Vom Hinterhof in einen Garten
Im letzten Jahr veränderte ich meine Gartentaktik beinahe wöchentlich, doch immer wieder wurde ich enttäuscht. Entweder spross die Aussaat gar nicht oder die kleinen Setzlinge konnten der heissen Sonne nicht standhalten und welkten vor sich hin. Auch ein grösseres Problem stellten die Wasserausfälle dar, die manchmal mehrere Tage dauerten, was bei dieser Hitze verheerende Folgen hat. Oder ich vergass die Setzlinge zu giessen, dies ist mir leider auch passiert.
Ich versuchte aus all diesen Fehlversuchen zu lernen, meine Gartenarbeit zu verbessern und dem hiesigen Klima anzupassen. Mein grösster Fehler geschah bereits in der Gartengestaltung ganz zu Beginn. Nach guter Schweizer Manier häufte ich die Beeten auf und die Wege führten vertieft durch den Garten. Doch mit dem wenigen Niederschlag und der hohen Verdunstung ist das total falsch. Hier müssen die Beeten in die Tiefe oder zumindest einen hohen Rand ringsum haben, damit sich das Wasser sammeln kann und am richtigen Ort versickert. Tja, wie gesagt ich versuchte zu lernen und beginne nun langsam meine Beeten auch zu versenken. Und es lohnt sich. Da die Regenzeit sehr dürftig ausfiel in diesem Jahr ist unsere Wasserrechnung zwar immer noch enorm hoch, doch das Gemüse wächst jetzt zumindest und all die Giesserei ist nicht mehr für die Katze.
So wachsen jetzt die Rhabarber in die Höhe, die Erdbeeren machen Ableger, der Basilikum gedeiht so schnell, dass ich kaum nach komme mit zupfen. Der neuste Erfolg sind die Zucchetti, nach etlichen Versuchen mit künstlicher Befruchtung können wir nun Zucchetti in beachtlicher Grösse ernten. Auch die Butternuts werden bald reif sein und unseren Speiseplan erweitern.
Meine tägliche Freude jedoch sind die Tagetes, die nun bereits seit einigen Wochen wunderschön vor sich hin blühen und duften und einige bewundernde Blicke auf sich ziehen.
So wurde nach jähriger Arbeit aus einem Hinterhof nun endlich ein Garten.