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Etosha Pan Nationalpark

Ein Muss für jeden Tourist in Namibia oder vielleicht sogar der grösste Beweggrund dieses Land zu bereisen ist der Etosha Nationalpark. Seit einem halben Jahr mussten wir uns immer wieder die Frage der Einheimischen anhören, warum wir denn noch nicht in der nahe gelegenen Etosha waren; auch die Schweizer erkundigten sich nach den Erlebnissen im Nationalpark und das Gespräch unter den Volunteers drehte sich oft um die Tierbeobachtungen. So entschieden wir uns den Etosha Nationalpark zu besuchen um anschliessend mit Erlebnissen aus erster Hand mithalten zu können.
Mit einer Freundin aus der Schweiz, die uns als Abschluss einer längeren Reise durch Südafrika und Namibia für zwei Wochen besuchte, beluden wir unser Auto und machten uns auf Richtung Park.

Grassteppe

Nachdem wir am Eingangsgate registriert wurden, fuhren wir erwartungsvoll – die Gesichter an die Fensterscheiben gedrückt – die ersten Meter hinein in die Grassteppe. Bereits nach wenigen Augenblicken entdeckten wir riesige Vögel am Himmel, beobachteten ihre Kreise und schlussendlich ihre Landung. An einem kleinen Wasserloch tummelten sich mehrere Arten von Geiern. Gleich daneben wälzte sich eine Wildschweinfamilie und zwei weitere riesige Vögel, Kori Bustards (eine Trappenart), wanderten anmutig durchs gelbe hohe Gras. Einige Minuten später zog eine Herde Zebras an uns vorbei, so nah, dass wir erkennen konnten wie unterschiedlich ihre Streifenmuster in Wirklichkeit sind. Weiter vorne in den Dornbüschen entdeckten wir die Hälse einiger Giraffen. Als wir näher fuhren betrachteten sie uns aufmerksam, gingen stolz ein paar Schritte weiter in die Büsche und frassen ruhig weiter, so dass wir sie eine Weile beobachten konnten. Ihre Bewegungen wirken so anmutig und grazil, trotz dem langen Hals, den langen Beinen und dem verhältnismässig kleinen Körper. Auf dem Weg zum Campingplatz kamen wir kaum vorwärts und schon gar nicht aus dem Staunen heraus. Wir schafften es dennoch kurz vor Sonnenuntergang uns für den Abend und die Nacht vorzubereiten. Während dem Abendessen tauchten einige Schakale auf, die das Fleisch auf dem Grill rochen und manchmal beängstigend nah bei uns vorbei schlichen.

