Jodeln in Namibia
Wir staunten nicht schlecht, als wir eines Abends beim Nachtessen sassen und von draussen unseren einheimischen Nachbarn jodeln hörten. Es tönte zwar (noch) nicht ganz so elegant wie von einem geübten Jodler, die Melodie kam uns aber auch als Nicht-Jodel-Experten sehr bekannt vor. Nun ja, dass jemand in der abgelegenen Provinz Elim probiert zu jodeln kommt natürlich nicht einfach von nichts.
Vor einigen Wochen besuchte der Chor Rondo Vocale aus Malters in der Schweiz anlässlich einer Chorreise Namibia. Neben dem Reisevergnügen stand der Kulturaustausch im Vordergrund. Aus diesem Grund wurden ganz bewusst in verschiedenen Orten Konzerte zusammen mit einheimischen Chören organisiert. Eine Begegnung fand hier im Norden statt, in Oshakati, Oshikuku und Elim. Wir freuten uns sehr über bodenständigen Schweizer Besuch.
Im Vorfeld hatten wir verschiedene Aktivitäten für den Chor organisiert. Einerseits Lektionsbesuche, andererseits Darbietungen des Schweizer Chors wie auch vom Schülerchor und der Kulturgruppe der Ashipala SSS. Das Repertoire des Chors Rondo Vocale für diese Reise bestand aus Volksliedern, die jazzig interpretiert wurden. Besonders die lüpfigen Lieder kamen sehr gut an. Und noch mehr das Jodeln. Die Neugierde war bis in die hinterste Reihe geweckt und die Begeisterung der SchülerInnen und Lehrkräfte über diese ungewohnten Klänge war riesig.
Die weniger musikalischen unter den Namibiern (SchülerInnen und Lehrer) waren im zweiten Teil des Programms gefragt: Ein Länderspiel Schweiz gegen Namibia. Die einheimischen Lehrkräfte, die beim Schweizer Team aushalfen gaben sich Mühe, bei der Schweizer Nationalhymne ernst und bedeutungsvoll dazustehen, gerade so wie ich mir zweimal pro Woche vor Schulbeginn Mühe gebe, das selbe bei der Namibischen Nationalhymne zu tun. Die Sonne spielte eindeutig auf der Seite Namibias, das Spiel endete dank vorzeitigem Abbruch unentschieden.[1] Die Enttäuschung Namibias über ein kurzes Spiel stand der Erleichterung der Schweiz gegenüber, endlich aus der prallen Sonne in den Schatten wechseln zu können. Die Unterhaltung für alle, sowohl Spieler wie auch ZuschauerInnen war grandios.
Wir haben die Schülerinnen und Schüler der Ashipala selten so offen und interessiert erlebt. Musik und Fussball scheinen zwei Sprachen zu sein, die fast überall auf dieser Welt verstanden werden.
[1] Ok, ok, müsste eigentlich heissen: das Spiel endete trotz vorzeitigem Abbruch 2:0 für Namibia. Es ist da unten immer noch etwas heiss für die grauen Zellen






