“The sunny side of learning English”

4.2.2006 // 15:21
Abgelegt unter: // andreas

cape studies, unsere Englischschule fuer 2 Wochen

Diese Zeit hier in Capetwon dient uns nicht nur zur Erholung und zur Anklimatisierung. Unsere Hauptmotivation ist es, unser Englisch aufzufrischen und zu verbessern. Wie man sich auch mit wenig Fantasie vorstellen kann, ist das als Familie einiges schwieriger als fuer Einzelpersonen. Gebucht haben wir schon von der Schweiz aus, mit der Abmachung dass Mirjam am Morgen 4 Lektionen Klassenunterricht nimmt und Andreas am Nachmittag 2 Einzellektionen. Somit koennen wir uns die Zeit einteilen um zu Nathan zu schauen. Eine neue Erfahrung, der wir mit gemischten Gefuehlen entgegenblickten, da wir nicht sicher waren ob sich die Plaene auch in die Tat umsetzen lassen. Es geht tatsaechlich und Gavin, mein Englischlehrer meinte zu unserer Rollenaufteilung, wir seien eine moderne, fortschrittliche Familie. Die Rollen scheinen hier noch einseitiger verteilt zu sein als in der Schweiz. In Mirjam’s Klasse ernteten wir Beifall als sie erzaehlte, wie wir uns organisiert haben, damit beide Englisch lernen koennen.

Gavin macht mit mir viel Konversationsuebungen um den Wortschatz zu erweitern und Aussprachtraining. Manchmal auch etwas Psychotherapie, wenn er mir versichert, dass der Schweizer und sogar der Deutsche Akzent alles andere als schlimm toenen. Im Gegenteil, diese Akzente vermitteln das Gefuehl von Vertrauen, Praezision und Verlaesslichkeit. Bisher schaemte ich mich immer fuer mich und alle Schweizer mit diesem “federal inglisch”. Aber dann lassen wir jetzt mal diese ä’s e’s und r’s urchig krachen bis sich die Balken biegen.

Gavin, mein Englischlehrer

Gestern Freitag war es so heiss, dass Gavin und ich beschlossen, ein klimatisiertes Restaurant aufzusuchen, damit wir klarer denken konnten. In diesem Kaffee setzten wir uns mit Mathematik in Englisch auseinander. Dies ist eine Fremdsprache in der Fremdsprache. Aber schliesslich will ich fuer meine Arbeit in Namibia zumindest einigermassen sicher sein was die mathematische Sprache angeht. Im Gegenzug zu seiner Psychotherapie konnte ich Gavin einiges an mathematischem Aufbautraining vermitteln, er half mir bei der Aussprache und Vokabular.Viel zu verdanken haben wir der “waiter” (Kellnerin), welche uns weiter geholfen hat, wenn wir unsicher waren. “Waiter” kommt von warten und da sie an diesem Nachmittag wenig bis nichts zu tun hatte, machte auch ihr diese mathematische Enlischlektion viel Spass.

Robben Island

4.2.2006 // 14:19
Abgelegt unter: // andreas

Robben Island MuseumKurz vor zehn zeigten wir selbstsicher am Nelson Mandela Gateway unsere voraus gekauften Tickets um auf das Schiff nach Robben Island zu gelangen. Es entstand einige Unruhe, die Kontrolleure musterten uns kritisch und wollten uns nicht aufs Boot lassen: Es war bereits elf Uhr. Wir hatten das zehn Uhr Schiff verpasst. So, jetzt wissen auch wir welche Zeit wirklich ist und dies nach 4 Tagen in Cape Town! Wir tauschten unsere Tickets noch um und den Ausflug nach Robben Island konnte los gehen. Robben Island liegt 12 km vor der Kueste. Nach gut 20 min. standen wir auf dem historischen Boden von Robben Island. Diese Insel wurde bis 1991 als Gefaengnis fuer politische und religioese Fuehrer, die gegen die Apartheid ankaempften, benutzt. Einer der bekanntesten Insassen war Nelson Mandela, er sass 27 Jahre hinter Gittern.

Gefaengnis Aussenhof auf Robben Island In Bussen wurden wir ueber die Insel gefahren, vorbei an all den Gefaengnissen, Arbeitszentren und Wohnhauser der Waerter. Unser Reisefuehrer war selbst einer der Gefaengnisinsassen auf der Insel. Seine Geschichte, wie auch die Geschichte der Insel schockierten uns, gaben uns zu denken und zeigten uns wieder mal wie schrecklich die Menschen zueinander sein koennen. So liessen die Waerter die Insassen zum Beispiel Kalk abbauen um angeblich Strassen zu bauen. Die Strassen wurden jedoch nie gebaut, der Kalk hingegen zerstoerte das Leben vieler. Er drang in ihre Lungen und ihre Augen ein, liess sie erblinden und haeufig starben sie an einer Staublunge oder an Lungenkrebs. Dies ist ein trauriges Kapitel der Geschichte von Suedafrika. Das schoeenere Erlebnis auf dieser Insel waren die Pinguine. Zu tausenden watschelten sie am Strand entlang und entlockten uns so manches Laecheln, bevor wir mit dem Schiff zurueck aufs Festland fuhren.
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