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just another blog from namibia – tagebuch von andreas und mirjam

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Einladung

Wir sind seit einigen Wochen zurück in der Schweiz. Die Sendepause haben wir genutzt, um uns hier wieder einzuleben und herauszufinden, was sich in der Schweiz geändert hat und welche Veränderungen wir durchgemacht haben. Gleichzeitig denken wir oft und gerne an Namibia zurück.

Am kommenden Wochenende (6. & 7. Februar 2010) schauen wir mit Bildern zurück auf unsere Zeit in Afrika. Alle sind herzlich eingeladen.

Ort: EMK Thun, Klosestrasse 10 (Karte), Beginn jeweils um 14.30.

Windhoek

Namibias Hauptstadt erschien uns während unseren Besuchen von Elim aus immer sehr gross, geschäftig und die Strassen kamen uns verstopft und gefährlich vor. Nach drei Wochen Cape Town kommt uns Windhoek klein und ruhig vor, eher wie eine Provinzstadt, und doch erleben wir es alle als ein nach Hause kommen. Es tut gut nochmals in Namibia zu sein, all die bekannten Anblicke vor uns zu haben, die eher zurückhaltend freundliche Art der Namibier nochmals zu erfahren und zu erleben. Und doch ist Elim noch weit entfernt und wir würden viel dafür geben, kurz vorbeischauen zu können. Wie viel hat sich wohl schon verändert, was ist noch so wie wir es in Erinnerung haben? Und im gleichen Gedankengang stellen wir fest, dass es besser ist alles so in Erinnerung zu behalten wie wir es erlebt haben und nicht nochmals dort vorbei zu gehen und zu bemerken, dass die Zeit seit unserem Abschied nicht still gestanden ist, sondern sich alles weiter bewegt und verändert hat und es uns somit auch fremd geworden ist.

Die Reise in die Schweiz steht vor uns. Was wird uns wohl erwarten, wie wird es uns ergehen? Momentan dämpft all die Ungewissheit noch unsere Freude, aber wir alle freuen uns auch auf ein Zuhause, nach so langer Zeit des Unterwegsseins.

Endlich in Cape Town

Nach mehreren Tagen unterwegs im Mietauto auf der Garden Route kamen wir schliesslich Ende November in Muizenberg an, einem Vorort von Cape Town. Früher war Muizenberg Wochenenddestination der reichen Kapstädter, hat mittlerweile jedoch an Glanz verloren und geniesst heute vor allem den Ruf als Surfer Paradies mit endlos weissen Stränden. Wir wählten Muizenberg weil es uns am einfachsten erlaubte Prüfungsvorbereitung und Familienurlaub unter einen Hut zu bringen. Das Stadtzentrum ist in 40 Minuten mit dem Zug erreichbar, tagsüber sind die Verbindungen gut und die Strände und Einkaufsmöglichkeiten sind alle zu Fuss erreichbar. Unsere Entscheidung kam uns nun umso mehr entgegen, da wir unfreiwillig auf das Auto verzichten mussten.

Am Vormittag und frühen Nachmittag war ich mit Englisch beschäftigt und danach schloss ich mich Mirjam und den beiden Buben am Strand an. Oder so dachten wir zumindest. Leider vermasselte starker Wind und das Auftauchen eines Hais mehrere Male einen gemütlichen Tag am Strand. Zusätzlich erschwerend war, dass wir uns alle früher oder später erkälteten, da das Wetter um diese Jahreszeit sehr wechselhaft sein kann.

Deshalb wichen wir auf Ausflüge in die Umgebung aus, besuchten die Pinguine in Simons Town, das Aquarium an der V&A Waterfront in Cape Town, wie auch weitere familienfreundliche Destinationen. Das Aquarium ist beeindruckend, dies zum einen wegen der Vielfalt an Meerestieren die es zu sehen gibt, wie auch an der Qualität der Ausstellung im Allgemeinen. Nathan und Timon waren ganz entzückt von der Tierwelt im Wasser. Wir durften sogar eine Seeanemone berühren und zuschauen, wie sie ihre Tentakel einzieht. Wir Erwachsene lernten etwas über das gefährlichste Raubtier der Welt, uns Menschen. Jedes Jahr werden über hundert Millionen (!) Haifische vom Mensch getötet. Hingegen fallen weniger als zehn Menschen pro Jahr einem Haifisch zum Opfer (auch Toaster, Stühle und Flugdrachen sind übrigens weit gefährlicher).

