Demokratie im Lehrerzimmer
Tate Hansi, der Principal (Schulleiter) der Ashipala Secondary School ist meistens unzimperlich, wenn es darum geht, auf dem Weg zu einer besseren Schule über alle Köpfe des Lehrerkollegiums hinweg unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Umso mehr war ich erstaunt, als er bei einer harmlosen Frage, die er ohne weiteres selber hätte entscheiden können eine Anwandlung von Demokratie zeigte. Es ging darum, zu bestimmen, wann der neue Stundenplan mit früheren Anfangszeiten eingeführt werden soll, ob gerade am nächsten Tag oder nach dem nächsten Wochenende. Da sich niemand dazu äusserte, machte er eine Umfrage. Wer ist dafür, dass wir morgen damit beginnen? - Viele Hände werden in die Höhe gestreckt. Wer ist dafür, bis nach dem nächsten Wochenende zu warten? - Einige Hände wandern zögernd nach oben. Im zweiten Fall beginnt Tate Hansi zu zählen, eins zwei, drei, spätestens bei sechs hat er sich einmal um die eigene Achse gedreht, er zählt munter weiter bis elf, bis er sicher ist, mehr als die Hälfte der Anwesenden gezählt zu haben. Das Ergebnis ist klar, wir warten bis nach dem nächsten Wochenende. Da es sich um die Lösung handelt, die auch ich bevorzugt hätte, schweige ich und schmunzle über die interessante Auffassung von Demokratie.





