In einem kleinen Reiseführer, der etwas weniger von Rucksacktouristen überrannte Destinationen empfiehlt als „Lonely Planet“, stiessen wir auf die Bulungula Lodge an der Wild Coast in Südafrika. Was wir lasen war uns von Anfang an sympathisch und wir planten mehrere Tage dort zu verbringen. Hingegen war dies leichter geplant als getan.
Die Anreise ist ein Abenteuer für sich und nimmt einiges an Zeit und Geduld in Anspruch. Das Gelände ist sehr hügelig und unzählige Flüsse und Bäche haben tiefe Täler ausgewaschen. Dies, zusammen mit den nicht wenigen Schlaglöchern führt dazu, dass man eher in gemütlichem Tempo unterwegs ist. Die letzten 4 Kilometer sind schliesslich nur noch mit guten 4×4 Fahrzeugen befahrbar. Aus diesem Grund stellten wir unser Auto in einem sicheren Parking ab und wurden mitsamt Gepäck vom Allrad Shuttlebus abgeholt. Nach einer langen Tagesreise erreichten wir endlich den Indischen Ozean und waren ab der ersten Sekunde hingerissen von der aussergewöhnlichen Stimmung. Am Abend unserer Ankunft hatte sich ein leichter Nebel über den Indischen Ozean und das angrenzende Festland gelegt.
Die Lodge gehört fast zur Hälfte der Dorfgemeinschaft und trägt zur nachhaltigen Entwicklung einer armen ländlichen Gegend bei. Soweit möglich spielt Umweltschutz eine grosse Rolle. Strom für Licht und Kleingeräte kommt von der Sonne und dem Wind, die Toiletten sind Latrinen ohne Wasserspülung. Das Regenwasser wird gesammelt und dient als Trinkwasser, da auch in dieser Gegend keine oder zuwenig Quellen mit Trinkwasser vorhanden sind. Die Schlafhütten sind im traditionellen und äusserts gemütlichen Xhosa Stil gebaut, aus Lehmziegeln und mit Strohdach. Baumeister waren und sind die Betreiber der Lodge zusammen mit den Dorfbewohnern.
Wir genossen einen grossen Teil unserer Zeit am Strand, die Buben spielten im Sand, wir liessen einen Drachen steigen, sammelten Muscheln, genossen das beruhigende Meeresrauschen oder wühlten unsere Zehen im Sand und schwelgten in Erinnerungen an den Sand in Elim. Ich probierte mein Glück mit Fischen. Natürlich wurden Fische angelockt, diese waren aber weise genug, nur an der Beute zu knabbern ohne den Haken zu verschlucken. Am Ende fing ich nichts, ein Erlebnis war es trotzdem.
Als Familie wagten wir uns auf eine Bootsfahrt mit Kanus auf dem Xhora River und wurden belohnt mit eindrücklichen Naturerlebnissen. Wir sahen Fischadler, konnten einen Kormoran beim Fischen beobachten und waren entzückt ab den fliegenden Kamikaze Fischen. Einer der Fische sprang an meine Schulter und hätte ich mich nicht vor Schreck abgedreht, wäre er in unserem Boot gelandet und hätte ein hervorragendes Abendessen abgegeben.
Als krönenden Abschluss liessen wir uns im örtlichen Restaurant verwöhnen. Draussen auf Strohmatten genossen wir die überraschend leckeren Crepes mit Blick auf das türkisblaue Meer, um uns herum wimmelte es von Welpen, Hühner und Gänsen – die Ambience war eindrücklich und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Dezember 8th, 2009 | Category: Ohne Kategorie | Geschrieben von: andreas | Leave a comment