Natürlich konnten wir auch den Verlockungen der vielen Shoppingmalls nicht widerstehen und nun sind wir stolze Besitzer von einigen wunderschönen Souvenirs. Da uns viel von unserem Hab und Gut gestohlen wurde, konnten wir nun wieder nach Lust und Laune Gepäck anhäufen, bis die obere Gepäcklimite der Fluggesellschaft und das untere Ende des Kontostandes erreicht waren.

Unfreiwillige Planänderung

Wir genossen die 5 Tage am Meer enorm. Die relative Abgeschiedenheit des Ortes wie auch die authentische Atmosphäre trugen viel dazu bei. Zum Glück wussten wir bis am Schluss nicht, dass sich unsere Pläne dramatisch verändern würden. Als wir an unserem Abreisetag beim eigentlich sicheren Parking ankamen, war unser Auto weg. Später sollte sich herausstellen, dass unser zuverlässiges Gefährt schon in der ersten Nacht gestohlen worden war. Der Vorfall hat nicht nur uns hart getroffen (wir hatten praktisch all unser mobiles Hab und Gut im Auto), auch die Dorfgemeinschaft war zutiefst betroffen, da dies nie zuvor passiert war und bisher die Region um Bulungula als sehr sicher galt. Es ist mittlerweile klar, dass die höchst professionell arbeitenden Diebe von auswärts sind, frech in das Parking eingedrungen sind und unser Auto weggeschafft haben.

Dank selbstloser Unterstützung von den Lodgeangestellten, der Dorfbevölkerung, wie auch von Freunden konnten wir innert kürzester Zeit die Polizei informieren, unsere Sachen packen und mit nur einem Tag Verspätung weiterreisen, diesmal angewiesen auf Andere. Erst später sollten wir realisieren, wie sehr dieser Vorfall unsere Reise und unsere Stimmung verändert hat.

Bulungula Lodge

In einem kleinen Reiseführer, der etwas weniger von Rucksacktouristen überrannte Destinationen empfiehlt als „Lonely Planet“, stiessen wir auf die Bulungula Lodge an der Wild Coast in Südafrika. Was wir lasen war uns von Anfang an sympathisch und wir planten mehrere Tage dort zu verbringen. Hingegen war dies leichter geplant als getan.

Die Anreise ist ein Abenteuer für sich und nimmt einiges an Zeit und Geduld in Anspruch. Das Gelände ist sehr hügelig und unzählige Flüsse und Bäche haben tiefe Täler ausgewaschen. Dies, zusammen mit den nicht wenigen Schlaglöchern führt dazu, dass man eher in gemütlichem Tempo unterwegs ist. Die letzten 4 Kilometer sind schliesslich nur noch mit guten 4×4 Fahrzeugen befahrbar. Aus diesem Grund stellten wir unser Auto in einem sicheren Parking ab und wurden mitsamt Gepäck vom Allrad Shuttlebus abgeholt. Nach einer langen Tagesreise erreichten wir endlich den Indischen Ozean und waren ab der ersten Sekunde hingerissen von der aussergewöhnlichen Stimmung. Am Abend unserer Ankunft hatte sich ein leichter Nebel über den Indischen Ozean und das angrenzende Festland gelegt.

Die Lodge gehört fast zur Hälfte der Dorfgemeinschaft und trägt zur nachhaltigen Entwicklung einer armen ländlichen Gegend bei. Soweit möglich spielt Umweltschutz eine grosse Rolle. Strom für Licht und Kleingeräte kommt von der Sonne und dem Wind, die Toiletten sind Latrinen ohne Wasserspülung. Das Regenwasser wird gesammelt und dient als Trinkwasser, da auch in dieser Gegend keine oder zuwenig Quellen mit Trinkwasser vorhanden sind. Die Schlafhütten sind im traditionellen und äusserts gemütlichen Xhosa Stil gebaut, aus Lehmziegeln und mit Strohdach. Baumeister waren und sind die Betreiber der Lodge zusammen mit den Dorfbewohnern.

