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Taxi, Taxi

Als ungeübte Autobesitzer wurde uns vor einigen Tages schlagartig klar, dass unser netter roter Venture überfällig war für den Service in Ongwediva, einem Ort hinter Oshakati gelegen. Gesagt, getan, aber wie komme ich wieder nach Hause? Von Ongwediva nach Oshakati fahren viele Taxis. Um ein Taxi von Oshakati nach Oshikuku zu finden, musste ich zuerst den Taxisammelplatz in Oshakati finden. Schliesslich kann es sein, dass man Pech hat und sehr lange warten muss um von Oshikuku nach Elim zu gelangen. Weggehen ist einfach, Heimkommen ist Glückssache.

Nun, unser Auto musste in den Service. Von Staub geplagt, scheppernd und quietschen bog unser Toyota zum lang ersehnten Ziel “extreme vehicle repairs” ab. Nach kurzem Gespräch mit dem Garagist Johnny machte ich mich auf den Weg nach Hause. Wenn alles gut ging, konnte ich das Auto am Abend wieder abholen. Um einen Platz im Taxi zu ergattern streckt man nicht den Daumen raus sondern wedelt mit dem ganzen Arm auf und ab. Meistens wird man auch von jedem Taxi angehupt, aus Rücksicht auf die potentiellen Fahrgäste mit Sehschwäche.

Ein seltener Anblick: ruhendes Taxi

Ich bekam schnell einen Platz in einem Taxi. Aber zurück in Oshakati erspürte ich den Autoschlüssel in meiner Trainerjacke. Das hiess, mich nochmals zurückchauffieren zu lassen. Und jetzt begann der mindestens amüsante Teil meiner Reise. Kurz nachdem ich bei einem netten Taxifahrer eingestiegen war, der mich als “Brother” bezeichnete, sagte er: “Please put on the belt, brother” (Bitte schnalle dich an, Bruder) und schnallte sich ebenfalls an. Um mich den lokalen Gepflogenheiten anzupassen hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auf Einsatz der Gurte verzichtet. Als nächstes griff der Fahrer in Eile nach seinem Taxischild auf der Ablage und versteckte es neben seinem Sitz. Nach kurzem Wortwechsel kam ich darauf, dass etwas weiter vorne eine Polizeikontrolle stattfand. Und tatsächlich, vor uns fuhren einige Taxifahrer gerade noch rechtzeitig links raus um ihre Taxischilder vom Dach zu entfernen. Wie er das so früh herausgefunden hat, ist mir ein Rätsel, vielleicht fliegen die Vögel anders über einer Strassensperre. Die Kontrolle verlief für uns ereignislos.

Ich lieferte die Schlüssel in der Garage ab und bemühte mich erneut um ein Taxi, welches auch prompt anhielt und wendete. Aber irgendetwas stimmte nicht damit. Der Rückwärtsgang schien nicht zu funktionieren und der Fahrer kurbelte wie wild am Steuerrad. Als dies nichts half, stieg er aus und inspizierte die Räder, machte ein Telefonat und begann etwas zu werkeln. Mir war das zu bunt. Beim Weggehen entdeckte ich, dass ein Vorderrad nach rechts zeigte und das andere nach links. Hmmm…

Ich passierte die Polizeikontrolle auch bei der Rückfahrt unbehelligt und fand schliesslich auch ein normales Taxi nach Oshikuku. Es ist hier normal, dass man sich die Rückbank zu viert teilt. Man teilt dann auch alle Gerüche. Auch normal ist, dass das Radio läuft. Meistens nbc, die öffentliche Radiostation. Es war kurz vor der vollen Stunde und scheinbar fand sich gerade kein geeignetes Musikstück: Auf jeden Fall lief während drei Minuten dauernd die Radiohymne oder wie man dem sagt und irgend ein Heldengesang, immer wieder unterbrochen von langen Pausen. Meine Reise wurde dadurch doch sehr abwechslungsreich. Für die 10km von Oshikuku nach Elim hatte ich in weiser Voraussicht (oder aus Angst keine Mitfahrgelegnheit zu finden) ein Fahrrad deponiert und radelte nach Hause.

So geht das, sagt ein bekannter Schweizer. So geht das, sage auch ich.

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