Kleine Nachtmusik

26.3.2007 // 18:52
Abgelegt unter: // andreas

Kind Nr. 95

16.3.2007 // 9:29
Abgelegt unter: // andreas

Während des Kampfs für die Unabhängigkeit der SWAPO in Namibia gegen die südafrikanische Besatzer flüchteten über 40 000 Menschen in benachbarte Länder. Viele dieser Flüchtlinge wurden dank geschickten Verhandlungen von Sam Nuujoma in den damals sozialistischen Staaten wie Kuba, DDR, Polen, Russland und anderen aufgenommen und ausgebildet.

Lucia Engombe war damals eines der Kinder, die nach Deutschland gebracht wurden und dort eine schulische Ausbildung erhielten. In ihrem Buch erzählt die Autorin von ihrer Zeit als Kind und Teenagerin in der DDR und der schwierigen Rückkehr in ihr Heimatland Namibia. Es gibt einen spannenden Einblick in die zwei kulturell unterschiedlichen Welten und welcher Preis vom “normalen” Volk für die Unabhängigkeit bezahlt wurde. Lucia Engombe lebt heute in Windhoek und studiert Journalismus.

Kind Nr. 95 von Lucia Engombe, Ullstein Verlag, ISBN 3-548-25892-1

Vom Hinterhof in einen Garten

14.3.2007 // 19:50
Abgelegt unter: // mirjam

Im letzten Jahr veränderte ich meine Gartentaktik beinahe wöchentlich, doch immer wieder wurde ich enttäuscht. Entweder spross die Aussaat gar nicht oder die kleinen Setzlinge konnten der heissen Sonne nicht standhalten und welkten vor sich hin. Auch ein grösseres Problem stellten die Wasserausfälle dar, die manchmal mehrere Tage dauerten, was bei dieser Hitze verheerende Folgen hat. Oder ich vergass die Setzlinge zu giessen, dies ist mir leider auch passiert. Ich versuchte aus all diesen Fehlversuchen zu lernen, meine Gartenarbeit zu verbessern und dem hiesigen Klima anzupassen. Mein grösster Fehler geschah bereits in der Gartengestaltung ganz zu Beginn. Nach guter Schweizer Manier häufte ich die Beeten auf und die Wege führten vertieft durch den Garten. Doch mit dem wenigen Niederschlag und der hohen Verdunstung ist das total falsch. Hier müssen die Beeten in die Tiefe oder zumindest einen hohen Rand ringsum haben, damit sich das Wasser sammeln kann und am richtigen Ort versickert. Tja, wie gesagt ich versuchte zu lernen und beginne nun langsam meine Beeten auch zu versenken. Und es lohnt sich. Da die Regenzeit sehr dürftig ausfiel in diesem Jahr ist unsere Wasserrechnung zwar immer noch enorm hoch, doch das Gemüse wächst jetzt zumindest und all die Giesserei ist nicht mehr für die Katze.

So wachsen jetzt die Rhabarber in die Höhe, die Erdbeeren machen Ableger, der Basilikum gedeiht so schnell, dass ich kaum nach komme mit zupfen. Der neuste Erfolg sind die Zucchetti, nach etlichen Versuchen mit künstlicher Befruchtung können wir nun Zucchetti in beachtlicher Grösse ernten. Auch die Butternuts werden bald reif sein und unseren Speiseplan erweitern. Meine tägliche Freude jedoch sind die Tagetes, die nun bereits seit einigen Wochen wunderschön vor sich hin blühen und duften und einige bewundernde Blicke auf sich ziehen. So wurde nach jähriger Arbeit aus einem Hinterhof nun endlich ein Garten.

Überall het’s Guave dra

4.3.2007 // 19:55
Abgelegt unter: // mirjam

Kurz nach unserer Ankunft hier in Elim vor einem Jahr reiften die Guaven an den Bäumen. Drei voll behangende Bäume standen in unserem Garten und zogen viele erwartungsvolle Blicke auf sich. Einige erdreisteten sich sogar, dem Blickfang zu folgen und in unseren Garten zu stolzieren und in aller Schnelle und Heimlichkeit die reifen Früchte zu pflücken. Nach einer Weile wurde jedoch akzeptiert, dass die Bäume in unserem Garten standen und nicht auf dem Pausenhof, somit also nicht der Allgemeinheit gehörten. Nun konnten wir jeden Morgen einige Schüsseln Guaven ablesen und wussten bereits nach kurzer Zeit nicht mehr was mit diesen vielen Früchten anfangen. Zwar verarbeitete ich die Früchte in Mus, Konfitüre, Glace, Kuchen und was sonst noch alles möglich war, aber da wir die Früchte roh nicht mögen, wurde ich ihnen einfach nicht Herr. Unser Dickschädel liess es aber nicht zu die beliebten Früchte nun einfach zu verteilen, nachdem wir die Diebe von unserem Gelände gejagt hatten. So assen wir etwa einen Monat lang in jeder erdenklichen Form Guaven und waren nicht mal so traurig als die Guavenzeit vorüber war.

Es ist wieder soweit, die Erntezeit in diesem Jahr hat begonnen. Da der Regen sehr spät einsetzte, reiften auch die Früchte nur langsam. Doch nun leeren sich die Wolken beinahe jede Nacht über uns aus und so reifen die Guaven nun im Eiltempo. Jetzt gibt es wieder Guavenkonfi, Guavensaft, Guavenkuchen, Guavenjoghurt, Guavenlassi und natürlich Guavenmus. Der grösste Unterschied dieses Jahr ist jedoch, dass wir aus der Erfahrung vom letzten Jahr gelernt haben und die meisten Guaven verschenken, sehr zur Freude der Einheimischen.

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