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Eine haarige Angelegenheit

Bereits seit dem ersten Tag hier in Namibia bewundere ich die aufwendigen Frisuren der Frauen: die Haare werden wunderschön geflochten. All die verschiedenen Frisuren sehen nach stundenlanger Arbeit aus und werden je nach Lust und Laune wöchentlich bis monatlich gewechselt. In der Schweiz beneiden wir jeweils all die Touristinnen, die aus den Ferien mit dem Kopf voller Zöpfli nach Hause kommen und staunen über die Geduld bis zu 8 Stunden still zu sitzen, wie auch über das viele Geld das in dieser Frisur steckt. Diese Frisur, die wir als afrikanische Zöpfli kennen, gilt hier als eine der einfachsten Art, wird jedoch immer noch oft gesehen. Häufiger jedoch werden die Haare in den fantasievollsten Mustern an den Kopf heran geflochten und dann in eine Art „Bürzi“ oder Knoten hinten oder seitlich des Kopfes fest gesteckt.

Meine Faszination ab all diesen Frisuren löst bei meinen Bekannten hier in Namibia meistens ein unverständliches aber gleichzeitig stolzes Lächeln hervor. Und auf meine Frage, ob die Herstellung der Frisur denn nicht beinahe einen Tag in Anspruch genommen habe, erntete ich ein fröhliches Kopfschütteln. Mit der Zeit weihten mich die Namibierinnen in das Geheimnis all dieser Frisuren ein. Das meiste ist Kunsthaar. Ihr natürliches Haar ist oft durch das viele strecken mit Lockenwicklern und all diesen Mitteln krank und wächst bei den Meisten kaum bis zu den Schultern. So werden die Haare mit Kunsthaar bereichert, dies ermöglicht ein viel schnelleres Arbeiten, da es weniger rutscht und widerspenstig ist. So ist es für die Namibierinnen auch möglich von einem Tag zum anderen von einem Kurzhaarschnitt zu einer der aufwendigsten Frisuren mit langen Haaren zu wechseln.

Auch ich wagte mich eines Tages in ein Coiffeurgeschäft um meinem Haar endlich wieder einmal eine neue Frisur zu gönnen. Schüchternes Lächeln und einen regen Austausch in Oshiwambo erntete ich auf meine Frage hin, ob sie mir die Haare flechten würden. Doch eine von den Angestellten versuchte nun in zaghaftem Englisch heraus zu finden welche Frisur ich denn wünsche und führte mich auf einen Stuhl. Nach längeren Diskussionen und betrachten meines Haares beschlossen sie es zu versuchen, rieten mir aber zu einer Buschbabyfrisur, das sehe bei Weissen am besten aus. Ich vertraute ihnen, denn Buschbabys sind absolut niedliche Tiere. In emsigem Tempo begann sie nun seitlich mit einzelnen Haaren zu flechten und liess die Zöpfe gegen hinten etwas grösser werden. Ich genoss die Prozedur des Flechtens, doch verglichen mit einer Kopfmassage ist es doch eher schmerzhaft. Gegen Ende der Zöpfe musste sie noch etwas Kunsthaar einflechten, damit sich die Frisur nicht am gleichen Tag wieder öffnet. Ansonsten waren sie sehr erstaunt über mein gut geeignetes Haar und waren mit dem Resultat sehr zufrieden. Nach insgesamt zwei Stunden lief ich unter einigen bewunderten Blicken und Ausrufen mit einer Buschbabyfrisur wieder zum Geschäft raus.

Für die Frisur bezahlte ich 55N$, dies sind in etwa 10.- sFr. Leider begann die für mich ungewohnte Frisur bereits nach einigen Tagen derart zu jucken, das ich gezwungen war all die Zöpfe bereits nach einer Woche wieder zu öffnen. Diese Prozedur dauerte beinahe länger als die Herstellung. Anschliessend sah ich aus wie ein Engel mit gelocktem Haar.

Mein Staunen und die Fragen bezüglich Frisuren haben sich nun grundsätzlich geändert: wie halten die Namibierinnen diesen Juckreiz aus?



8 Responses to “Eine haarige Angelegenheit”

  1. 1
    Martin Bukowski:

    Hallo, also ich war im Internet auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit meine Zöpflis zu perfektionieren. Da bin ich auf dein Tagebuch gestossen. In Deutschland haben wir einfach die Bezeichnung Cornrows übernommen. Woher das Wort jetzt genau stammt kann ich nicht sagen, aber es bezieht sich auf Maiskolben. Meine Frage wäre jetzt, ob in Namibia die Haare die nicht mit in den Zopf gehen (Fusselhaare) weil sie zu kurz sind, evtl. abgebrannt werden? Das hatte ich von einer Freundin die kürzlich in Afrika war gehört, erscheint mir aber ein wenig zu riskant. Ich lasse mir min. einmal die Woche meine Cornrows erneuern, ich find diese Frisur einfach echt praktisch und schick, dazu kommt das sie einfach perfekt zu mir passt. Wenn du mir da mal nen Tipp geben könntest wäre ich dir echt dankbar.

  2. 2
    name:

    hallo du… an deiner stelle würde ich die haare im nacken undso abrasieren mit ner elektrischen haarmaschine vllt. von deinem vater??!!! ich würde dir raten dies nicht unbedingt selbst zu machen sondern jemanden um seine hilfe zu bitten!!

  3. 3
    igor maltsev:

    hallo solche haare mache ich mir auch voll cool

  4. 4
    Khayra:

    Ich bin auch afrikanerin und mache mir jede Woche neue Cornrows, denn ich finde auch dass sie super schick und aufwendig aussehen, doch ich kann sie sehr schnell. Ich kann auch solche “Zöpfchen” machen mit Logos oder Namen oder ein Zeichen. Wenn sie so etwas gerne möchten, können sie unten auch ein Kommentar schreiben, und ich nehme sofort Kontakt mit ihnen auf. Wenn sie wünschen kann ich ihnen auch zuerst ein Foto zeigen. Selbstverständlich kann ich das auch an Kindern machen. Der Preis beträgt für Kinder 10.- und für Erwachsene 15.-

  5. 5
    stutterfly:

    ich finde eher das das total komisch und beschissen bei heller haut aussieht

  6. 6
    David Frank:

    Ich habe mir cornrows machen lassen weiß aber nicht wie ich die Zöpfe öffnen muss soo das das harr wieder ok ist vieleicht könen sie mir das mal erklären danke. bye dave

  7. 7
    tanja:

    hi Khayra woher kommst du und machst du sowas noch? wäre interessiert

  8. 8
    Svenja.:

    @ Khayra : ICH !

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