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Willkommen in Europa

Nach einer sehr entspannenden Bahnfahrt nach Frankfurt mussten wir uns den Flug nach Kapstadt zuerst verdienen. Wegen Schneefalls wartete das Flugzeug auf die Enteisungsmachine, und das kann bisweilen etwas dauern, in unserem Falle waren es gegen vier Stunden. Nun gut, Nathan machte alles vorbildlich mit und nach weiteren zwoelf Stunden Flug (der von Schneestuermen begleitet war) spuckte uns das Flugzeug aus und wir wurden auf afrikanischen Boden geworfen. Die 30 – 40 Grad Temperaturunterschied waren nicht ganz einfach wegzustecken, der ganze Auswanderungsprozess hat seine Spuren hinterlassen. Die ersten zwei, drei Tage haben wir uns Nathan angepasst: Zu viel mehr als Schlafen, Essen und einigen Gehversuchen in der Stadt sind wir nicht gekommen.

Devil's Peak, Tafelberg und Lion's Head mit Kapstadt am Fuss der Bergkette

Was bisher ausgeblieben ist: Ein richtiger Kulturschock. Irgendwie hatten wir das Gefuehl, nach Kapstadt zu gehen heisse auch in Afrika anzukommen, aber in den Gebieten in denen wir uns bisher bewegt haben hat man eher den Eindruck einer europaeischen Stadt wie London, Amsterdam oder Paris, vielleicht etwas mehr im Sueden. Es leben Menschen aus verschiedensten Kulturen hier zusammen, die Menschen scheinen alle wohlhabend zu sein, man kann alles kaufen, was das Herz begehrt. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass es nach einem indischen Kulturschock einiges braucht um einen noch zu beeindrucken oder aus der Bahn zu werfen. Auf jeden Fall macht uns die Hitze mehr zu schaffen als der Wechsel des Kontinents. Kapstadt erlebt einen richtigen Boom und es leben sehr viele Europaeer hier. Sowohl unsere Unterkunft House on the Hill wie auch die Englischschule “cape studies” werden von Deutschen gefuehrt. Vielen Europaern ist Kapstadt wohl genug exotisch und gleichzeitig genug fortschrittlich um anziehend zu sein.

Wenn man etwas an der Oberflaeche kratzt, kommt das wahre Gesicht der Stadt zum Vorschein. Auf dem Weg im Taxi vom Flughafen zu unserer Unterkunft im Zentrum fuhren wir an kilometerlangen Gebieten vorbei, wo die Menschen in Bretter- und Wellblechhuetten leben. Den Menschen in denTownships geht es etwas besser, sie leben in richtigen Haeusern. Trotzdem, diese Townships sind Ueberbleibsel der Apartheid. Auch wenn die Apartheid abgeschafft wurde, ist die schwarze und farbige Bevoelkerung benachteiligt. Die Apartheid lebt als Schatten weiter und vorhandenes oder nicht vorhandenes Geld entscheidet darueber, wo jemand lebt, in die Schule geht und was er oder sie jetzt und spaeter fuer Chancen haben wird. Natuerlich kann man einwenden, dass dies ueberall die Regel ist, nur ist es in Suedafrika wahrscheinlich so extrem wie nirgends sonst und es ist nach wie vor eine Einteilung nach Hautfarbe. Suedafrika ist nach wie vor ein sehr armes Land mit einer sehr reichen Oberschicht, aber etwas laesst Hoffnung aufkommen: Es ist ein Land, das enorm boomt. Der Tourismus blueht auf und die Fussball Weltmeisterschaft 2010 hat schon jetzt positive Auswirkungen auf den Aufschwung. Es ist zu hoffen, dass mehr als einige wenige davon profitieren koennen.

One Response to “Willkommen in Europa”

  1. 1
    christian:

    Hallo ihr drei,

    Ich bin nicht mehr dazu gekommen euch noch eine gute Reise zu wünschen! Also: Gute Reise. Ich freue mich schon auf eure Texte…

    Salut, christian studer

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