Geburtstag feiern in Namibia
Es ist ein besonderes Erlebnis, den eigenen Geburtstag im Ausland zu verbringen. In den meisten Lehrerkollegien in der Schweiz ist es üblich, dass das Geburtstagskind Gipfeli für alle bringt, bei etwas runderen Angelegenheiten kann es schon sein, dass ein kleines Apero spendiert wird. Ich war natürlich ganz neugierig, was mich hier erwarten würde. Herauszufinden, was den lokalen Gepflogenheiten entspricht, war aber nicht so einfach, und meine Neugier wich einer gewissen Beunruhigung. Zum Glück hatte ein Tag nach mir ein anderer Lehrer Geburtstag, und er erzählte mir einige Tage im voraus, dass er eine Torte bringen würde und sich schön anziehen würde. Aha. Von Nathans’ Geburtstag her wussten wir schon, dass eine selber gekaufte Torte mehr geschätzt wird, als eine selber gemachte. In der Schweiz ist es eher umgekehrt. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass in der Schweiz die Zeit eher eine knappe Ressource ist und in Namibia eher das Geld, womit auch die Auswahl der Torte und die damit gemachte Freude gewissen marktwirtschaftlichen Gesetzen folgt… Das Verschneiden und Verteilen der Torte war die nächste Hürde. Eigentlich war gedacht, dass ich als “baby” (wie man hier als Geburtstagskind genannt wird), die Torte verschneide und verteile. Ich verschnitt sie nur, forderte die “colleagues” auf, sich selber zu bedienen und alle sagten “ok”. Dann geschah lange nichts, bis sich ein Lehrer meiner erbarmte und begann, die Stücke willkürlich zu verteilen.
Meinen Geburtstag habe ich sehr genossen, wir nahmen uns Zeit als Familie, machten einen Ausflug ins fruit’n'veg in Oshakati und gönnten uns dort ein tolles Dessert. Mirjam hat mich überrascht (das erste mal seit Jahren, dass ich ihr nicht vorher auf die Schliche gekommen bin…) mit einer wunderschönen Trommel aus dem Kavango. Wie diese den Weg nach Elim gefunden hat ist eine andere Geschichte. Schliesslich lud ich für Freitagabend alle Interteamler, Worldteacher und Nachbarn und Lehrerkollegen für ein “Bräteln” oder eben “Swiss style braai” in unserem Garten ein. Schliesslich waren 5 Nationen vertreten, Nord und Süd. Die einheimischen Lehrkräfte schlossen sich uns “Westlern” erst nach mehrmaligem Nachfragen an. Sie haben wahrscheinlich ähnliche Unsicherheiten erlebt, wie ich wegen der Torte. Es war ein sehr gemütlicher Abend, ich habe ihn enorm genossen und er half mit, immer noch vorhandene Berührungsängste abzubauen.



Juli 18th, 2006 at 7:49
Noch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Juli 19th, 2006 at 23:02
hallo dir drue luschtige… ja AUES GUETE no. mir hei eigentlech scho e flug buechet gha nach Namibia isch aber naere glich chli ztuer gsi, villech imne jahr oder i zwoei de. mir si grad ds Marokko u hei a di daenkt Aendu woeu du ja o einisch hie bisch gsi. machets ganz guet