Wir genossen einen grossen Teil unserer Zeit am Strand, die Buben spielten im Sand, wir liessen einen Drachen steigen, sammelten Muscheln, genossen das beruhigende Meeresrauschen oder wühlten unsere Zehen im Sand und schwelgten in Erinnerungen an den Sand in Elim. Ich probierte mein Glück mit Fischen. Natürlich wurden Fische angelockt, diese waren aber weise genug, nur an der Beute zu knabbern ohne den Haken zu verschlucken. Am Ende fing ich nichts, ein Erlebnis war es trotzdem.

Als Familie wagten wir uns auf eine Bootsfahrt mit Kanus auf dem Xhora River und wurden belohnt mit eindrücklichen Naturerlebnissen. Wir sahen Fischadler, konnten einen Kormoran beim Fischen beobachten und waren entzückt ab den fliegenden Kamikaze Fischen. Einer der Fische sprang an meine Schulter und hätte ich mich nicht vor Schreck abgedreht, wäre er in unserem Boot gelandet und hätte ein hervorragendes Abendessen abgegeben.

Als krönenden Abschluss liessen wir uns im örtlichen Restaurant verwöhnen. Draussen auf Strohmatten genossen wir die überraschend leckeren Crepes mit Blick auf das türkisblaue Meer, um uns herum wimmelte es von Welpen, Hühner und Gänsen – die Ambience war eindrücklich und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Malealea

Nach zwei Nächten in Maseru fuhren wir weiter in den Südwesten, mit der Malealea Lodge als unser Ziel. Die ganze Fahrt war sehr abwechslungsreich und die Gebirgslandschaften zogen uns in ihren Bann. Kurz vor dem Erreichen der Lodge mussten wir noch einen Pass überqueren. Auf fast 2000 Metern über Meer öffnete sich uns ein Panorama auf ein liebliches Tal umgeben von schroffen Felsen und Gebirgsketten. Nicht umsonst heisst der Übergang „Gates to Paradise“.

Die Malealea Lodge ist das Zentrum für Ponytrekking und andere Abenteuer in Lesotho. Wir wollten uns diese Möglichkeit nicht entgehen lassen und gingen auf eine 4 stündige Tour zu einem Wasserfall. Unsere Buben machten es unglaublich gut mit und Nathan war sichtlich mehr als stolz dass er auf einem Pferd reiten durfte. Tatsächlich fanden wir heraus dass die so genannten Ponys eigentlich eher Pferde sind. Am Schluss durfte Nathan die Zügel ganz selber in der Hand halten. Er und sein Pferd verstanden sich gut, ausser dass es gerne eine Abkürzung nach Hause genommen hätte. Nathan liess sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, rief und wartete ruhig bis einer der Führer das Pferd korrigierte. Auch als ganze Familie sind wir stolz, dass wir ein solches Abenteuer gewagt haben und dass es eines der besten und wichtigsten Erlebnisse für alle auf unserer Reise war. Der Muskelkater am nächsten Tag konnte dem nichts anhaben und gehört bei Ungeübten wohl dazu.

Mitten in den Bergen gefiel es uns so gut, dass wir schliesslich eine ganze Woche in Malealea verbrachten und das Leben mitten in einem Basotho Dorf genossen.

Abgesehen von der Natur waren wir auch von der Freundlichkeit und Offenheit der Menschen beeindruckt. Beides hat mit dazu beigetragen, dass Lesotho ein Höhepunkt unserer Reise wurde.

Nach gut 10 Tagen in kleinen Königreich überquerten wir in Quachas Nek im Süden des Landes die Drakensbergkette und gleichzeitig die Grenze zu Südafrika. Unser nächstes Ziel war ein weiterer Gegensatz, der Indische Ozean an der Wild Coast, früher Transkei genannt.

Beeindruckende Begrüssung

Unser nächstes Reiseziel nach Namibia war Lesotho (lies Lesuutuu). Lesotho ist ein kleines Königreich in den Drakensbergen, das vollständig von Südafrika umgeben ist und sehr gebirgig ist. Nach all den trockenen Steppen, der endlosen Weite und dem konstant schönen Wetter freuten wir uns auf etwas Abwechslung durch grüne Wiesen, eindrückliche Gebirgsketten und – wechselhaftes Wetter, welches uns auch auf die Schweiz einstimmen sollte.

