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“Good Morning Mr. Andreas

How are you?” Mit diesen Worten werde ich jeden Morgen von den Lehrkräften im Lehrerzimmer begrüsst. Fortgeschrittene gehen alle Anwesenden der Reihe nach durch und geben Antwort wie es sich gehört (Fine, How are you?) bevor sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Ich habe in solchen Momenten etwas Sauerstoffmangel und bringe nur ein einzelnes “Good Morning” für alle über die Lippen.

Nach einiger Zeit die wir uns zum Einleben genommen haben und einigen Tagen Planung zu Hause habe ich vor drei Wochen begonnen, Kontakt mit den Mathematik Lehrkräften aufzunehmen, ihre Lektionen zu besuchen und kleine Auswertungen anzubieten. Dies um das Umfeld kennen zu lernen, in dem ich mich in den nächsten drei Jahren betätigen werde.

Die meisten Schüler sind sehr schwach in Mathematik, es gibt viel zu tun. Meine Aufgabe wird es unter anderem sein, herauszufinden, wo man am besten ansetzt um dies zu verändern. Eine VSO Freiwillige (ebenfalls eine Mathematiklehrerin) hat in den letzten zwei Jahren viel Vorarbeit geleistet und auf der Primarstufe einige Dinge verbessern können. Von ihr habe ich auch viele Unterlagen erhalten, die mir meine Aufgaben etwas erleichtern, da ich nicht bei null beginnen muss. Der Umgang mit den Mathematiklehrkräften hier ist sehr angenehm, ich wurde freundlich aufgenommen.

Ein weiterer Punkt in meiner Arbeit ist der Besuch aller Sekundarschulen im Bezirk und die Durchführung von regelmässigen Weiterbildungen für die Mathematiklehrkräfte dort. Einige dieser Schulen sind 80 km von hier entfernt, wenn ich Glück habe mit dem Auto erreichbar. Letzte Woche war ich in einer Schule nicht weit von der Hauptstrasse gelegen, die letzten 500 m musste ich aber zu Fuss gehen, da die Zufahrtstrasse unter Wasser ist. Wirklich erstaunt war ich, als ich in der Schule eine vollständige elektrische Installation entdeckte, mir aber gesagt wurde, dass die Schule seit 3 Jahren auf den Stromanschluss wartet. Ich denke, fehlende finanzielle Mittel und eine langsame Bürokratie erschweren es den Lehrkräften, gut und effizient zu unterrichten. Zum Beispiel ist es aussergewöhnlich, wenn eine Schule genug Lehrbücher für alle Lernenden hat, meistens teilen sich zwei oder mehr Schüler und Schülerinnen ein Lehrbuch. Ein anderes Beispiel ist fehlende oder zu langsame Kommunikation, wenn Lehrkräfte erst nach der Durchführung zu einem Weiterbildungsseminar eingeladen werden und davon erfahren.

Manchmal denke ich, es ist ein Fass ohne Boden, aber das selbe könnte man auch dem Schulwesen in der Schweiz vorwerfen. Ich bin hoffnungsvoll, dass meine Arbeit ein wenig Früchte tragen wird, auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf den heissen Stein ist.

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