Erdhörnchen

Am nächsten Morgen packten wir in aller Frühe um die Tiere bei Sonnenaufgang an den Wasserlöchern zu entdecken. Für unsere Verhältnisse fuhren wir sehr früh vom Campingplatz los, doch bis wir an den Wasserlöchern waren, stand die Sonne bereits hoch oben am Himmel. Denn unterwegs entdeckten wir bereits so viele Herden von Zebras, Giraffen und aller Arten Antilopen und Gnus, so dass wir vor lauter Staunen und Beobachten kaum vorwärts kamen und dauernd Filmrollen wechseln mussten. Am Abend genossen wir die ruhige Stimmung an einem Wasserloch, das vom Campingplatz aus zu erreichen war. Mitten in der Stille hörten wir ein Brüllen, Äste knackten und plötzlich entdeckten wir ein Rhinozeros, das nun bewegungslos hinter einem Busch stand und die Umgebung nach Gefahren absuchte. Nach einer Weile setzte es seinen Körper schwerfällig in Bewegung auf das Wasserloch zu und da tauchte nun auch das Kleine auf. Das Baby Rhino folgte in der Nähe seiner Mutter bis zum Wasser und trank, während dem die Mutter weiterhin die Umgebung absuchte. Auch die Mutter genehmigte sich einige Schlücke, danach trotteten die Beiden wieder in die Büsche zurück. Kurze Zeit später tauchten sie erneut beim Wasserloch auf und verscheuchten zwei Hyänen. Mit so vielen neuen Eindrücken und Beobachtungen legten wir uns ins Zelt und fielen in einen tiefen, aber kurzen Schlaf, denn wir wollten wieder früh raus. An diesem Morgen wollten wir uns nicht wieder von Zebras und Giraffen aufhalten lassen, denn die sind so zahlreich und waren unterdessen für uns keine Besonderheit mehr; wir wollten so schnell als möglich an die Wasserlöcher um Löwen und andere Raubtiere zu entdecken, auch die Elefantenherden hatten wir bis dahin noch nicht entdeckt. Unser Plan ging tatsächlich auf, bereits auf dem Weg entdeckten wir drei Geparden, die etwa fünfzig Meter von uns entfernt die ersten Sonnenstrahlen genossen und sich dann gemütlich entfernten. Voller Tatendrang machten wir uns weiter auf die Suche nach den Raubtieren und steuerten ein weiteres Wasserloch an. Als wir aufs Wasser hinunter sahen, staunten wir nicht schlecht: drei Löwen in nächster Nähe. Ihre Mähnen und Vorderbeine waren noch voll Blut und sie tranken gierig Wasser. Plötzlich tauchte hinter einem Busch der Kopf einer Löwin auf, die sich langsam auf die Strasse und uns zu bewegte. Hinter ihr folgten Babylöwen, eins nach dem anderen, bis fünf Babys auf der Strasse miteinander spielten. Die ganze Löwenfamilie gesellte sich nach einer Weile und stolzierte gemütlich durch das Steppengras dem Horizont zu. Was für ein Schauspiel.

Goas Wasserloch

Völlig benommen von dieser Beobachtung fuhren wir zurück zum Campingplatz, packten unsere sieben Sachen und fuhren dem Ausgang des Parks zu. In diesen drei Tagen im Etoshapark hatten wir nun unzählige Steppenzebras, Giraffen, Springböcke, Gnus, Kudus, Oryxs und andere Antilopenarten entdeckt, verschiedenste Vogelarten wie Geier, Adler und den Sekretärvogel beobachtet, staunten über zwei Nashörner, drei Geparden und insgesamt siebzehn Löwen mit fünf Jungen, bewunderten viele weitere Tiere, ohne dass uns ihre Namen bekannt waren. Erstaunlicherweise aber sahen wir auch nach längerem Suchen nur zwei Elefanten. Der Etosha Nationalpark ist ein Muss für alle die eine gewisse Zeit in Namibia verbringen. Wir kommen nicht mehr aus dem Schwärmen raus und nun müssen alle unsere Erzählungen über unsere Tierbeobachtungen anhören, sobald sie uns auf die Etosha ansprechen. Es war wunderschön eindrücklich und bestimmt nicht der letzte Besuch, den wir den Tieren in diesem Park abstatten werden. Wir freuen uns bereits wieder auf das nächste Mal.

Fotos

Um eine Bleiwüste zu verhindern, haben wir ein paar Bilder von unserer Digicam in den Text gestreut. Obwohl wir sonst sehr glücklich sind mit unserer Digitalkamera sind wir in der Pfanne schier verzweifelt. Die wilden Tiere posierten in sicherer Distanz für ein Porträt. Das heisst, auf unseren Digicam Bildern ist viel Landschaft und wenig Tier zu erkennen. Die meisten Bilder haben wir deshalb mit einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera geschossen. Deshalb befinden sich unsere Fotos leider noch in der Entwicklungsphase. Sobald diese abgeschlossen ist, werden wir unsere schönsten Bilder von der Etosha auf den Blog laden.

Bitte sag mir, dass deine Kamera ein automatisches Zoom hat.

2 Responses to “Etosha Pan Nationalpark”

  1. 1
    Benu von Gunten:

    Cooli Sach,

    Tönt guet dä Park. Ds 3. Föteli isch wahrschinlech us dr Sicht vom Roubtier (oder?) :-)

    Gruess: BENU

  2. 2
    jr:

    Neidischsein!

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