nicht gerade nach grossem Abenteuer aus. So war es dann auch, der Zug suchte sich bedächtig bei Vollmondschein seinen Weg und die einzige grössere Überraschung war, dass wir eine Stunde früher als geplant nach 17 Stunden Bahnfahrt in der Endstation einfuhren. Ein Erlebnis war es aber auf jeden Fall und unsere Sehnsucht nach öffentlichem Verkehr ist vorerst befriedigt.

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