Doch schon bei der Anfahrt von Bloemfontein nach Maseru, der Haupstadt Lesothos wurden unsere Erwartungen übertroffen. Wir fuhren direkt in ein Sommergewitter hinein. Zuerst regnete es ein paar Tropfen und wir freuten uns über die Abkühlung, doch bald entwickelte sich das Tröpfeln zu einem Regenguss und schliesslich zu einem Sturm. Mit dem Regen nahm auch die Stärke des Gewitters zu und schliesslich blitzte es fast ununterbrochen um uns herum. Ein Blitz schlug wenige Meter neben unserem Auto in einen Baum ein und wir zogen den Kopf ein in Erwartung des Knalls. Dieser war jedoch ziemlich harmlos.

Wie auch immer, das Wetter forderte ziemlich viel ab, da die Sicht sehr schlecht war, die Scheibenwischer überfordert und der Wind so stark, dass der Regen quer über die Strasse peitschte. Schliesslich begann es noch zu hageln und wir befürchteten, dieser Spuk würde nicht mehr enden. Bald erreichten wir den Grenzposten kurz vor Maseru, aber der Regen liess nicht nach. Nachdem wir alle Formalitäten erledigt hatten und aus dem Grenzposten ins Freie traten, lächelte uns die Sonne entgegen. Wir waren in Lesotho.

Ai Ais – kochendes Wasser

Nun führte uns unser Weg aus Lüderitz raus und weiter in den Süden Namibias. Über lange Strecken hinweg begegneten wir Niemandem, nur Weite, Zäune und Büsche. Ironischerweise tauchten immer dann am meisten Autos und Leute auf, wenn die Blase entleert werden sollte!

Nach einigen hundert Kilometer Fahrt durch trockene Savanne und felsige Gebirgslandschaften glaubten wir eine Fata Morgana vor uns zu haben, als ein grosses Sportfeld mit saftig grünem Gras unsere Aufmerksamkeit erregte. Wir hatten Rosh Pinah erreicht, eine Minenstadt weit weg von allen Zentren und doch ausgerüstet mit allem Nötigen. Die Reihenhäuser sahen sich alle zum Verwechseln ähnlich und wirkten ausgestorben, da alle Bewohner in den Minen am Arbeiten waren und erst am Abend dem Städtchen wieder etwas Leben einhauchen würden. Wir tankten nach und liessen diesen merkwürdigen Ort hinter uns um kurz darauf wieder erstaunt inne zu halten: Nach einer Kurve schlängelte sich der Oranjeriver lieblich durch die Landschaft. An seinen Ufern wuchsen Bäume und Büsche und Schafherden weideten auf den Wiesen. Die Strasse führte uns lange Zeit dem Flussverlauf nach, bis sie Richtung Norden abbog und uns nach Ai-Ais führte.

Ai-Ais war unsere letzte Destination in Namibia für längere Zeit und auch der Ort, an dem sich der Weg meiner Eltern von unserem trennte. Während dem Baden im natürlich heissen Wasser erinnerten wir uns gegenseitig an all das Erlebte unterwegs, an all die Tierbeobachtungen und Begegnungen, schmunzelten ab manchen Erinnerungen und schauderten bei anderen. Doch bevor wir alle Schwimmhäute zwischen den Zehen und Finger hatten, war es Zeit Abschied zu nehmen von meinen Eltern, wie auch von Namibia.

Der erste Teil unserer Abschlussreise war somit zu Ende und dankbar konnten wir auf einen unfall- wie auch pannenfreien Monat zurück blicken.

Stadt und doch wieder Tiere

Nach so langer Zeit in der freien Natur erschien uns die kleine Stadt Lüderitz wie eine unglaublich betriebsame Grossstadt. All die Menschen und die Zivilisation überwältigte uns im ersten Moment und dennoch genossen wir auch die Vorteile einer Stadt: Wir konnten unsere Vorräte wieder mal aufstocken, insbesondere mit Frischwaren und für die Kinder hatte es einen super Spielplatz.

