Graduation im Kindergarten Gwaniiti
Bereits seit einiger Zeit übten die Kinder Lieder und Verse in Englisch und warteten aufgeregt auf ihren Graduation-Sonntag[1]. Die Kindergärtnerinnen waren beschäftig mit Programm schreiben, Kleider und Umhänge nähen und waren selber aufgeregt.
Und nun endlich war es soweit: nach amerikanischem Vorbild wurden den Kindern draussen neben der Kirche grüne Graduationmäntel umgehängt. Diese versteckten die Kinder beinahe unter sich, gaben der Zeremonie jedoch einen sehr ernsthaften und feierlichen Anstrich.
Anschliessend an den Gottesdienst durften sich die Kindergartenkinder vorne in der Kirche auf der Bühne aufstellen und stolz ihren Namen ins Mikrofon sagen: „My name is Albertina, I come from Elimi. I am a girl:“ Nachdem sich alle 60 Kinder vorgestellt hatten, sangen sie noch die eingeübten Liedern und die Verse. Und nun kam der grosse Augenblick für die Kinder, das Überreichen der Graduation, der Zeugnisse. Tate Gwaniiti, ein hoch angesehener Mann in Elim, der dem Kindergarten seinen Namen gab, durfte diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen und jedem Kind nebst dem Zeugnis noch ein Paket Biskuits in die Hände drücken.
Nun liess sich aber die Müdigkeit nicht nur bei mir nicht mehr verbergen, eines der Kinder schlief auf seinem Stuhl ein und auch die Besucher wurden ungeduldig und warteten auf das Ende. Denn der Gottesdienst begann um 9.00 Uhr mit ungefähr 10 Kindertaufen, anschliessend folgte die Predigt, dann das Abendmahl und endlich dann um 12.00 Uhr durften die Kindergartenkinder einmarschieren und mit ihrer Graduation beginnen. Inzwischen war es 13.30 Uhr, die Sonne brannte erbarmungslos auf das Blechdach und wir alle lechzten nach Wasser und Bewegung.
Um 13.45 Uhr wurde die Zeremonie nach einem Gruppenfoto beendet und die zuvor stark gefüllte Kirche leerte sich schnell und die Leute zogen heimwärts.
[1] Graduation: entspricht schweizerischem “Examen”