Abschlussfest

Zur Feier der Graduation wurde eine Woche darauf noch eine grosse Party für alle Kindergartenkinder mit Eltern und Angehörigen angekündet. Mittwochs um 12.00 Uhr im Kindergarten. Da wir in der Schule nicht so schnell weg kamen, trafen wir gegen 13.00 Uhr beim Kindergarten ein und begrüssten die wenigen Frauen, die am Boden sitzend miteinander plauderten. Wir gesellten uns zu ihnen und kurz darauf tauchten auch einige Kinder auf, die sich Nathan annahmen. Andreas wurde ins Büro des Schulleiters gerufen um ihm ein Programm auf dem Computer vorzustellen. Ich tauschte einige Neuigkeiten mit den Frauen aus, dies war jedoch nicht so einfach, da mein Oshindonga noch nicht für ein längeres Gespräch reicht und ihre Englischkenntnisse noch schlechter waren. Nach und nach stiessen weitere Frauen mit Kindern dazu, liessen sich in kleinen Gruppen im Schatten nieder und tauschten Neuigkeiten aus.
Eine der Kindergärtnerinnen tauchte eine gute Stunde später auf und entschuldigte sich bei mir ab der Verspätung. Sie hat drei Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet und kennt wohl die Ungeduld der Europäer noch! Gemeinsam mit den jüngeren Frauen und den Kindern organisierten wir Tische und Stühle und bereiteten einen der Klassenräume vor um zu essen. Wiederum eine gute Stunde später, inzwischen war es nach drei Uhr, fuhr ein Auto mit Unmengen von Essen vor. Nachdem all dieses Essen ins Zimmer transportiert worden war und all die Besucher einen Stuhl gefunden hatten, wurde das Buffet eröffnet.
Zu dritt schöpften wir riesige Portionen Reis, Kartoffeln und Poulet in die mitgebrachten Tupperwares. Ich konnte es beinahe nicht glauben, dass die Kindergartenkinder so grosse Mengen verschlingen konnten.
Für uns als Familie hatten die Kindergärtnerinnen extra eine Schüssel mit einem halben Poulet zur Seite gestellt und servierten uns dazu noch Gemüse. Das Essen war ausgezeichnet und wir genossen es in vollen Zügen. Nathan, vom Essverhalten her inzwischen schon längst ein Namibier, knabberte vergnügt an den Pouletknochen und überliess das Essen von Gemüse uns. Wir waren noch nicht ganz fertig mit dem Essen als die meistens sich bereits auf den Nachhauseweg machten. Nun entdeckte ich auch, dass einige ihre Portionen nicht ganz vertilgt haben, die Resten wurden in den mitgebrachten Tupperwares mit nach Hause genommen.
Auch wir verabschiedeten uns bald darauf von den übrig gebliebenen Kindergärtnerinnen und wünschten einander schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr. Zufrieden und satt machten wir uns auf den Heimweg. Für das heutige Abendessen war bereits gesorgt, denn auch wir durften noch ein grosses Stück Poulet und Gemüse mitnehmen.
An diesem Tag lernte ich eine sehr wichtige Lektion: Was für uns wie Warten auf das Essen aussieht, sind in Wirklichkeit Gemeinschaft und Gespräche und bilden nebst der Mahlzeit den wichtigsten Teil von einem Fest hier in Namibia.