Da wir für Lüderitz aussergewöhnlich schönes Wetter erleben durften, entschieden wir uns dies zu nutzen und buchten eine Bootstour. Der Kapitän war selber mit seiner Familie 11 Jahre in der ganzen Welt unterwegs und reagierte total gut auf unsere Buben. Dadurch wurde der Ausflug ein voller Erfolg, insbesondere auch da wir uns nicht gross informierten und total überrascht waren, was wir alles zu Gesicht bekamen. Noch im Hafen konnten wir all den Diamantschiffen bei der Arbeit zusehen, ein Frachtschiff wurde gerade entladen und Hebekräne und Gabelstapler waren in vollem Einsatz. Weiter der Küste entlang tauchte ein alter Leuchtturm auf mit dem Diaz Cross, dass 1488 ein portugiesischer Seemann dort aufstellte. Kurz darauf rümpften sich unsere Nasen, der Gestank erreichte uns schneller als wir sie erblickten: auf einem Felsblock tummelten sich Seelöwen. Irgendwas erschreckte sie und so robbten viele zu den Felskanten und liessen sich in Wasser plumpsen. Trotz ihrer Tollpatschigkeit sind die Tiere unglaublich beweglich und schnell. Weniger später tauchten drei Delphine weit vor uns auf und mit einigen Sprüngen schwammen sie immer näher zum Boot. Gleich vor dem Katamaran schwammen sie um die Wette, spielten mit den Wellen, verschwanden kurz um gleich darauf wieder aufzutauchen. Wir genossen das Schauspiel und waren total enttäuscht als unsere Tour aus ihrem Revier rausführte und die Delphine zurück blieben. Doch wir hatten kaum Zeit den Delphinen hinter her zu sehen, da tauchte bereits die Halifax Insel vor uns auf. An den Ufern dieser Insel wohnen drei Kolonien von „Jackass Penguins“. Dieser Name bedeutet übersetzt ins Deutsche „Eselpinguin“ und hat nichts damit zu tun, dass die Pinguine stur sind, sondern ihr Ruf tönt genau gleich wie der des Esels. Heutzutage werden diese Pinguine aber hauptsächlich afrikanische Pinguine genannt, da sie nur da vorkommen.

Mit dem Katamaran kam der Kapitän nah ans Ufer und so konnten wir die Pinguine wunderbar beim watscheln, brüten und schwimmen beobachten. Erst glaubten wir zwei Arten von Vögeln vor uns zu sehen, denn die Pinguine sehen im Wasser aus wie Enten. Nach längerer Beobachtung wurden wir eines Besseren belehrt und vergnügt verfolgten wir die Pinguine noch lange mit unseren Blicken.

Auf der Rückfahrt begleiteten uns nochmals die Delphine, der Gestank der Seelöwen nistete sich in unseren Nasen ein und schon kurz darauf mussten wir das Boot wieder verlassen. Der Ausflug verflog viel zu schnell und dennoch waren wir froh wieder ruhigen Boden unter den Füssen zu spüren.

Wildpferde

Auf der Fahrt von Keetmanshoop nach Lüderitz entdeckten wir ein einladendes Informationszentrum und so beschlossen wir in Aus eine Pause einzulegen.

Das Zentrum ist auch innen sehr ansprechend gestaltet und bietet viele Informationstafeln über die Geschichte, die Natur und Tiere in der Umgebung. Einige der Tafeln sind den Wildpferden gewidmet, die nur in der Nähe von Aus vorkommen. Niemand weiss so genau, wie die Pferde in die Wüste kamen und sich ihr anpassten. Aber bis heute ist ihre Population ziemlich stabil und ihre Überlebensstrategien sind beeindruckend.

Die Wildpferde konnten sich über die Jahre dem trockenen Klima dermassen anpassen, dass sie heutzutage bis zu 2 Tage ohne Wasser auskommen können und fressen in Notsituationen ihren eigenen Dung, der ihnen einen hohen Fettgehalt bietet. Vor einigen Jahren hat eine Organisation ein Wasserloch extra für die Pferde gebaut und da wir Ende Trockenzeit in der Region waren, konnten wir beinahe die vollständige Herde dort beobachten.

Die Wildpferde sind etwas kleiner und schmächtiger als unsere heimischen Pferde, wirken aber voller Stolz. In völliger Zufriedenheit und Ruhe standen gegen die 200 Pferde um das Wasserloch: die jungen Hengste massen spielerisch ihre Kräfte miteinander, die Fohlen genossen die Nähe der Mutter, einige wälzten sich im Staub, andere frassen die letzten Grashalme ab, die meisten jedoch standen einfach da und genossen ihre Freiheit. Eine Freiheit, die beneidenswert ist und doch sind die Pferde der Natur völlig ausgeliefert und von ihr abhängig. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie die Tiere eins werden mit ihrem Lebensraum.

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